Wie der Standort Polen Deutschland den Rang abläuft
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Was kann Polen, das Deutschland nicht kann? Die Antwort gibt das Handelsblatt in einer neuen Analyse. Die Kernpunkte: Niedrige Steuern und Arbeitskosten, hohe Produktivität, Wachstum.
Fangen wir bei den Steuern an: Während die effektive Steuerbelastung für Unternehmen in Deutschland von 2008 bis 2023 sogar leicht auf durchschnittlich 28,5 Prozent gestiegen ist, wurde sie in Polen im gleichen Zeitraum von 17,5 auf 12,9 Prozent gesenkt. „Mangels größerer Steuerreformen in den letzten 15 Jahren hat Deutschland aus steuerlicher Perspektive im Vergleich zu wichtigen Wirtschaftspartnern an Standortattraktivität für Unternehmensinvestitionen verloren“, heißt es in einer aktuellen Analyse des Mannheimer Forschungsinstituts ZEW.
Schleppende Produktivität in Deutschland
Die Produktivität der Metall- und Elektroindustrie in Deutschland hat zwischen den Jahren 2000 bis 2020 durchschnittlich nur um 1,9 Prozent zugelegt, im östlichen Nachbarland waren es 7,9 Prozent. Eine Arbeitsstunde in der Metall- und Elektroindustrie ist hierzulande mit 49 Euro etwa viermal so teuer wie in Polen mit 12,20 Euro. Die Löhne in Polen machen etwa 15 bis 20 Prozent der Produktionskosten in der Metall- und Elektroindustrie aus, in Deutschland sind es eher 25 bis 30 Prozent.

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Und während sich in Deutschland die IG Metall bereits für die nächste Tarifrunde warmläuft, werden an polnischen Standorten nur in dem Ort Gniezno die Löhne mit einer Gewerkschaft ausgehandelt. In anderen Standorten gibt sie der Arbeitgeber vor – und orientiert sich dabei an der Arbeitslosigkeit vor Ort. Je höher die Quote, desto niedriger die Löhne und Gehälter. Im ganzen Land liegt die Arbeitslosenquote laut dem polnischen Statistikamt nur bei 5,3 Prozent – und ist damit sogar leicht niedriger als in Deutschland.
Zusammengefasst: Die Wirtschaft wächst in Polen deutlich schneller als in Deutschland. Während der Internationale Währungsfonds (IWF) Deutschland für das laufende Jahr nur 0,2 Prozent Wachstum voraussagt, sind es in Polen 3,1 Prozent. Deshalb ist Polen auch interessant für potentielle Investoren.
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