Trauriges 2025: Insolvenzen steigen in Rekordhöhe
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Deutschland erwartet in diesem Jahr 25 bis 30 Prozent mehr Insolvenzen als 2024 – ein Niveau, wie es die Bundesrepublik zuletzt in der Finanzkrise 2009 erlebt hat. Das berichtet das Handelsblatt nach einer Auswertung der Restrukturierungsberatung Falkensteg für die Zeitung.
Dabei war die Zahl der Großinsolvenzen erst 2024 sprunghaft um 30 Prozent angestiegen. 364 Unternehmen mit mehr als zehn Millionen Euro Umsatz mussten Insolvenz anmelden. Das sind deutlich mehr als im ersten Jahr der Coronapandemie 2020, als 292 große Firmen pleitegingen. In Deutschlands Schlüsselindustrien nehmen die Existenzsorgen zu. Das sind vor allem Autozulieferer und Maschinenbauer, die Bauwirtschaft, aber auch im Gesundheitswesen erwarten Branchenkenner mehr Insolvenzen.
„Wir haben uns zu lange ausgeruht“
Die Pleiten legen die Probleme der heimischen Wirtschaft offen. „Im Automobilbereich und in anderen energieintensiven Sektoren funktionieren die Geschäftsmodelle nicht mehr“, sagt der Düsseldorfer Insolvenzverwalter Dirk Andres. „Wir haben uns zu lange auf unserem Status ausgeruht.“
Autozulieferer sind im neuen Jahr so insolvenzgefährdet wie keine andere Branche, sagen Restrukturierungsexperten in einer Umfrage der Beratung Struktur Management Partner. Schon 2024 war fast jede sechste Großinsolvenz in Deutschland ein Autozulieferer. Experten zufolge sinkt die Zahl von heute 270.000 Angestellten in der Branche auf 200.000 bis 2030. Denn deutsche Autobauer haben vor allem in Zukunftsmärkten wie China Absatzprobleme. In den vergangenen 25 Jahren ist die Autoproduktion hierzulande um ein Viertel gesunken.
Die Autokrise schlägt auch auf den Maschinenbau durch. Falkensteg zählte hier vergangenes Jahr 33 Prozent mehr Insolvenzen. Im Dezember traf es den schwäbischen Maschinenbauer Manz und seine 1200 Beschäftigten. „Deutsche Maschinen galten lange als Spitzentechnologie“, sagt Falkensteg-Experte Eckardt. „Doch der Rest der Welt hat längst aufgeholt und kann ein ähnliches Qualitätsniveau zu einem deutlich besseren Preis bieten.“ Selbst Weltmarktführer sind dabei nicht vor Pleiten gefeit: Im Sommer traf es zum Beispiel den Heilbronner Maschinenbauer Illig, der Verpackungssysteme für Lebensmittel herstellt. Rund 200 der 500 Arbeitsplätze werden abgebaut. Die Firma leidet seit der Pandemie unter einer sinkenden Nachfrage.

Insolvenzverwalter Dirk Andres
Pleitewelle begann mit René Benko
Weil viele Immobilienfirmen Pleite gegangen sind, wird im neuen Jahr die Baubranche noch stärker in Bedrängnis geraten. 2024 zählte Falkensteg im Hochbau 29 Großinsolvenzen, 53 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Betroffen war unter anderem die Gröner Group, eine der prominentesten Baufirmen Deutschlands. Hohe Zinsen, gestiegene Baukosten und Lieferengpässe lassen die Nachfrage einbrechen. Im neuen Jahr dürften laut Branchenverband nur etwa 220.000 Wohnungen gebaut werden – dabei hatte die Ampelregierung 400.000 angestrebt. Die Pleitewelle begann 2023, als die Firmen des Unternehmers René Benko zahlungsunfähig wurden.
Im Gesundheitswesen gab es im vergangenen Jahr 23 Insolvenzen großer Betreiber. Zwei Drittel der Kliniken erwarten laut Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG), dass sich ihre wirtschaftliche Situation weiter verschlechtert. Dabei gingen schon 2024 fast 80 Prozent der Krankenhäuser von einem negativen Jahresergebnis aus. Auch Pflegeeinrichtungen drohen insolvent zu werden, weil ihnen der Mangel an Pflegekräften zusetzt. Schätzungen zufolge fehlen rund 130.000 Fachkräfte, in zehn Jahren könnten es 350.000 sein.
Fazit: Es sind trübe Aussichten, die Deutschland in diesem Jahr erwartet – leider!
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