100.000 Stellen bei VW müssen weg! Werke in Hannover, Zwickau, Emden und Neckarsulm sollen schließen
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Volkswagen steht offenbar vor dem härtesten Umbau seiner Konzerngeschichte. Nach Informationen des Manager Magazins, das sich auf Insider und Beteiligte beruft, will VW-Chef Oliver Blume den Sparkurs massiv verschärfen: Weltweit werden demnach in den kommenden Jahren bis zu 100.000 Stellen im Volkswagen-Konzern wegfallen. Bislang war von rund 50.000 Stellen die Rede – nun soll sich das Abbauziel noch einmal verdoppeln.
Der Plan soll Teil eines neuen Konzernkonzepts mit dem Namen „Group Target Picture 2030“ sein. Blume habe das Programm bereits dem Vorstand und dem Topmanagement präsentiert. Am 9. Juli soll es dem Aufsichtsrat vorgelegt werden. Dort dürfte es massiven Widerstand geben – vor allem von Arbeitnehmerseite und aus Niedersachsen.

Die Golfproduktion wird nach Mexiko verlagert
Besonders brisant: Laut dem Bericht sollen auch vier deutsche Werke mittelfristig keine Zukunft mehr haben. Betroffen wären demnach die VW-Standorte Hannover, Zwickau und Emden sowie das Audi-Werk Neckarsulm. Die Produktion dort solle auslaufen, sobald die aktuell gefertigten Modelle enden. Geplante Nachfolgemodelle könnten gestrichen oder an günstigere Standorte verlegt werden. An den vier Standorten arbeiten zusammen rund 40.000 Menschen.
Aufteilung des Konzerns in eigene Gesellschaften
Das Manager Magazin berichtet außerdem, dass Blume und Finanzchef Arno Antlitz den gesamten Konzern neu sortieren wollen. Sogar die Kernmarke VW und die Teilefertigung könnten aus der Volkswagen AG herausgelöst und in eigene Gesellschaften überführt werden. Die härteste Gegenposition dürfte von Betriebsratschefin Daniela Cavallo kommen. Die Sorge: Eine solche Neuordnung könnte Mitbestimmungsrechte schwächen und womöglich Schutzmechanismen des VW-Gesetzes aushebeln. Dieses Gesetz gibt dem Land Niedersachsen mit seinem Anteil von 20 Prozent eine besondere Sperrminorität bei wichtigen Entscheidungen. In der Vergangenheit stärkte das faktisch auch die Position der Arbeitnehmer.
Wenn Marke VW und Teilewerke künftig nicht mehr direkt zur Volkswagen AG gehören, fürchten Arbeitnehmervertreter offenbar, dass Werksschließungen leichter gegen sie durchgesetzt werden könnten. Genau deshalb dürfte Cavallo im Aufsichtsrat und öffentlich massiven Widerstand leisten.
Rendite im Konzern nicht auf Kurs
Begründet wird der radikale Kurs mit der schweren Krise der deutschen Autoindustrie. Bei Volkswagen stagnieren die Verkaufszahlen, die Rendite ist deutlich gesunken. In internen Befragungen sollen mehrere Topmanager die Lage des Konzerns sogar als existenzgefährdend bewertet haben. Der Konzern will dem Bericht zufolge nicht nur Personal abbauen, sondern auch Investitionen kürzen, Modellreihen reduzieren und mehr Gleichteile zwischen den Marken einsetzen.

Auswirkungen auf Zulieferer wahrscheinlich
Mit einer Verdopplung der Personaleinsparungen steigt damit auch der Druck auf Zuliefererbetriebe. Autozulieferer ZF – bekannt für Getriebe, Bremsen, Achsen – plante bereits vor dem VW-Beben einen Abbau von 14.000 Jobs. 41 Prozent der Zulieferer haben ihre Situation ohnehin schon als schlecht oder sehr schlecht beschrieben (NIUS berichtete). Mit dem Sparplan aus Wolfsburg könnte sich der Druck dort noch einmal erhöhen.
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