„Von Geschäftsleitung getäuscht“: Wütende Anleger wollen gegen Solar-Riesen Meyer Burger klagen
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Der größte Solar-Hersteller in Deutschland, Meyer Burger, ist derzeit prominent in den Medien, weil das schweizer Unternehmen heftig für einen milliardenschweren „Resilienzbonus“ lobbyiert. In der Schweiz werden derweil rechtliche Schritte gegen das börsennotierte Unternehmen vorbereitet: Anleger fühlen „sich von der Geschäftsleitung und dem Verwaltungsrat von MBT getäuscht“ und beklagen „hohe Verluste“.
Es bestehe der Verdacht, das Solar-Unternehmen habe den behaupteten Technologievorsprung und die eigenen wirtschaftlichen Aussichten jahrelang zu positiv dargestellt und zudem verfehlte Ziele zu spät kommuniziert, sodass Anleger in der Folge hohe Schäden erlitten hätten. So lautet der Vorwurf in einer Pressemitteilung des Schweizerischen Anlegerschutzvereins (SASV).
Wörlich heißt es in der Mitteilung: „Der SASV sieht einen dringenden Verdacht, dass MBT den Kapitalmarkt in der Vergangenheit wiederholt falsch oder zu spät informiert und den eigenen wirtschaftlichen Ausblick zu positiv dargestellt hat.“
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Meyer Burger-CEO Gunter Erfurt
42 Millionen Euro Verlust statt „positives EBITDA“
Als Beispiel für mögliche falsche Darstellung in Bezug auf die wirtschaftliche Situation des Unternehmens wird das Jahr 2023 aufgeführt: Im März 2023 wurde für das Gesamtjahr ein positives EBITDA-Ergebnis in Aussicht gestellt. Meyer Burger-Chef Gunter Erfurt hatte diese positiven Aussichten in einem Interview noch im Juni bestätigt, um gut zwei Monate später per ad-hoc-Meldung vorab ein negatives EBITDA für das erste Halbjahr 2023 von 42 Millionen Schweizer Franken (44,2 Millionen Euro) zu vermelden.
NIUS hat das Unternehmen um Stellungnahme zu den heftigen Vorwürfen gebeten – eine Antwort steht noch aus und wird ergänzt, sobald eine Antwort vorliegt.
Der Solar-Hersteller schreibt seit Jahren tiefrote Zahlen. Zudem hat das Unternehmen ausweislich einer Unternehmensanalyse der Zürcher Kantonalbank echte Geldnot: Bekommt das Unternehmen nicht innerhalb der nächsten zehn Wochen 200 Millionen Schweizer Franken (215 Millionen Euro) neues Eigenkapital, könne es finanziell eng werden, meldet die Bank. Ohne frisches Eigenkapital werde das Unternehmen im Frühjahr 2024 insolvent sein, das Überleben von Meyer Burger hänge nun an einem seidenen Faden, zitiert das Schweizer Finanzportal Cash den zuständigen Analysten.
Zeitgleich droht das Unternemen, das im sächsischen Freiberg Solar-Module produziert, mit dem Wegzug aus Deutschland, sollte die Bundesregierung keine milliardenschwere Subvention auf den Weg bringen, um europäische Hersteller vor den günstigen Preisen chinesischer Konkurrenten zu schützen. Meyer Burger wird dafür kritisiert, besonders von besagter Subvention und somit von Steuergeld profiteren zu wollen. Die Grünen treiben mit Unterstützung der SPD den Plan des „Resilienzbonus“ voran – die FDP sträubt sich noch.
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