LKW-Maut: Dieses Gesetz macht jedes Produkt im Supermarkt noch teurer
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- Die Bundesregierung plant eine höhere LKW-Maut, die voraussichtlich zu steigenden Transportkosten führt.
- Über 80 Prozent der Güter werden per LKW transportiert, wodurch Verbraucher mit höheren Preisen rechnen müssen.
- Für einen Vier-Personen-Haushalt könnten Mehrkosten von 350 bis 400 Euro jährlich entstehen.
Die geplante LKW-Mautreform der Bundesregierung sorgt wahrscheinlich für ein weiteres Antreiben der Preisentwicklung – auch für den Endverbraucher deutlich nach oben!
Der Joghurtbecher, die Kiste Wasser und der tägliche Einkauf sorgen nach Schätzungen für Mehrkosten von 350 bis 400 Euro im Jahr für einen Vier-Personen-Haushalt.

Ab 1. Dezember gilt die LKW-Maut sogar ab 3,5 Tonnen.
Der Verbraucher schultert die Kosten
Etwa 80 Prozent der Konsumgüter kommen aktuell über die Straße zum Kunden. Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), betont, dass die Mauterhöhung direkt an die Verbraucher weitergegeben wird. Der LKW transportiere das, was die Konsumenten brauchen. „Und eben diese Verbraucher werden auch die gestiegenen Kosten zusätzlich schultern müssen“, so Engelhardt.
Der Experte sieht, angesichts der hohen Inflation, diese Mehrbelastung zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt kommen.

Die LKW-Maut wird für Fahrten auf Bundesautobahnen und Bundesstraßen erhoben.
Das steckt hinter dem CO2-Aufschlag für die LKW-Maut
Der Bundestag berät am Donnerstag erstmals über einen Gesetzentwurf der Bundesregierung zur LKW-Maut. Zum 1. Dezember 2023 soll ein CO2-Aufschlag eingeführt werden. Emissionsfreie LKW, von denen es vergleichsweise wenige gibt, sollen bis Ende 2025 von der Maut befreit werden. Die LKW-Mautpflicht soll zudem von Juli 2024 an auch für Lastwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen gelten, bisher sind es 7,5 Tonnen. Handwerksbetriebe sollen ausgenommen werden.
Mit den Änderungen will die Ampel-Regierung Anreize setzen, auf emissionsärmere Fahrzeuge umzusteigen. Milliardenschwere Mehreinnahmen aus der LKW-Maut sollen zudem vor allem für die Schiene verwendet werden – das ist ein Kurswechsel, denn bisher werden die Mauteinnahmen für die Bundesfernstraßen verwendet.

Experten der Logistikbranche sehen die Erhöhung zu Zeiten der hohen Inflation als unpassend.
An die Konsequenzen für die Bürgerinnen und Bürger scheint die Regierung nicht zu denken. Im Gesetzentwurf heißt es, die Mautkosten machten nur einen geringen Anteil der Transportkosten aus. Die Auswirkungen auf das Verbraucherpreisniveau seien daher „marginal“.
Diese Mehrkosten kommen auf uns zu
Der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels befürchtet, dass einige Unternehmen die höhere Maut zwar erst verspätet, dafür aber deutlich auf ihre Verkaufspreise aufschlagen werden. Das Ausmaß des Preisschubs hänge von der Fahrstrecke ab. Die Mehrkosten bewegten sich im mehrstelligen Centbereich je Getränkekasten. „Die höhere Maut trifft den klimafreundlichen Mehrwegkasten doppelt: Auf der Hinfahrt und auf der Rückfahrt“, sagt der Geschäftsführende Vorstand Dirk Reinsberg.
Das gemeinsame Logistikunternehmen der Bierhersteller Radeberger Gruppe und Veltins schätzt, dass durch die neue Maut ein Getränke-Mehrwegkasten mit 20 Halbliterflaschen in Deutschland – je nach Hersteller und Entfernung zum Absatzgebiet – bis zu 50 Cent mehr kosten werde.

Nach Schätzungen könnte etwa ein Kasten Radeberger Bier rund 50 Cent teurer werden.
Markus Rütters, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Getränke-Logistik, sagte: „Die offensichtliche Steuererhöhung unter dem Deckmäntelchen einer CO2-Abgabe kommt angesichts der Inflationsraten zu einer Unzeit, zumal kein Lkw durch diese fiskalische Maßnahme weniger CO2 ausstößt.“
Tatsächlich seien die Voraussetzungen für E-Mobilität seitens der Nutzfahrzeugindustrie überhaupt noch nicht gegeben. „Schon jetzt ist absehbar, dass die Mehrbelastung durch die Mauterhöhung allein in unserem Haus einen hohen einstelligen Millionenbetrag beträgt, der über bestehende Verträge an die Kunden weitergereicht werden muss.“
Aus Sicht des Handelsverbands Deutschland (HDE) fehlt derzeit für einen flächendeckenden Austausch der konventionellen Lkw das Angebot an praxistauglichen Fahrzeugen. Der HDE-Abteilungsleiter Logistik, Ulrich Binnebößel, sagte, den Unternehmen bleibe daher nichts anderes übrig, als mit den vorhandenen Fahrzeugen die steigenden Kosten durch die Maut in Kauf zu nehmen und weiterzugeben.
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