Weil die „Rahmenbedingungen“ für Zugreisen nicht passten: Bahn-Vorstand flog zu 48 Dienstreisen
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Dass vor dem Katastrophen-Service der Bahn alle gleich sind, zeigte zuletzt ein Foto von Grünen-Chefin Ricarda Lang, die im überfüllten ICE auf dem Gang Platz nehmen musste. Wegen Verspätungen, Unzuverlässigkeit oder Überfüllung steigen immer mehr Menschen auf andere Verkehrsmittel wie das Auto oder das Flugzeug um – auch der Vorstand der Deutschen Bahn!
Wie eine Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Frage des CDU-Abgeordneten Christoph Ploß (liegt NIUS exklusiv vor) zeigt, nutzen auch die Top-Manager der Bahn nicht immer den Service, dessen schlechte Qualität sie selbst zu verantworten haben.

Konzern-Boss Richard Lutz war dreimal geflogen und siebenmal mit dem Auto gereist.
So nutzte der gesamte Bahn-Vorstand im Jahr 2023 insgesamt 48 Mal für Dienstreisen das Flugzeug und weitere 18 Mal das Auto als Verkehrsmittel der Wahl.
„Grundsätzlich“, heißt es in der Antwort aus dem Bundesverkehrsministerium, würden laut der Bahn „alle Dienstreisen außerhalb ihrer jeweiligen Einsatzorte (Berlin, Frankfurt am Main) mit der Bahn durchgeführt“, so die Antwort des Staatssekretärs Michael Theurer. Und weiter: „Nur, wenn die Rahmenbedingungen es nicht anders zuließen, wurde alternativ auf ein anderes Verkehrsmittel ausgewichen. Dies war beispielsweise bei Reisen ins Ausland zu Treffen mit internationalen Beteiligungen, Streiks von EVG bzw. GDL oder wenn die Dienstreise wegen bedeutender Termine vorab oder im Nachgang zeitlich nicht mit einer Bahnfahrt vereinbar war bzw. Übernachtungen ein- gespart werden sollten.“
Heißt aber auch: Wie die Bahn-Vorstände zwischen den Dienstsitzen Berlin und Frankfurt hin und her reisen, hat der Konzern bei der Auflistung der Reisemittel weggelassen. Wie viele Reisen es zwischen den Dienstsitzen mit Bahn, PKW oder Flugzeug gab, bleibt daher offen.
„Intransparenter geht es nicht!“
Dieses Weglassen der mutmaßlich häufigsten Dienstreise von Berlin nach Frankfurt ärgert Ploß, wie er zu NIUS sagt: „Intransparenter geht es nicht! Man bekommt mehr und mehr den Eindruck, dass die Ampelregierung Zahlen verschleiert, wo Aufklärung notwendig wäre. Ich erwarte, dass die Bundesregierung endlich alle Statistiken offenlegt – ansonsten darf sie sich nicht wundern, wenn die Ampel noch weiter abstürzt.“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß
Die meisten Flugreisen hat 2023 jedenfalls Finanz- und Logistik-Vorstand Dr. Levin Holle (11) bestritten, gefolgt von Personal-Vorstand Martin Seiler (10) und Güterverkehr-Vorständin Dr. Sigrid Nikutta (7). Konzern-Boss Dr. Richard Lutz war dreimal geflogen und siebenmal mit dem Auto gereist.
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