Lars von Lackum, Chef des zweitgrößten deutschen Wohnungsunternehmens: „In diesem Jahr wird noch weniger gebaut als befürchtet“
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Lars von Lackum, der Vorstandschef von LEG Immobilien, dem zweitgrößten Wohnungsunternehmen Deutschlands (170.000 Wohnungen), spricht im Handelsblatt über die Auswirkungen des Irankriegs auf den deutschen Wohnungsmarkt.
NIUS dokumentiert wichtige Aussagen.
Was der Irankrieg für den Immobilienmarkt bedeutet
„Zunächst ist es ein Schlag in die Magengrube. Der Transaktionsmarkt wird sicher einen Dämpfer erhalten. Als Unternehmen mit einem großen Anlagevolumen arbeiten wir natürlich auch mit Fremdkapital – und die Börse fürchtet jetzt Zinserhöhungen. Da werden wir in Sippenhaft genommen. Aber ausländische Investoren fragen mich in Terminen inzwischen primär, ob Deutschland den Rückweg in die Planwirtschaft und die Kollektivierung des Eigentums plant. Das stört den Glauben an Deutschland als sicheren Investitionsstandort nachhaltig.“
Werden wir dieses Jahr noch weniger Neubau sehen als ohnehin befürchtet?
„Es sieht ganz so aus. Alles wird noch schwieriger. Vor allem Projektentwickler leiden unter den massiven Preissteigerungen bei Baustoffen wie Zement oder Bitumen. Das zarte Pflänzchen steigender Baugenehmigungen wird sich nicht in höheren Fertigstellungszahlen niederschlagen, wenn die Baukosten die Zahlungsbereitschaft der Käufer und Mieter übersteigen.“
Was steigende Energiepreise für Mieter bedeuten
„Zusätzliche Belastungen lassen sich leider nicht ausschließen. Wir werden sicher nicht flächendeckend neue Gasheizungen einbauen, aber Hybridlösungen – also die Kombination aus Wärmepumpe und Gas für Spitzenlasten. Sie sind eine wichtige Brückentechnologie.“
Über möbliertes Wohnen
„Um es offen zu sagen: Es ist eine Schweinerei, wenn ein Apartment mit einem alten Ikea-Bett für 40 Euro pro Quadratmeter als möbliertes Wohnen vermietet wird. Dass die Politik in solchen Fällen eingreift, verstehe ich absolut. Bei der Indexmiete (eine besondere Mietform, bei der sich die Miethöhe an der Inflation und dem Verbraucherpreisindex orientiert, d. Red.) sehe ich es anders. Dort eine neue Regulierung vorzunehmen, nachdem es nach Jahren sehr niedriger Inflationsraten eine einmalige Inflationsspitze gab, halte ich für falsch.“
Die LEG hat 2025 ein Rekordergebnis erwirtschaftet – wird das 2026 so bleiben? „Nicht zu wachsen, hieße Rückschritt“, so von Lackum.
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Redaktion
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