Schwache Nachfrage nach E-Autos: VW baut Stellen im Osten ab
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Einst als Vorreiter der Elektromobilität gefeiert, hat sich die Lage für Volkswagens E-Auto-Fabrik in Zwickau getrübt. Weil die Nachfrage stottert, müssen nun mehrere Hundert Mitarbeiter gehen – auch weil die interne Konkurrenz an anderen Standorten wächst.

In dem VW-Werk Zwickau werden VW ID.3, ID.4, ID.5 und der Audi Q4 e-tron sowie der Cupra Born produziert.
Volkswagen baut Hunderte Stellen in seiner E-Auto-Fabrik in Zwickau ab. 269 befristete Verträge, die nach zwölfmonatiger Laufzeit in Kürze auslaufen, würden nicht verlängert, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach einer Betriebsversammlung mit. Auch der Schichtbetrieb müsse voraussichtlich angepasst werden. Das konkrete Vorgehen werde in den nächsten Tagen mit dem Betriebsrat abgestimmt.

Konkurrenz gibt es nicht nur auf dem Weltmarkt: Auch die VW-Standorte Emden und Chattanooga (USA) sind in die Produktion des ID.4 eingestiegen.
Als Grund wurde „die aktuelle Marktsituation“ genannt. Angesichts hoher Inflation und zurückgehender Kaufprämien halten sich Kunden bei Elektroautos zurück. In Zwickau werden ausschließlich E-Autos gebaut für Volkswagen, Audi und Cupra (vorher Seat). Befürchtet wird, dass weitere befristet Beschäftigte – derzeit sind es den Angaben zufolge etwa 2200 – ein ähnliches Schicksal trifft und ihr Vertrag nicht verlängert wird.
„Volkswagen ist vom Weg in die Elektromobilität weiterhin zu 100 Prozent überzeugt“, sagte ein Sprecher. Eine Kurskorrektur sei nicht geplant. Auf der Betriebsversammlung sei klargestellt worden, dass das Zwickauer Werk nicht zur Disposition stehe und dort weiter investiert werde. Es war bisher Vorreiter der Elektromobilität im Unternehmen.

Ein VW-Sprecher gibt zum geplanten Stellenabbau vor den Werkstoren ein Statement ab.
Trotz schleppender Auslastung des Werks soll die Produktion des Audi Q4 e-tron und des ID.3 auf andere Standorte ausgeweitet werden. „Wir werden den Q4 e-tron ab Ende 2023 auch in Brüssel produzieren – zusätzlich zur Fertigung in Zwickau“, sagte eine Audi-Sprecherin. Ein eigenartiger Schritt, die Produktion auf mehrere Standorte zu verteilen, wo doch in Zwickau die Auslastung nicht auf dem gewünschten Niveau sei.
Der ID.3 soll ab Herbst auch in Wolfsburg vom Band laufen, zunächst in kleinen Stückzahlen. Die Teile für die Endmontage werden zunächst aus Sachsen geliefert, im kommenden Jahr ist dann die Vollproduktion in Wolfsburg geplant.

Am VW-Standort Zwickau arbeiten insgesamt etwa 10.700 Menschen.
Geringe Auslastung in Zwickau hausgemacht
Ursprünglich waren alle sechs Modelle von VW, Audi und Cupra, die in Zwickau gebaut werden, ausschließlich dort produziert worden. Auch den US-Markt hatte VW zunächst von Sachsen aus bedient und den ID.4 per Schiff nach Amerika gebracht. Das hatte die damals ohnehin langen Lieferzeiten für die E-Autos noch vergrößert. Inzwischen baut VW die Fahrzeuge für den US-Markt in Chattanooga (Tennessee), wo im Oktober 2022 die Produktion des Modells angelaufen ist. Der Export aus Zwickau wurde daraufhin eingestellt.

Der letzte Verbrenner war 2020 in Zwickau vom Band gelaufen.
Bereits im Mai 2022 war der ID.4 auch in Emden angelaufen. Und das zweite E-Modell von Cupra, das ID.5-Schwestermodell „Tavascan“, hatte der Konzern Ende 2022 nach China vergeben. Die Standortentscheidung hatte VW damit begründet, dass die Kapazität in Zwickau für das weitere Modell nicht ausgereicht hätte. Man meint es mit Zwickau also ernst, schließlich ist der ostdeutsche Standort „Vorreiter der Elektromobilität“.
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