Manager-Legende Kurt Lauk zum Verbrenner-Aus: China übernimmt Europa
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Bei der Frage, wer den globalen Automobilmarkt in Zukunft beherrschen wird, geht es um mehr als „nur“ Klima und Umwelt. Es geht auch um unseren Wohlstand und strategische Abhängigkeiten Europas.
Das Verbrennerverbot führt bei uns zur schrittweisen Vernichtung einer hocherfolgreichen Industrie, die maßgeblich für den Aufbau des Wohlstands in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg war. Auf der anderen Seite des Globus reiben sich die Chinesen nun die Hände. Denn sie verfügen über genau die Rohstoffe, die unsere Autohersteller und Zulieferer in Zukunft zwingend brauchen, wenn sie als Unternehmen überhaupt noch eine Rolle auf der Welt spielen wollen.
Wir müssen uns klar vor Augen führen: China beherrscht schon heute 80 Prozent des Marktes für Batterien!
Unser Wettbewerbsvorteil beim Verbrenner-Motor wird also eingetauscht gegen eine immer dramatischere Abhängigkeit von China. Das gilt übrigens auch für die Energieversorgung. Der globale Marktanteil Chinas bei der Produktion von Material und Technik für die Windräder beträgt 60% und bei der Solarenergie sogar 80 Prozent.
Im Klartext: Die Politik verkündet öffentlich, wir müssten die Abhängigkeit insbesondere von China verringern. Und sie macht hinter den Kulissen exakt das Gegenteil! Gleichzeitig beherrschen die Chinesen gemeinsam mit der anderen globale Supermacht USA auch den zweiten Rohstoff, der für die Mobilität der Zukunft entscheidend ist: Daten! Wenn wir Europäer Glück haben, dürfen wir für das Auto der Zukunft noch ein paar Restkomponenten liefern. Zum Beispiel Design. Und die Strahlkraft unserer Marken – die aber auch endlich sein dürfte.
Das fatale Verbrennerverbot hat auch eine soziale Komponente: Ein Elektroauto ist viel teurer als ein Benziner oder Diesel-Fahrzeug. Unter 40.000 Euro ist es faktisch nicht zu haben – zumindest nicht, wenn man mehr als 200 Kilometer zurücklegen will, ohne nervös auf den Batteriestand zu schielen. Für junge Familien, die mit ihrem Auto einen Wochenendausflug machen oder in den Urlaub fahren wollen, bedeutet das: Mobilität wird für sie dramatisch teurer. Für nicht wenige wird sie sogar unerschwinglich. Mit anderen Worten: Autofahren wird wieder wie ein Privileg der Wohlhabenden und Reichen – wie in der Zeit vor der Einführung des legendären VW-Käfers.

In die Jahre gekommen: der VW-Käfer
Wenn es aber einem Land gelingen sollte, E-Autos zu niedrigeren Preisen zu produzieren, dann wird dies einzig und alleine das „Reich der Mitte“ sein. Chinesische Hersteller wie BYD fangen bereits jetzt an, Fahrzeuge mit Elektroantrieb nach Europa zu liefern. Darunter werden vor allem Massenhersteller wie Volkswagen zu leiden haben – mit entsprechenden negativen Folgen für Arbeitsplätze, Wohlstand und Steuereinnahmen.
Es hat einen Grund, warum Audi, eine Konzerntochter von VW, seine kleineren Modelle A3 und A4 in Zukunft offenbar beim chinesischen Unternehmen SAIC bauen wird.
Umgekehrt ist auf dem globalen Automarkt ein neuer Trend erkennbar, der uns umso mehr alarmieren muss: Chinesische Hersteller beginnen damit, gezielt europäische Dieseltechnologie aufzukaufen. Denn die Strategen in diesem auch flächenmäßig riesigen Land wissen eines ganz genau: Ein E-Motor eignet sich für die Stadt. Aber sicher nicht, um weite Strecken zwischen Städten oder auf dem Land zurückzulegen. Das wird auch in weiter Zukunft nur ein effizienter, verbrauchsarmer Verbrenner-Motor schaffen – so wie ihn die Deutschen perfektioniert haben und nun aus freien Stücken verbieten.
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Werk des chinesischen Autoherstellers BYD
Es sollte uns nicht verwundern, wenn in Zukunft chinesische Autohersteller bald moderne Diesel-Motoren zum Verkauf anbieten. Nicht in Europa. Aber in anderen Regionen der Welt, die den Verbrenner aus guten Gründen nicht verbieten. Mercedes-Benz, so ist zu hören, plant derzeit, gemeinsam mit seinem Partnerunternehmen BYD ein Verbrennermotorenwerk aufzubauen – in China!
Eines ist sicher: Unsere Kinder und Enkel werden fassungslos auf die Entscheidungen ihrer Eltern und Großeltern zurückblicken.
Kurt Lauk war Vorstandsmitglied in mehreren Energieunternehmen, unter anderem bei der VEBA (heute E.ON). Er war Vorstandsmitglied bei Daimler und bei Audi.
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Kurt Lauk
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