Was Toyota besser macht: VW will Werke schließen – Toyota baut aus
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Es gab Zeiten, da musste sich Toyota-Chef Koji Sato als „Nachzügler“ beschimpfen lassen. Vor allem ausländische Investoren kritisierten ihn, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Der Grund: Toyota hatte auf dem Feld der Elektro-Mobilität „so gut wie nichts zu bieten“.
Doch Sato und seine Manager-Kollegen hielten dagegen, dass Toyota-Kunden weltweit auf absehbare Zeit schon wegen der mangelnden Lademöglichkeiten nicht auf reine E-Autos umsteigen werden. Sato propagierte die Strategie der vielen Pfade. Er glaubte fest daran, dass sich Toyota nicht auf reinen Batteriebetrieb festlegen solle. Stattdessen setzt der Konzern auch weiterhin auf Verbrenner, forscht zu Wasserstoffmotoren und bietet für Elektrofreunde vor allem die von Toyota einst erfundenen Hybridfahrzeuge an, die das Fahren mit Benzin und Strom miteinander verbinden.

Toyota-Chef Koji Sato bei einer Pressekonferenz im Frühling 2024.
Zehn Millionen verkaufte Fahrzeuge
Diese Hybride sind es, die den Unterschied machen. Toyota, Nummer Eins in der Welt, will in Toyota City in diesem Jahr 2,15 Billionen Yen (13,7 Milliarden Euro) in neue Produktionslinien und Technologien investieren. Volkswagen, Nummer Zwei in der Welt, plant mehrere Werke zu schließen. Das Quartal von April bis Juni konnte Toyota mit einem Rekordgewinn abschließen. Und die vor wenigen Tagen veröffentlichten Verkaufszahlen für die ersten sieben Monate des Jahres sprechen dafür, dass die Japaner auch in diesem Jahr die Marke von zehn Millionen verkauften Fahrzeugen knacken dürften.
Wie wichtig der Hybrid für Toyota ist, kann man an den jüngsten Verkaufsstatistiken ablesen. Rund 2,3 Millionen Autos mit Hybridmotor hat Toyota bisher in alle Welt verkauft. Das sind gut 40 Prozent der insgesamt 5,7 Millionen verkauften Fahrzeuge des Konzerns, zu dem auch die Oberklasse Lexus gehört. Und die Zahlen steigen weiter kräftig.
Von einer Existenzkrise ist beim japanischen Branchenprimus nichts zu spüren. Dabei hat Toyota im Heimatmarkt Japan Absatzschwierigkeiten. Der Grund: Der Skandal um manipulierte Messwerte in Abgas- und Sicherheitstests. Er macht sich seit zwei Jahren auch in den Verkaufszahlen bemerkbar. Auch China macht Toyota zu schaffen. Wie für Volkswagen, BMW und Daimler bot das Reich der Mitte über viele Jahre beeindruckende Wachstumszahlen – die Japaner konnten dort zwei Millionen Autos verkaufen.

Bereits 2013 präsentierte Toyota überzeugende Hybrid-Modelle.
Die Japaner verzichten auf ideologische Scheuklappen
Neben der Vielzahl seiner Antriebe hat Toyota aufgrund seiner breiten Aufstellungen in allen wichtigen Weltmärkten Vorteile gegenüber den Mitbewerbern. Während VW etwa in den Vereinigten Staaten noch immer unter dem Dieselskandal leidet, ist Nordamerika für Toyota der wichtigste Markt der Welt. Im vergangenen Jahr verkauften die Japaner dort ein Viertel ihrer insgesamt 10,3 Millionen Fahrzeuge.
Anders als in Deutschland hält sich die Sorge vor einer Überschwemmung mit Billigautos aus China in Japan in Grenzen. Dennoch ist auch für Toyota der Wettbewerb härter geworden. Ähnlich wie Deutschland sind auch die Japaner mit Verbrenner-Motoren groß und stark geworden. Aber anders als in Deutschland haben sie schon immer auf Antriebs-Vielfalt gesetzt.
In Japan gibt es anders als in Deutschland kein geplantes Verbrenner-Verbot ab 2035, das bei uns von den Grünen befeuert wird.
Volkswagen und sein damaliger Vorstandsvorsitzender Herbert Diess hatten rigoros auf Elektro-Mobilität gesetzt. Aber die Kunden wollen immer weniger E-Autos, weil sie Verbrenner-Motoren lieben und schätzen. Toyota hat es klüger gemacht. Sie haben frühzeitig auf Hybrid gesetzt: Wer Batterie will, fährt Batterie. Wer Verbrenner will, fährt Verbrenner. Alles in einem Auto. Kein Wunder, dass bei uns so viele Taxis hybrid fahren.
Japaner ohne ideologische Scheuklappen. Kluge Japaner.
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