Rekordwert! Bundesregierung subventioniert Strompreise 2026 mit 29,5 Milliarden Euro
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Die deutschen Strompreise bewegen sich im europäischen Vergleich auf hohem Niveau. Im kommenden Jahr will die Bundesregierung deshalb 29,5 Milliarden Euro – und damit einen Rekordwert – aufwenden, um die Kosten für Wirtschaft und private Haushalte zu verringern.
Die genaue Höhe der Summe hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für das Handelsblatt berechnet. Sie setzt sich aus folgenden Posten zusammen:
– Zum einen sind da die von der Bundesregierung angenommenen Mindereinnahmen aufgrund der Absenkung der Stromsteuer in Höhe von 3,9 Milliarden Euro.
– Die für den Industriestrompreis eingeplanten Mittel betragen 1,5 Milliarden Euro.
– Der geplante Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten soll in einer Höhe von 6,5 Milliarden Euro gezahlt werden.
– Auch 3 Milliarden Euro für die Strompreiskompensation werden einbezogen. Rund 340 Unternehmen sollen von ihr profitieren; sie dient als Ausgleich dafür, dass Stromerzeuger ihre Kosten für den Kauf von Emissionszertifikaten, die sie für den Betrieb von Gas- oder Kohlekraftwerken benötigen, an ihre Kunden weiterreichen. Große Stromverbraucher aus der Industrie bekommen diese Kosten zum Teil erstattet. Die Bundesregierung plant, den Kreis der Begünstigten zu vergrößern und die Kompensation zu erhöhen.

Mit dem sogenannten Industriestrompreis sollen energieintensive Branchen in Deutschland entlastet werden. Im Bild: Strommasten, Windräder und das Kohlekraftwerk Niederaußem des Stromkonzerns RWE in Bergheim, NRW.
– Hinzu kommt laut Handelsblatt der Finanzbedarf von 14,6 Milliarden Euro, den die Übertragungsnetzbetreiber für die Förderung der erneuerbaren Energien nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) veranschlagen. Die Höhe des Betrages lässt sich allerdings nicht sicher voraussagen und ist stark abhängig von der Entwicklung der Strompreise im Stromgroßhandel.
Lediglich 4,13 Milliarden im Jahr 2020
Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft lagen die staatlichen Ausgaben zur Unterstützung des Stromsystems im Jahr 2020 noch bei lediglich 4,13 Milliarden Euro. Davon entfielen rund 3,3 Milliarden Euro auf Entlastungen durch Stromsteuer-Ausnahmeregelungen und weitere 0,83 Milliarden Euro auf die sogenannte Strompreiskompensation. (Unberücksichtigt ist in dieser Betrachtung laut Handelsblatt der finanzielle Aufwand für Notmaßnahmen in der Energiepreiskrise der Jahre 2022 und 2023.)
Andreas Fischer, Energieexperte beim IW, sagte dem Handelsblatt, aktuell würden sehr hohe Zuschüsse gezahlt, um die Strompreise im Zaum zu halten. „Langfristig ist dies allerdings eine sehr teure Lösung und setzt nicht an der Ursache an“, so der Experte. Ein effizienterer Ausbau der Stromnetze und der erneuerbaren Energien könnte nach Fischers Einschätzung hingegen dazu beitragen, die Preise zu dämpfen.
Das Fachblatt nennt verschiedene Ursachen für das hohe Strompreisniveau: Zu einem wesentlichen Kostentreiber hat sich demnach der Ausbau der Stromnetze entwickelt. Die Netzbetreiber werden in den kommenden Jahren hohe dreistellige Milliardenbeträge aufwenden müssen, um das Stromnetz an die Anforderungen durch die Energiewende anzupassen. Stromverbraucher zahlen diese Kosten in Form von steigenden Netzentgelten. Zweistellige Milliardenbeträge fallen außerdem für die Förderung des Ausbaus „erneuerbarer Energien“ an.

Symbol der deutschen Energiewende: Ein Hochspannungsmast im Abendlicht
Industriestrompreis-Lüge: Die 5 Cent pro Kilowattstunde gibt es gar nicht
Die von der Bundesregierung für 2026 angekündigten Entlastungen für Unternehmen bleiben weit hinter den Erwartungen zurück. Das versprochene Preisniveau von fünf Cent je Kilowattstunde können die Unternehmen allenfalls für einen Teil des verbrauchten Stroms erreichen: Der Rabatt soll nur für 50 Prozent des Stroms gelten – und davon wiederum die Hälfte in verpflichtende Investitionen, sogenannte „Gegenleistungen“, fließen.
Das angekündigte Vorhaben, die Stromsteuer für alle Verbraucher auf das nach EU-Recht niedrigste erlaubte Niveau abzusenken, wurde von der Koalition ebenfalls nicht umgesetzt. Tatsächlich blieb es größtenteils bei der bereits von der vorherigen Bundesregierung beschlossenen Entlastung für Industrie sowie Land- und Forstwirtschaft. Als Begründung verwies Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) im vergangenen Sommer darauf, dass die finanziellen Spielräume für weitergehende Entlastungen fehlten.
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