Jedes dritte deutsche Unternehmen will 2026 Stellen streichen: IW sieht Wirtschaft weiter im Sinkflug
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Die deutsche Wirtschaft steckt weiter im Tief. Nach einer kurzen Erholung im Frühjahr hat sich die Stimmung in den Unternehmen wieder deutlich verschlechtert. Das zeigt die neue Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln. Demnach will rund jedes dritte Unternehmen im kommenden Jahr Personal abbauen, nur 18 Prozent planen neue Einstellungen.
Besonders betroffen ist die Industrie: 41 Prozent der befragten Betriebe kündigten an, Stellen zu streichen – lediglich jede siebte Industriefirma will neue Jobs schaffen. „Stellenabbau statt Wirtschaftswende: Die Unternehmen leiden unter dem großen geopolitischen Stress“, sagt IW-Forschungsgruppenleiter Michael Grömling.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) machte erst vergangene Woche „drohende Lieferengpässe bei Halbleitern und Seltenen Erden“ für das ausbleibende Wachstum mitverantwortlich.

Wirtschaftsministerin Reiche kündigte Strukturreformen an, um die Grundlage für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum zu schaffen.
Investitionskrise verschärft sich
Auch bei den Investitionen zeichnet sich keine Trendwende ab: Nur 23 Prozent der befragten Firmen wollen 2026 mehr investieren als im Vorjahr, während 33 Prozent ihre Investitionsbudgets kürzen wollen. Damit setzt sich laut IW eine ungewöhnlich lange Phase negativer Investitionserwartungen fort – über fünf Halbjahre in Folge.
Grömling warnt vor einer wachsenden Kluft zwischen Anspruch und Realität der Wirtschaftspolitik: „Ohne staatliche Reformen wird es immer unwahrscheinlicher, dass die milliardenschweren Sonderprogramme der Bundesregierung die erhoffte und notwendige Wirkung entfalten.“

Regionale Unterschiede
Am besten ist die Stimmung noch im Norden und in Bayern, wo viele Betriebe mit einer steigenden Produktion rechnen. In weiten Teilen des Landes überwiegt dagegen Pessimismus – besonders im Nordosten: Dort erwarten fast die Hälfte der Unternehmen einen Rückgang der Produktion, nur 17 Prozent blicken optimistisch auf das kommende Jahr.
Trotz milliardenschwerer Ausgaben für Infrastruktur, Klima und Verteidigung bleibt der wirtschaftliche Ausblick trübe. Die Bundesregierung rechnet für 2026 mit einem BIP-Wachstum von 1,3 Prozent, doch die Unternehmen kämpfen weiter mit hohen Energiepreisen, Sozialabgaben und Bürokratie. Von einer echten Konjunkturwende ist die deutsche Wirtschaft damit weit entfernt.
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