Milliarden-Subvention „Resilienzbonus“: Deutsche Solar-Riesen stellen sich gegen Grünen-Plan
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Mehrere große deutsche Solar- und Energiewende-Unternehmen stellen sich vehement gegen einen Subventions-Plan der Grünen Partei. Sie wollen keinen „Resilienzbonus“, also einen Sonderzuschuss mit Steuergeld, für Solarmodule, die in Deutschland und Europa produziert werden. Das ist aber der Plan von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).
Habeck will Solarhersteller, die in Deutschland produzieren, gegen Konkurrenz – vor allem aus China – schützen. „Solarprodukte aus Deutschland erfüllen Ansprüche, die andere nicht erfüllen. Zum Beispiel verzichten Hersteller in Deutschland oft auf Giftstoffe oder haben einen hohen Wirkungsgrad“, hatte Habeck dem RND gesagt. Und weiter: „Wer so einen Unterschied macht und zur Resilienz beiträgt, sollte dafür belohnt werden. Deshalb möchte ich, dass wir eine Pilotausschreibung für eine Art Resilienzbonus ermöglichen.“
Der Grünen-Plan: Wer ein Solarmodul „Made in Germany“ kauft, bekommt eine höhere Einspeisevergütung, die einen höheren Kaufpreis rechtfertigen könnte. Die Subvention soll über eine Laufzeit von 20 Jahren mehrere Milliarden Euro verschlingen.
Solar-Unternehmer: „Weniger, nicht mehr Subventionen“
Philipp Schröder, Gründer und Chef von „1Komma5Grad“, dem am schnellsten wachsenden Energiewende-Startup Europas, ist komplett anderer Meinung: „Die Branche braucht weniger Subventionen, nicht mehr.“ Andere Solar-Riesen wie Enpal, Energiekonzepte Deutschland und Zolar stellen sich hinter die Ablehnung gegen den „Resilienzbonus“.

„1Komma5Grad“-Gründer Philipp Schröder
Schröder spricht von „wohlmeinenden und klugen, aber falsch informierten Politikern“, die von einem Teil der Solarlobby mit Begriffen wie Klimaschutz, Patriotismus und Industriestandort-Rethorik geködert würden. Schröder weiter: „Subventionen in dieser Form würden nur einzelnen Firmen kurzfristig helfen, während der nachhaltige Aufbau einer Solarmodul-Industrie in Deutschland sogar eingebremst werden würde. Der Bonus würde quasi zu einem Monopol einzelner Hersteller führen.“
Deshalb gibt es nun Krach im Bundesverband Solarwirtschaft!
Der Verband spricht sich klar für die Milliarden-Förderung aus, Schröder und seine Mitstreiter sehen darin jedoch eine Subvention, die auf sehr wenige Unternehmen beschränkt ist und somit dem fairen Wettbewerb in Deutschland auf Kosten der Steuerzahler schade. Deshalb hat „1Komma5Grad“ den Verband nun mit einem Knall verlassen. „In den Hinterzimmern des Bundesverbands für Solarwirtschaft ist eine Dynamik entstanden, die wir als 1Komma5Grad nicht mehr länger mittragen“, schreibt der Solar-Unternehmer bei LinkedIn.
Dass die Grünen den „Resilienzbonus“ unbedingt wollen, machte Fraktions-Vize Andreas Audretsch vor kurzem in einem Interview mit der taz deutlich: „Die Solarindustrie ist eine der ganz großen Zukunftsindustrien. In wenigen Jahren wird sie weltweit eine größere Relevanz haben als die Autoindustrie. Wenn Deutschland Teil dieser Entwicklung sein will, muss die Solarindustrie hier eine Zukunft haben. Deswegen ist es wichtig, dass wir für die Förderung der Produktionskapazitäten Geld im Klima- und Transformationsfonds bereitgestellt haben.“
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