Weil er Pfandflaschen für 58,25 Euro sammelte: Rentner aus Hamburg wurde Grundsicherung gekürzt
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Es ist der beklemmende Fall eines verarmten Rentners, der die Debatte über Altersarmut in Deutschland neu anheizt: In Hamburg wurde einem 75-Jährigen, der sein geringes Einkommen aus Rente und Grundsicherung durch das Sammeln von Pfandflaschen aufbessern wollte, zunächst der volle Betrag von der Grundsicherung abgezogen.
Unglaublich: Der Rentner selbst hatte seine Verdienste beim Pfandsammeln brav an das zuständige Sozialamt gemeldet – und wurde prompt dafür bestraft. Nachdem er Einnahmen von 58,25 Euro aus dem Pfandsammeln ordnungsgemäß angegeben hatte, wurde ihm dieser Betrag zunächst vollständig auf seine Grundsicherung angerechnet. Die Behörde wertete das Pfandgeld als Einkommen und kürzte die Leistungen entsprechend.
Der Vorgang sorgte für öffentliche Kritik, Sozialverbände und Kommunalpolitiker bezeichneten die Praxis als unangemessen, da sie Menschen treffe, die trotz staatlicher Unterstützung aktiv versuchten, ihre finanzielle Lage zu verbessern. Der Fall wurde daraufhin erneut geprüft.
„Es geht nicht nur um mich“, so Renter Hans S. gegenüber dem Hamburger Abendblatt, das zuerst über den Fall berichtete. „Ich kenne keinen Leistungsbezieher, der nichts dazuverdienen muss.“

Weil das Geld nicht reicht, müssen in Deutschland viele Rentner Flaschen sammeln.
Bisherige Regelung für Einzelfall gelockert
Nach Angaben der Hamburger Verwaltung darf der Betroffene nun monatliche Einnahmen aus dem Sammeln und Einlösen von Pfandflaschen bis zu einer Höhe von 50 Euro behalten, ohne dass diese auf die Grundsicherung angerechnet werden. Damit wurde die bisherige Regelung für diesen Einzelfall gelockert.
Laut Bezirksamt Altona gilt die neu eingeführte Freigrenze von 50 Euro monatlich ausschließlich für den betroffenen Rentner Hans S. Gegenüber Bild erklärte Amtssprecher Mike Schlink: „Die Sachbearbeiter machen dann eine Einzelfallprüfung.“ Voraussetzung sei, dass Betroffene ihre Einnahmen aus dem Pfandsammeln durch Kassenbons nachweisen und gegenüber den Behörden offenlegen. Nach Informationen von Bild ist Hans S. bislang der einzige Hamburger, der Einkünfte aus dem Sammeln von Pfandflaschen offiziell bei den Sozialbehörden angegeben hat.
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