Trotz Dauer-Versagen und Rekord-Verlusten: Bahn zahlt Ex-Vorständen Millionen-Abfindungen
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Die Deutsche Bahn steckt seit Jahren in einer schweren Krise: verspätete Züge, marode Infrastruktur und hohe Verluste. Dennoch erhalten mehrere ehemalige Vorstände nach ihrem Ausscheiden Millionenabfindungen. Nach Informationen der Bild summieren sich die Zahlungen an vier im Jahr 2025 ausgeschiedene Manager auf insgesamt 11,3 Millionen Euro.
Der frühere Vorstandsvorsitzende Richard Lutz musste im Herbst seinen Posten räumen. Für sein vorzeitiges Ausscheiden erhält er laut Bericht eine Abfindung von 3,4 Millionen Euro.
Auch Daniela Gerd tom Markotten, früher Digital-Chefin der Bahn, musste den Konzern verlassen. Ihr Bereich wurde vollständig aufgelöst. Trotz des angekündigten Sparkurses erhält sie eine Abfindung von 2,9 Millionen Euro.

Daniela Gerd tom Markotten: Ihr gesamter Bereich wurde weggespart, sie bekommt aber noch 2,9 Millionen Euro als Trostpflaster von der Bahn.
Sigrid Nikutta, die bis 2025 die Güterverkehrssparte DB Cargo leitete, bekam ebenfalls eine Abfindung. Sie hatte die Sparte mit hohen Verlusten geführt. Ihr stehen rund 2,5 Millionen Euro zu.

Sigrid Nikutta fuhr vor allem Verluste für DB Cargo ein – wird aber mit 2,5 Millionen Euro Abfindung nach Hause geschickt.
Die gleiche Summe erhält Berthold Huber (62). Er war als Infrastrukturvorstand für das Schienennetz verantwortlich, bei dessen Sanierung es jahrelang kaum Fortschritte gab. Auch er verließ den Konzern mit einer Abfindung von etwa 2,5 Millionen Euro.
Ein Bahnsprecher erklärte auf Anfrage der Zeitung, zu Personal- und Vertragsfragen äußere sich das Unternehmen grundsätzlich nicht. Weitere Details sollen im Geschäftsbericht für 2025 veröffentlicht werden, der Ende März erscheinen soll.
Aktueller Personal-Skandal könnte richtig teuer werden
Hintergrund der hohen Zahlungen sind laufende Vorstandsverträge, die teilweise noch bis 2027 gültig waren. Werden solche Verträge vorzeitig beendet, steht den Betroffenen nach geltendem Recht eine Entschädigung zu – in der Regel in Höhe von bis zu zwei Jahresgehältern.

Kam im Januar 2026 als neuer Finanzvorstand und verließ das Unternehmen bereits wieder im März. Das Verhältnis zu den Kollegen soll „völlig zerrüttet“ sein.
Für die Bahn sind die Abfindungen ein zusätzlicher finanzieller Faktor in einer ohnehin angespannten Lage. Die neue Vorstandschefin Evelyn Palla (53), seit 1. Oktober im Amt, hat einen harten Sparkurs angekündigt und plant unter anderem, jedes dritte Managementbüro abzubauen.
Ein weiterer Fall könnte zusätzliche Kosten verursachen: Finanzvorstand Karin Dohm trat ihr Amt erst im Januar 2026 an, musste den Konzern aber bereits im März wieder verlassen. Nach Branchenangaben soll das Verhältnis zum übrigen Vorstand schon nach wenigen Monaten „völlig zerrüttet“ gewesen sein. Da ihr Vertrag ursprünglich für mehrere Jahre ausgelegt war, könnte auch ihr eine umfangreiche Entschädigung zustehen.
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