Ifo schlägt Alarm: Deutsche Industrie verliert dramatisch an Wettbewerbsfähigkeit
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Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie verschlechtert sich weiter. Laut einer aktuellen Umfrage des Ifo-Instituts sieht inzwischen mehr als jedes vierte Industrieunternehmen Nachteile auf Märkten außerhalb der Europäischen Union. Innerhalb Europas berichtet immerhin noch jedes sechste Unternehmen von sinkender Wettbewerbsfähigkeit.
Besonders angespannt bleibt die Lage in der Autoindustrie. Dort geben rund 38 Prozent der Betriebe an, international an Konkurrenzfähigkeit zu verlieren. Als wesentlicher Faktor gilt der zunehmende Druck durch chinesische Hersteller. Auch im Maschinenbau melden 31,8 Prozent der Unternehmen Probleme im internationalen Wettbewerb. In der Metallerzeugung und -bearbeitung liegt der Wert sogar bei 38,3 Prozent, bei Herstellern von Metallerzeugnissen bei 34,5 Prozent.
Ifo-Forscher Klaus Wohlrabe erklärt im Handelsblatt, deutsche Unternehmen stünden auf den Weltmärkten „zunehmend unter Druck“. Eine Trendwende sei bislang nicht erkennbar. Über nahezu alle Branchen hinweg habe sich die Bewertung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit verschlechtert.

Die Auftragsbücher sind voll, trotzdem hinkt die deutsche Industrie hinterher.
Rekord-Auftragslage: kein Zeichen von Erholung
Lediglich die Chemieindustrie meldete innerhalb Europas eine leichte Verbesserung ihrer Position. Außerhalb Europas verschlechterte sich die Lage aber auch dort weiter.
Wirtschaftsverbände sehen vor allem hohe Belastungen und schlechte Standortbedingungen als Problem. Sie fordern weniger Bürokratie, eine modernere Verwaltung und bessere Rahmenbedingungen für private Investitionen.
Trotz der schwachen Wettbewerbsdaten sind die Auftragsbücher der Industrie derzeit so voll wie noch nie seit Beginn der Statistik im Jahr 2015. Der Bestand offener Bestellungen stieg im März um 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Jahresvergleich beträgt das Plus 8,4 Prozent. Die Reichweite des Auftragsbestands erhöhte sich auf 8,8 Monate – ebenfalls ein Rekordwert.
Arbeitsplätze in Gefahr
Besonders stark wuchsen die Aufträge im „Sonstigen Fahrzeugbau“, also etwa bei Flugzeugen, Schiffen, Zügen und Militärfahrzeugen. Auch Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen verzeichneten deutliche Zuwächse.

Infografik: Die deutsche Industrie verliert an Wettbewerbsfähigkeit.
Ökonomen warnen jedoch davor, die Rekord-Auftragslage als Zeichen einer echten Erholung zu interpretieren. Hohe Energiepreise, Lieferprobleme und internationale Krisen belasteten die Unternehmen weiterhin. Der Chefvolkswirt der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe, Alexander Krüger, erwartet laut Handelsblatt deshalb, dass sich der Beschäftigungsabbau in der Industrie trotz voller Auftragsbücher fortsetzen wird.
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