Industriestrompreis: EU-Kommission gibt grünes Licht
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Die Bundesregierung darf die deutsche Industrie mit einem vergünstigten Strompreis unterstützen. Die EU-Kommission genehmigte die Maßnahme im Umfang von 3,8 Milliarden Euro, wie die Brüsseler Behörde mitteilte.
Die Kommission sei zu dem Schluss gekommen, dass die Subvention notwendig, angemessen und verhältnismäßig sei, um den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft zu beschleunigen und die Entwicklung der Wirtschaft zu fördern, hieß es.
Hälfte der Beihilfen muss investiert werden
Ziel der Regelungen ist es demnach, energieintensive Unternehmen zu unterstützen, indem ihnen in den kommenden drei Jahren ein Teil ihrer Stromkosten erstattet wird, so die Kommission. Die Maßnahmen stünden dabei Unternehmen aus Branchen offen, die ihren Standort potenziell in Drittstaaten mit weniger Umweltauflagen verlegen könnten.

Schweißerin im Metallbau – energieintensive Branchen stehen im Fokus der geplanten Industriestrom-Maßnahme der Bundesregierung.
Unternehmen können die Beihilfen laut Mitteilung nach Ablauf jedes Jahres beantragen, sobald der Stromverbrauch und der durchschnittliche Großhandelspreis bekannt ist. Die begünstigten Firmen müssen demnach mindestens die Hälfte der erhaltenen Unterstützung in neue oder modernisierte Anlagen investieren, um die Stromkosten zu senken.
Genehmigung aus Brüssel stand noch aus
Die Wirtschaft klagt seit langem über im internationalen Vergleich hohe Energiekosten. Die Koalition beschloss bereits Entlastungen. Für den geplanten staatlich subventionierten, niedrigeren Industriestrompreis für energieintensive Firmen fehlte bislang grünes Licht der Europäischen Kommission. Das Instrument sieht vor, den Preis für die Hälfte des jährlichen Stromverbrauchs auf fünf Cent pro Kilowattstunde zu begrenzen.
Wegen der verhältnismäßig hohen Energiepreise in Deutschland besteht die Sorge, dass sie Firmen vor Investitionen in der Bundesrepublik abschrecken. Zahlreiche Unternehmen stehen bereits vor großen Problemen. Wirtschaftsverbände drängen schon lange auf einen Industriestrompreis.
Hintergrund
Was ist der Industriestrompreis?
Beim Industriestrompreis handelt es sich um den durchschnittlichen Strompreis, den gewerbliche und industrielle Unternehmen für ihre Stromlieferung pro Kilowattstunde (kWh) zahlen. Dazu zählen Beschaffungskosten, Netznutzungsentgelte, Steuern und Umlagen. Für energieintensive Betriebe gilt seit 2026 zusätzlich ein gesonderter, staatlich geförderter „Industriestrompreis“ mit einem reduzierten Preis.
Wie hoch ist der Industriestrompreis aktuell in Deutschland?
Für große Industrieunternehmen liegt der Strompreis 2025/2026 im Bereich von etwa 17–18 Cent pro Kilowattstunde inklusive Steuern, sofern sie keine besonderen Vergünstigungen erhalten. Betriebe mit Entlastungen (z.B. bei Netzentgelten oder Stromsteuer) kommen dagegen auf etwa 10–12 Cent pro Kilowattstunde.
Was ist der neue Industriestrompreis seit 2026?
Seit 2026 gibt es einen staatlich subventionierten Industriestrompreis für energieintensive Betriebe, der bei etwa 5 Cent pro Kilowattstunde liegen soll. Tatsächlich sollen energieintensive Unternehmen nun doch nur einen kleinen Rabatt erhalten und müssen 7,25 Cent für den Industriestrom zahlen.
Wer profitiert vom vergünstigten Industriestrompreis?
Vom reduzierten Industriestrompreis profitieren vor allem energieintensive Industrieunternehmen, die hohe Strommengen nutzen und bestimmten Kriterien (z.B. Verbrauchsgrenze, Branche) entsprechen. Kleinere Gewerbe‑ und viele mittelständische Unternehmen fallen in der Regel nicht unter diese Förderregelung und zahlen weiterhin den marktüblichen Industriestrompreis.
Lesen Sie auch: Rekordwert! Bundesregierung subventioniert Strompreise 2026 mit 29,5 Milliarden Euro
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