Wirtschaftsweisen halbieren Wachstums-Prognose auf 0,5 Prozent
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Die deutsche Volkswirtschaft wird im laufenden Jahr nur noch um 0,5 Prozent wachsen. Damit korrigiert der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung („Die Wirtschaftsweisen“) seine Prognose aus dem Herbst von 0,9 Prozent um beinahe die Hälfte nach unten.
„Wir mussten unsere Wachstumsprognose in diesem Jahr leider nach unten korrigieren. Grund dafür sind vor allem der Irankrieg und die dadurch stark angestiegenen Rohöl- und Gaspreise“, sagte die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Prof. Veronika Schnitzer. Im kommenden Jahr erwarte man dann 0,8 Prozent Wachstum. Schmerzhaft für Verbraucher: Im laufenden Jahr erwarten die „Wirtschaftsweisen“ eine Inflation von 3 Prozent.

Bereits beim Jahresgutachten 2025 hatten die „Wirtschaftsweisen“ betont, dass ein Großteil des damals erwarteten Wachstums durch staatliche, mit Schulden finanzierte Ausgaben und durch Feiertage, die auf das Wochenende fallen, entstehen würde. Prof. Veronika Grimm erklärte dazu: „Die weitaus größten Wachstumsbeiträge dürften vom staatlichen Konsum ausgehen.“

Vorstellung des Jahresgutachtens 2025/26. Im Hintergrund: Die Wirtschaftsweisen Prof. Martin Werding, Prof. Achim Truger, Prof. Ulrike Malmendier und Prof. Veronika Grimm
Sozialabgaben steigen ohne Reform auf 50 Prozent
Im Fokus des diesjährigen Gutachtens steht der Sozialstaat, der das Wirtschaftswachstum in Deutschland belaste: „Nach aktualisierten Vorausberechnungen werden die Sozialversicherungsbeiträge ausgehend von 42,3 Prozent bei unverändertem Recht weiter steigen auf 45 Prozent bis 2030, rund 50 Prozent bis 2040 – und auch dort ist nach unseren Berechnungen nicht Schluss“, erklärte Prof. Martin Werding.

Prof. Martin Werding bei der Vorstellung des Gutachtens
Die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum seien erheblich. Weiter sagte er wörtlich: „Wenn es so kommt – und eine Mehrheit des Rates meint, es darf nicht so kommen – wird das Rückwirkungen auf die Entwicklung von Beschäftigung und Wirtschaftswachstum haben. Sowohl über die Nettoeinkommen und Nachfrage der Arbeitskräfte als auch über die Lohnnebenkosten, mit denen die Unternehmen in Wettbewerb auf heimischen und internationalen Märkten gehen.“
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