2,1 Milliarden Euro Verlust und 14.000 Jobs weniger: Autozulieferer ZF unter massivem Druck
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RedaktionDer Autozulieferer ZF hat im vergangenen Geschäftsjahr deutlich höhere Verluste verbucht. Nach Angaben des Unternehmens aus Friedrichshafen summierte sich das Minus auf 2,1 Milliarden Euro – etwa doppelt so viel wie im Jahr zuvor, als bereits ein Fehlbetrag von gut einer Milliarde Euro angefallen war.
Als Hauptgrund nennt der Konzern Belastungen im Zuge seines Umbaus. Vorstandschef Mathias Miedreich verwies auf Abschreibungen bei nicht profitablen Projekten, die das Ergebnis einmalig belastet hätten. Zugleich sieht das Management Fortschritte: Das bereinigte operative Ergebnis stieg von rund 1,47 Milliarden auf etwa 1,75 Milliarden Euro.
Trotz dieser Entwicklung bleibt die finanzielle Lage angespannt. Zwar konnte ZF seine Verbindlichkeiten im Jahresverlauf um 250 Millionen Euro reduzieren, dennoch liegt die Nettoverschuldung weiterhin bei über zehn Milliarden Euro. Auch die Eigenkapitalquote gab deutlich nach und sank auf 13,3 Prozent – ein Wert, der als wichtige Kennziffer für die Stabilität eines Unternehmens gilt.
Umsatz ging um sechs Prozent zurück
Belastet wird ZF zudem durch das schwierige Marktumfeld. Der Umsatz ging um rund sechs Prozent auf 38,8 Milliarden Euro zurück, was einem Minus von etwa 2,6 Milliarden Euro entspricht. Finanzvorstand Michael Frick sieht weiterhin keine klare Belebung der Nachfrage und betont, dass sich das Unternehmen auf ein Umfeld ohne nennenswertes Wachstum einstellen müsse. Besonders die schwache Nachfrage im Bereich Elektromobilität wirkt sich negativ aus.
Der Konzern, der mehrheitlich der Zeppelin-Stiftung gehört, setzt parallel seinen Sparkurs fort. Bis zu 14.000 Stellen sollen in Deutschland in den kommenden Jahren wegfallen. Ende 2025 beschäftigte ZF weltweit rund 153.000 Menschen – etwa fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Auch in Deutschland sank die Belegschaft in ähnlicher Größenordnung auf etwas über 49.000 Mitarbeiter.
Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen keine grundlegende Trendwende. Bei stabilen Wechselkursen wird ein Umsatz von etwas mehr als 38 Milliarden Euro prognostiziert. Konzernchef Miedreich setzt darauf, die Profitabilität schrittweise wieder zu steigern.
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