Hubertus Heil feiert Arbeitsrekord, doch CDU-Klöckner widerspricht: „Nur die halbe Wahrheit“
Arbeitet Deutschland nun so viel wie nie – oder arbeiten so viele Menschen wie noch nie so wenig wie noch nie?
Für Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) scheint festzustehen, dass die Rekordzahl von 55 Milliarden geleisteten Arbeitsstunden ein Grund zur Freude und zum Ausholen gegen den Gegner ist:
„Deutschland ist – entgegen mancher Behauptungen von Konservativen – ein Land mit vielen fleißigen Menschen: Noch (nie, Anm. der Red.) wurde so viel gearbeitet, nie waren so viele Menschen in Beschäftigung wie heute. Arbeit bringt unser Land voran“, schrieb der Arbeitsminister bei X.

Der Beitrag von Arbeitsminister Hubertus Heil
Und der Arbeitsminister hat recht: Noch nie wurden in Deutschland 55 Milliarden Arbeitsstunden in einem Jahr verrichtet. Die innere Wahrheit dieser Zahl, die aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) stammt, ist jedoch, dass so viele Menschen wie nie die geringste Wochenarbeitszeit jemals hatten.
Denn trotz des Gesamt-Rekords hat die Rekord-Anzahl von Beschäftigten (46 Millionen), die Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) immer wieder betont, so wenig gearbeitet wie noch nie – nur 34,7 Stunden pro Woche.
„Das ist leider nur die halbe Wahrheit. Es kommt auf den Output der Arbeit an.“
Wirtschaftsexpertin Julia Klöckner (CDU) will das nicht unwidersprochen lassen. Zu NIUS sagt sie: „Der Kanzler spricht immer davon, dass noch nie so viele Köpfe in Arbeit gewesen seien. Das ist leider nur die halbe Wahrheit. Es kommt auf den Output der Arbeit an.“

CDU-Wirtschaftsexpertin Julia Klöckner mit CDU-Chef Friedrich Merz
Wenn immer mehr Menschen in Teilzeit arbeiteten, würden sie auch später zu wenig Rente bekommen, erklärt sie. „Die Produktivität ist geringer als in Vollzeit, und was außerdem ein großes Problem für die Sozialkassen ist: Wer in Teilzeit arbeitet, zahlt weniger in die Krankenkasse ein, bekommt aber natürlich die vollen Gesundheitsleistungen. Das führt früher oder später zur Schieflage. Es bleibt dabei: Wir werden mit weniger Arbeit unseren Wohlstand nicht halten können“, so Klöckner.
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