Keine Aussicht auf Entspannung: Ölpreis klettert weiter nach oben
Ein Beitrag von
Knapp zwei Wochen nach Beginn des Nahost-Kriegs zeichnet sich an Ölmärkten keine Entspannung ab. Erneute Drohungen aus dem Iran befeuerten die Sorgen vor einer längeren Blockade der Straße von Hormus. Die Freigabe von Ölreserven der Internationalen Energieagentur (IEA) verpuffte an den Märkten.
Die Ölpreise notierten kurz nach Mitternacht erneut höher: Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Mai kostete knapp 102 US-Dollar und damit etwas mehr als am Vortag. Seit Beginn des Kriegs bewegen sich die Preise auf dem höchsten Niveau seit fast vier Jahren.
Angriffe auf Energiesektor im Persischen Golf
Immer stärkere Angriffe der iranischen Streitkräfte gegen die Energiewirtschaft wichtiger Förderstaaten trieben die Preise an. Unter anderem wurden im Oman Treibstofftanks im Hafen von Salala angegriffen, mutmaßlich von iranischen Drohnen. Mit den Attacken will Teheran die Kosten des Kriegs für die Angreifer in die Höhe treiben.

US-Präsident Donald Trump spricht nach seiner Rückkehr von Terminen in Ohio und Kentucky auf der Joint Base Andrews in Maryland mit Journalisten. Zuletzt bot er Reedern, die von militärischen Konflikten in der Golf-Region betroffen sind, an, sie zu versichern und im Notfall von der Marine eskortieren zu lassen.
Schiffe geraten im Persischen Golf, der Straße von Hormus und dem Golf von Oman immer wieder unter Beschuss. Die Gefahr durch iranische Raketen und Drohnen hat die Schifffahrt in der Region seit Kriegsbeginn fast komplett zum Erliegen gebracht. Zudem soll der Iran die Meerenge bereits vermint haben.
Die etwa 55 Kilometer breite Straße von Hormus liegt zwischen dem Iran und dem Oman und gehört zu den wichtigsten Seerouten des internationalen Ölhandels. Laut IEA floss im vergangenen Jahr ein Viertel des weltweit verschifften Öls durch die Passage. Die IEA sprach mit Blick auf den Iran-Krieg von der „größten Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarktes“.
USA können Öltanker noch nicht eskortieren
Wiederholt drohte US-Präsident Donald Trump dem Iran, falls Teheran passierende Schiffe angreifen oder die Meerenge verminen sollte. Zudem bot Trump Reedern an, sie zu versichern und zur Not von der Marine eskortieren zu lassen. US-Finanzminister Scott Bessent sagte dem Sender Sky News, er sei überzeugt, dass die US-Marine das so bald wie militärisch möglich machen werde, „vielleicht zusammen mit einer internationalen Koalition“.

US-Finanzminister Scott Bessent
Freigegebene Ölreserven verpuffen an den Märkten
Die IEA hatte am Mittwoch bekanntgegeben, eine Rekordmenge strategischer Ölreserven freizugeben. Insgesamt wollen die 32 Mitgliedsländer 400 Millionen Barrel Rohöl auf den Markt geben. Allerdings dürfte es dauern, bis die Hilfe ankommt. Die USA, die sich mit 172 Millionen Barrel beteiligen, wollen kommende Woche mit der Auslieferung beginnen. Bis alles ausgeliefert sei, könnten rund 120 Tage vergehen.
Lesen Sie auch:
Angst vor einer neuen Ölkrise – schon in den 70ern wurde der Rohstoff zur Waffe gegen den Westen
Weitere Artikel zum Thema
Iran-Krieg treibt Energie- und Düngemittel-Preise: Im Sommer droht Teuerungswelle bei Lebensmitteln
2,1 Milliarden Euro Verlust und 14.000 Jobs weniger: Autozulieferer ZF unter massivem Druck
Fast das gesamte Sondervermögen wird „zweckentfremdet“
Deutsche Autos: Premiumhersteller verlagern Produktion nach Osteuropa
Ifo-Institut: „Regierung hat 95 Prozent der neuen Schulden für Infrastruktur im Jahr 2025 zweckentfremdet“
Gewinne deutscher Autobauer um 44 Prozent eingebrochen: Letzte Rettung Modelloffensive
Vom Habeck‑Regen in die Merz‑Traufe: Warum auch das neue Heizungsgesetz Bürger teuer zu stehen kommen wird
Redaktion
Autor
Artikel teilen
Kommentare