Maschinenbau-Barometer: Auslastung in Deutschland historisch niedrig
Ein Beitrag von
Kostendruck, teure Rohstoffe und schwache Nachfrage: Mehr als die Hälfte der Maschinenbau-Manager sieht schwarz. Die Auslastung der Industrie ist auf einem historischen Tiefpunkt.
Für den deutschen Maschinenbau werden die Aussichten noch trüber. Inzwischen schaue mehr als jede zweite befragte Führungskraft aus dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau pessimistisch auf die deutsche Konjunktur, heißt es im Maschinenbau-Barometer der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC für das vierte Quartal 2025. Nur noch 14 Prozent rechneten mit einem Wirtschaftswachstum. Im dritten Quartal hatte der Anteil der Optimisten noch bei 20 Prozent gelegen. Der Anteil der Pessimisten wuchs von 47 auf 59 Prozent.
Für das Stimmungsbarometer befragte PwC 150 Führungskräfte aus dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Dort geht die Produktion seit drei Jahren zurück, erst für nächstes Jahr rechnet der Branchenverband VDMA wieder mit einem leichten Produktionsanstieg um 1 Prozent.

Zum vierten Mal geht die Branche mit einer negativen Umsatzprognose ins neue Jahr.
Von den von PwC befragten Entscheidern sagt für 2026 nur ein Drittel ein Umsatzwachstum voraus. Die Mehrheit erwartet eine Schrumpfung. Im Schnitt rechnen die Manager mit einem Umsatzrückgang von 2,8 Prozent im Vergleich zu 2025.
Auslastung unter kritischer Marke
Tatsächlich stottert die Produktion im deutschen Maschinen- und Anlagenbau erheblich. „Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung der Unternehmen liegt mit 81 Prozent weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau. Jedes dritte Unternehmen erreicht nicht einmal eine Auslastung über der 80-Prozent-Marke. Lediglich noch jedes fünfte Unternehmen arbeitet am oberen Kapazitätslimit – das sind rund 20 Prozentpunkte unter dem Schnitt aller bisherigen Erhebungswellen“, schreiben die Analysten.

Deutsche Maschinen sind nicht mehr so gefragt wie einst.
Vierte Negativprognose in Folge
Ausgebremst würden die meisten Maschinenbauer von einem zunehmenden Kostendruck, heißt es in der Studie. Diesen Grund nennen 83 Prozent der befragten Manager. Zu weiteren wichtigen Gründen zählten die politische Lage im Ausland (78 Prozent) und eine schwache Nachfrage (71 Prozent).
Kosten für Personal und Rohstoffe steigen
Fast zwei Drittel der Führungskräfte befürchteten einen Anstieg der Personalkosten, etwas weniger nannten höhere Kosten von Rohstoffen und Vorprodukten. Im Schnitt erwarten sie 2026 einen Anstieg der Personalkosten um 4,7 Prozent. Rohstoffe dürften sich nach ihrer Einschätzung um 5,2 Prozent verteuern.
Mit einem Anstieg der Energiepreise rechnet hingegen nur ein Drittel der Befragten. Nach Einschätzung der Studienautoren wirken sich hier der Industriestrompreis sowie das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität positiv aus.
Mehr NIUS:
Minusgrade im ganzen Land: Gasspeicher leeren sich so schnell wie nie
Mehr NIUS:
DIHK warnt vor nächster Gefahr für die Wirtschaft: Energiedeckel gefährdet Millionen Jobs
Arla übernimmt größte deutsche Molkerei: Milram wird dänisch
Interne Prognose: Bundesagentur für Arbeit mehr als fünf Milliarden Euro im Minus
Hightech wird um Deutschland herum geboren
Wirtschaftsrat-Boss warnt: „Deutschland fährt auf Verschleiß“
Europa hat ein Gründerproblem: Brüssel plant neue Rechtsform „EU Inc.“
Arbeitslosenquote sank im Mai nur um 0,1 Prozentpunkte
Krise in der Autoindustrie: Deutsche Zulieferer müssen Standorte schließen
Mehr NIUS:
Hightech wird um Deutschland herum geboren
Wirtschaftsrat-Boss warnt: „Deutschland fährt auf Verschleiß“
Europa hat ein Gründerproblem: Brüssel plant neue Rechtsform „EU Inc.“
Arbeitslosenquote sank im Mai nur um 0,1 Prozentpunkte
Krise in der Autoindustrie: Deutsche Zulieferer müssen Standorte schließen
US-Unternehmen Nvidia wertvoller als alle deutschen Firmen zusammen
Metallindustrie-Präsident Dinglreiter: „Die Lage ist dramatisch“
Wirtschaftsweisen halbieren Wachstums-Prognose auf 0,5 Prozent
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare