Wenn jetzt noch die Weltwirtschaft kippt, dann wird es für Deutschland richtig bitter!
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Man hat sich so langsam – traurigerweise – daran gewöhnt, dass Deutschland bei Wirtschaftsmeldungen selten positiv glänzt. Nachdem Wirtschaftsminister Habeck noch im September davor gewarnt hatte, die deutsche Wirtschaft schlecht zu reden, räumt er mittlerweile ein, dass die Wirtschaft sich „dramatisch schlecht“ entwickelt.
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer erwartet nun auch für das Jahr 2024 eine schrumpfende Wirtschaft. Auch die Europäische Kommission sowie die OECD sehen Deutschland für das Jahr 2024 beim Wirtschaftswachstum in Europa auf dem letzten Platz.
Dass die deutsche Wirtschaft sich so „dramatisch schlecht“ entwickelt, ist vor allem das Ergebnis spezifisch deutscher politischer Entscheidungen (ideologische Energiepolitik, fehlende Leistungsanreize, etc.). Die deutsche Wirtschaft wurde nicht vom Konjunkturzyklus getroffen, sondern hat vor allem strukturelle Probleme.
Doch was passiert, wenn die restliche Welt auch noch – aufgrund des Konjunkturzyklus – in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät?

Es läuft und läuft und läuft dann doch nicht mehr in der deutschen Wirtschaft
Weltwirtschaft beginnt sich abzuschwächen
Der Blick auf die letzten Quartale zeigt auf, dass die Weltwirtschaft beginnt sich abzuschwächen. Zuletzt gerieten auch andere Länder in den Rezessionsbereich bei der Wirtschaftsentwicklung.
Die japanische Wirtschaft ist in den vergangenen zwei Quartalen jeweils geschrumpft und erfüllt damit die Bedingungen für eine Rezession. Selbiges trifft auf die Wirtschaft des Vereinigten Königreiches zu. Auch Frankreich ist in den letzten beiden Quartalen nicht mehr gewachsen. Damit sind (inklusive Deutschland) vier der sieben größten Volkswirtschaften vom Wachstumspfad abgekommen.
In den USA wird die Wirtschaft nur mit einer drastischen Neuverschuldungspolitik der Biden-Regierung gestützt und der weitere Verlauf der chinesischen Wirtschaft erscheint auch fraglich.
Zuletzt veröffentlichte die Deutsche Bundesbank eine Studie, die darlegte, dass die deutsche Wirtschaft im Falle einer Wirtschaftskrise in China zusätzlich stark getroffen werden würde. Im ersten Jahr einer Wirtschaftskrise in China würde sich die deutsche Wirtschaft um 0,7 Prozent schlechter als erwartet entwickeln und im zweiten Jahr würde das Wachstum um 1 Prozent niedriger liegen.
Deutschland stark vom Export abhängig
Die aktuelle Wachstumsschwäche der deutschen Wirtschaft liegt auch darin begründet, dass die deutsche Wirtschaft stark vom Export abhängig ist. Der Verlust der Wettbewerbsfähigkeit in den letzten Jahren wirkt sich daher umso kräftiger aus.
Die deutsche Wirtschaft hat laut Angaben des Statistischen Bundesamtes eine Außenhandelsquote von 99,9 Prozent (2022). Die Außenhandelsquote ist ein Maß für die Integration Deutschlands in den Welthandel. Das bedeutet, dass Waren-Exporte und Waren-Importe der deutschen Wirtschaft zusammen genommen in etwa der gesamten Wertschöpfung der deutschen Wirtschaft entsprechen.

Deutschland war im Jahre 2022 für knapp 7 Prozent der weltweiten Warenexporte verantwortlich, bei einem Anteil an der Weltbevölkerung von knapp einem Prozent. Dies unterstreicht die starke Export-Abhängigkeit. Studien zufolge ist bis zu jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland direkt oder indirekt vom Export abhängig.
Was passiert, wenn die Weltwirtschaft ins Straucheln gerät?
Sollte die Weltwirtschaft wirklich vor einer Schwächephase stehen, dann dürfte dies dazu beitragen, dass sich die Geschwindigkeit des wirtschaftlichen Abschwungs in Deutschland noch einmal erhöht.
Das Fundament der deutschen Wirtschaft begann schon in Zeiten einer gut laufenden Weltwirtschaft instabiler zu werden. Wenn nun allerdings die Nachfrage nach deutschen Gütern global abnimmt, dann dürfte dies Deutschland besonders hart treffen.
Fraglich ist auch, ob nach einer Schwächephase der Weltwirtschaft die Unternehmen sich dazu entscheiden würden, die Produktion in Deutschland wieder hochzufahren – oder lieber ins Ausland zu gehen, wo bessere strukturelle Rahmenbedingungen anzutreffen sind. Sollte dies eintreten, dann wäre ein Teil des einst stabilen Fundaments des deutschen Wohlstands auf lange Zeit verloren.
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