Trotz hoher Zinsen: Darum setzen Anleger auf Gold und Bitcoin
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In weiten Teilen der Welt sind die Zinsen innerhalb der letzten 18 Monaten so schnell gestiegen wie selten zuvor. Typischerweise sind hohe Zinsen eine schlechte Nachricht für den Gold- und den Bitcoin-Preis. Dennoch ist der Gold-Preis in Euro auf einem Allzeithoch und der Bitcoin-Preis hat sich in diesem Jahr mehr als verdoppelt.
Warum also trotzen Gold und Bitcoin den hohen Zinsen?
Wenn Zinsen bei 0 Prozent liegen, dann ist der Zinsertrag genauso hoch wie der einer Goldmünze oder von einem Bitcoin. Wenn jedoch das Zinsniveau steigt, dann steigen auch die Opportunitätskosten der Goldhaltung oder des Bitcoinbesitzes. Ein Goldstück gibt eben keine kleinen Goldstückchen als Zinsen aus. Ähnlich sieht es beim Bitcoin aus.
Aus diesem Grund gibt es eine logische Verknüpfung zwischen höheren Zinsniveaus und gedämpften Preisen von Vermögenswerten wie Gold oder Bitcoin. Dennoch stellen wir derzeit fest, dass beide Vermögenswerte sich gut entwickeln – obwohl weltweit das Zinsniveau stark angestiegen ist.

Goldpreis in Euro (Quelle: Finanzen.net)
Geopolitische Risiken und steigende Goldpreise
Der Preis von Vermögenswerten wie Gold oder Bitcoin wird allerdings nicht nur durch das Zinsniveau bestimmt. Klassischerweise steigt der Gold-Preis bei einer Zunahme von geopolitischen Risiken. Davon gibt es mittlerweile einige: Krieg in der Ukraine, Krieg im Nahen Osten, Spannungen zwischen den USA und China und zahlreiche andere Konflikte.

Der Kauf von westlichen Staatsanleihen wird mittlerweile als ein politisches Risiko bewertet, es wird so viel Gold von den Zentralbanken angekauft wie lange nicht mehr. Folge: der Gold-Preis steigt.
Insbesondere seit dem Krieg in der Ukraine können wir feststellen, dass neben dem Zinsniveau auch der Gold-Preis auf sehr hohe Niveaus gestiegen ist. Das hat einen Grund: Die westlichen Staaten – die USA, die EU, das UK und Japan – haben dem russischen Staat den Zugriff auf seine Währungsreserven in US-Dollar, Euro, britischem Pfund und japanischen Yen notierenden Staatsanleihen gesperrt.
Das führte dazu, dass andere Staaten – beziehungsweise Zentralbanken – den Kauf oder Besitz von ausländischen Staatsanleihen als Währungsreserven reduziert haben und zunehmend Gold gekauft haben. Tatsächlich wurde im vergangenen Jahr so viel Gold von den Zentralbanken weltweit gekauft wie seit vielen Jahrzehnten nicht mehr. Der Kauf von westlichen Staatsanleihen wird in Teilen der Welt mittlerweile als ein politisches Risiko bewertet.
Adaptionsprozess des Bitcoins beschleunigt sich
Klassischerweise deutlich volatiler als Gold ist das sogenannte „digitale Gold“, der Bitcoin. In diesem Jahr stieg der Preis um mehr als 100 Prozent.
Ebenso wie Gold wird Bitcoin als eine Alternative zum traditionellen Finanzsystem gesehen. Daher kann man sicherlich aus der Entwicklung des Bitcoin-Kurses auch das Vertrauen in das aktuelle Finanzsystem ablesen.
Andererseits gibt es auch einen ganz handfesten Grund für die Preisverdopplung. Der weltweit größte Vermögensverwalter „BlackRock“ möchte einen Bitcoin-ETF auf den Markt bringen. Damit wäre Bitcoin auch an traditionellen Börsen handelbar und insbesondere für institutionelle Anleger leichter investierbar.
Alleine in der 4. Oktoberwoche flossen über 300 Millionen US-Dollar in Krypto-Assets, davon 296 Millionen US-Dollar in Bitcoin.

Das wöchentliche Crypto-Transaktionsvolumen. (Quelle: Bloomberg)
Bitcoin als Qualitätsanlage
Der CEO von BlackRock, Larry Fink, machte zuletzt Schlagzeilen, als er den Anstieg des Bitcoin-Kurses als eine Flucht in den sicheren Hafen bezeichnete. In jedem Falle verbindet Bitcoin und Gold das Misstrauen der Anleger in (geo-)politische Entwicklungen oder die Stabilität des Finanzsystems.

Der Chef von BlackRock, Larry Fink, setzt inzwischen auch auf Bitcoin.
Sollten sich die Sorgen jeweils noch ausweiten, dann dürften die Werte weiter davon profitieren. Legen sich die Sorgen hingegen, dann dürfte das Zinsniveau gegenüber diesen Vermögenswerten wieder in den Vordergrund treten.
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