Neue dramatische Zahlen: Wirtschaft auf dem Weg in die Rezession
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Die deutsche Wirtschaft schrumpft weiter, wie das Handelsblatt berichtet. Nach Prognosen des Handelsblatt Research Institute (HRI) wird der staatliche Konsum im laufenden Jahr 1,3 Prozent zwar zulegen, was – isoliert betrachtet – für die gesamtwirtschaftliche Leistung ein Plus von immerhin 0,3 Prozent bedeuten würde. Tatsächlich aber dürfte die Wirtschaftsleistung laut der aktuellen HRI-Analyse weiter schrumpfen – wie schon im Vorjahr.
Für eine wachsende Volkswirtschaft fehlen die wichtigen privaten Investitionen. Oder es wird gleich im Ausland investiert. Heute unterlassene Investitionen gefährden die Arbeitsplätze von morgen, schreibt das Handelsblatt. Bereits jetzt vergehe kaum eine Woche, ohne dass nicht ein Industriekonzern Personalabbau ankündigt. In der Industrie und im Baugewerbe erwartet das Forschungsinstitut des Bundesamtes für Arbeit (IAB) Beschäftigungsabbau.

Eine der vielen Schock-Meldungen der jüngsten Zeit: VW plant, in Deutschland 30.000 Stellen zu streichen.
Standbein Export bricht weg
Ein Fünftel aller Jobs hängt direkt oder indirekt am Export; ein Drittel der Wohlstandsgewinne der vergangenen Dekaden war auf den Außenhandel zurückzuführen, schätzt die Commerzbank. Doch dieses Standbein bricht gerade weg. Die Industrieproduktion liegt derzeit auf dem Niveau des Frühjahrs 2010. Da die Auftragseinträge weiter sinken, schmilzt der Auftragsbestand kontinuierlich. Und die Aussichten bleiben trist. Zu Beginn der vergangenen Woche rutschten die Einkaufsmanager-Indizes für Deutschland weiter ab. Der Index für die Dienstleister sank auf ein Sechs-Monats-Tief, der für die Industrie sogar auf ein Zwölf-Monatstief. „Optimismus gehört der Vergangenheit an. Die Industrieunternehmen sind geradezu in einer depressiven Stimmung“, kommentierte Cyrus de la Rubia, Chefökonom der Hamburger Commercial Bank.
Große Sorge vor Steuerschätzung
Schrumpfende Privatwirtschaft, expandierender Staatssektor – ist das das neue Geschäftsmodell des einstigen Exportweltmeisters Deutschland? Fast hat es den Anschein. Die preisbereinigten Konsumausgaben der privaten Haushalte waren im zweiten Quartal 2024 gut drei Prozent niedriger als im Schlussquartal 2019, während der Staatskonsum im selben Zeitraum fast sieben Prozent zulegte. Der Steuerschätzung Anfang November dürften die Ampelspitzen wohl mit großer Sorge entgegensehen. Das Loch im Etat droht zu wachsen. Finanzminister Christian Lindner hat recht: Deutschland steht vor einem „Herbst der Entscheidungen“.
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