Neue alarmierende Zahlen: So schlecht geht es der deutschen Wirtschaft
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Deutschlands 40 größte börsennotierte Konzerne melden 19 Prozent Kurszuwachs. Doch Optimismus ist nicht angebracht: Denn die Dax-Konzerne erwirtschaften vier von fünf Euro im Ausland und spiegeln damit nicht die deutsche Wirtschaft wider. Im Heimatmarkt setzt sich der Abschwung unvermindert fort. Das belegen bisher unveröffentlichte Zahlen, über die das Handelsblatt berichtet. Demnach schrumpfte der Umsatz deutscher Industrieunternehmen im dritten Quartal um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 525 Milliarden Euro. Das stärkste Umsatzminus unter den größten Branchen verzeichnete die Autoindustrie mit 3,2 Prozent.
Im Vergleich zum dritten Quartal 2022 setzten die Firmen 6,2 Prozent weniger um. Seit dem dritten Quartal 2023 sinken die Erlöse der deutschen Industrie in jedem Drei-Monats-Zeitraum.
Basis für die Erhebung sind Rohdaten des Statistischen Bundesamts, die von der Unternehmensberatung EY ausgewertet wurden. Es geht um Firmen mit mindestens 50 Beschäftigten – das sind rund 22.000. „Die Industrierezession hält an, eine Trendwende ist nicht in Sicht“, sagt Jan Brorhilker, Mitglied der Geschäftsführung bei der Unternehmensberatung EY.
„Von der Hoffnung auf einen kurzfristigen Effekt ist nichts übrig geblieben“
Die Gründe für die Krise sind vielfältig: Eine chronisch schwache Inlandsnachfrage geht mit mangelnden Investitionen einher. Hohe Energiepreise und Lohnnebenkosten, Handelsbarrieren durch Zölle und der schärfere Wettbewerb setzen den Unternehmen zu. Impulse aus dem 500 Milliarden Euro schweren Investitionsprogramm der Bundesregierung kann Brorhilker nicht sehen. „Von den Hoffnungen auf einen kurzfristigen konjunkturellen Effekt ist wenig übriggeblieben.“
Die Probleme werden verstärkt, dass auch in China – der zweiten wichtigen Absatzregion für deutsche Unternehmen nach den USA – die Umsätze unter Druck sind. Ausfuhren dorthin sanken im dritten Quartal um acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. China belegt nur noch den achten Rang unter den Exportmärkten. Vor fünf Jahren war das Land noch der zweitwichtigste Exportmarkt.
Am härtesten trifft es die Autoindustrie: Im Jahresvergleich schrumpfte die Beschäftigung um 6,3 Prozent und damit stärker als in jeder anderen Industriebranche. 48.800 Jobs fielen weg. Im Vergleich zu 2019 sank die Zahl der Stellen um 112.000, das sind 13 Prozent. Damit ist in den letzten sechs Jahren fast jeder siebte Job in der Autoindustrie weggefallen.
Abgesehen von der Nahrungsmittelindustrie, wo die Beschäftigtenzahl im dritten Quartal binnen eines Jahres um 1,8 Prozent auf 510.500 gestiegen ist, gibt es in allen anderen großen Branchen Rückgänge. „Der Stellenabbau in der deutschen Industrie ist noch nicht abgeschlossen“, sagt Brorhilker. „Das gilt vor allem für die Autoindustrie.“
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