ZDF-Prophet Elmar Theveßen sagte zweieinhalb Stunden vor Waffenstillstand: „Niemand in Washington rechnet noch mit einem Deal“
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Es war kurz vor Mitternacht deutscher Zeit, als Elmar Theveßen bei Markus Lanz am Dienstagabend noch einmal seine ganze US-Expertise in die Waagschale warf. Der ZDF-USA-Korrespondent, der sich sonst gern als Insider inszeniert, machte eine klare Ansage: Der Countdown zum Ultimatum laufe ab, und niemand im Machtzentrum der USA glaube noch an einen Deal. Stattdessen rechne man mit einer großen militärischen Eskalation – und einem großflächigen Angriff der USA auf Teheran.
„Die meisten Kolleginnen und Kollegen, die auch sehr nah dran sind am Weißen Haus, die rechnen fest damit, dass diese Nacht eine Eskalation kommen könnte“, sagte Theveßen wörtlich. „Es rechnet eigentlich niemand damit, dass man noch rechtzeitig irgendwie einen Deal macht. […] Aber eigentlich rechnen alle mit einer Eskalation. Und zwar mit dem, was letzte Woche immer schon mal kolportiert worden ist – dass es einen großen Schlag geben könnte. Große, breit angelegte Angriffe, vielleicht über einen Tag oder zwei, sodass der Präsident eine Möglichkeit hätte, hinterher einfach kurzerhand Sieg zu erklären und dann diesen Krieg für beendet zu erklären.“
Zweieinhalb Stunden später war von alledem nichts mehr übrig. Statt der prognostizierten Großoffensive und des Siegesdekrets kam exakt das, was Theveßen ausgeschlossen hatte: ein Deal zwischen Iran und den USA, ein Waffenstillstand. Vermittelt wurde dieser von Pakistan. Er sieht ein zweiwöchiges Moratorium vor – und will mögliche Konzessionen neu verhandeln.

Verlässlich in seinen Fehlprognosen: Der US-Korrespondent des ZDF liegt immer wieder falsch mit seinen Einschätzungen.
Immer wieder spektakulär daneben
Es war nicht das erste Mal, dass der ZDF-Korrespondent mit seinen Washington-Insiderprognosen spektakulär danebenlag. Schon bei der Wahl Donald Trumps lag Theveßen falsch und bei der Einschätzung von Joe Bidens Gesundheitszustand ebenso. Die Reihe setzte sich mit Falschbehauptungen zu Charlie Kirk fort, zudem verwendete er irreführend den Begriff Deportation statt Abschiebungen bei Berichten zur US-Migrationspolitik. Die angebliche „Steinigung von Schwulen“ in seiner Berichterstattung erwies sich ebenfalls als haltlos. Auch im Falle des Skandals um ein KI-Video des ZDF im Februar 2026 spielte er eine unrühmliche Rolle. Man könnte sagen: Der ZDF-Prophet hat damit eine beachtliche Serie von Fehlprognosen vorzuweisen.
In der Nacht zu Mittwoch wurde daraus ein besonders kurzes Kapitel. Theveßens Vorhersage hatte rund 150 Minuten lang Bestand.
Mehr: Schausten räumt bewusste Nutzung eines irreführenden ZDF KI-Videos ein
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