Wut und Angst bei VW in Wolfsburg: „Jeder ist enttäuscht, dass es hier gerade so bergab geht“
Ein Beitrag von
Eric SteinbergDie Stimmung bei Volkswagen ist am Boden. Nach den gestrigen Hiobsbotschaften, dem Gewinneinbruch um fast die Hälfte und 50.000 Stellenstreichungen bis 2030, blicken nur wenige Mitarbeiter optimistisch in die Zukunft. NIUS war vor Ort am Stammwerk in Wolfsburg und hat mit VW-Beschäftigten über ihre derzeitigen Sorgen gesprochen.
Sehen Sie hier das ganze Video:
„Jeder hat Angst“
Am Tor Ost, einem der Haupteingänge des Werkes, wird die angespannte Gemütslage bei Deutschlands größtem Autohersteller schnell deutlich. Viele Mitarbeiter berichten davon, dass sich die Stimmung im Unternehmen seit Verkündung der negativen Nachrichten deutlich verschlechtert hätte. Einer sagt: „Jeder ist enttäuscht, dass es hier gerade so bergab geht.“ Es herrsche eine große Unsicherheit darüber, wer in Zukunft seinen Job behalten darf und welche Beschäftigten das Unternehmen bis zum Ende des Jahrzehnts verlassen müssen: „Jeder hat Angst“, erzählt eine der Mitarbeiterinnen, „die Stimmung ist eher niedergeschlagen.“
Dennoch ergibt sich aus den Gesprächen der Eindruck, dass der Zusammenhalt unter den Beschäftigten nach wie vor groß ist. Der Anspruch, ein gutes Produkt zu produzieren, ist bei vielen ungebrochen – wenn nicht die Unsicherheiten das Bild trüben würden. Nur, wer kurz vor der Rente steht oder vertraglich abgesichert ist, kann mit weniger Sorgen in die Zukunft blicken.
Am Dienstag war bekannt geworden, dass der Nettogewinn des Wolfsburger Autoherstellers im Jahr 2025 um 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro sank – der schlechteste Wert seit der Dieselkrise 2016. Doch das ist nicht alles: Zeitgleich verkündete Vorstandschef Oliver Blume in einem Brief an die Aktionäre des Unternehmens: „Insgesamt sollen bis 2030 rund 50.000 Stellen im gesamten Volkswagen-Konzern in Deutschland abgebaut werden.“
Auch bei NIUS:
Tank-Tourist an Kanzler Merz: „CO2-Steuer runter!“
Weitere Artikel zum Thema
Fast das gesamte Sondervermögen wird „zweckentfremdet“
Deutsche Autos: Premiumhersteller verlagern Produktion nach Osteuropa
Ifo-Institut: „Regierung hat 95 Prozent der neuen Schulden für Infrastruktur im Jahr 2025 zweckentfremdet“
Gewinne deutscher Autobauer um 44 Prozent eingebrochen: Letzte Rettung Modelloffensive
Vom Habeck‑Regen in die Merz‑Traufe: Warum auch das neue Heizungsgesetz Bürger teuer zu stehen kommen wird
Der Blick der Wirtschaft: Militärische Präzision und strategisches Chaos in der Iran-Krise
McKinsey-Berater schlagen Alarm: Acht von zehn VW-Werken sollen geschlossen werden!
Eric Steinberg
Autor
Artikel teilen
Kommentare