ZDF verpennt WM-Eröffnungsfeier, weil ihm Trump-Bashing und Werbung wichtiger sind
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Man hatte Jahre zur Vorbereitung, trotzdem schafft es das Zweite, die WM-Eröffnungsfeier zu versemmeln, sendet erst mal Werbung und enthält den Zuschauern die halbe Show vor. Eine weitere Priorität: das Gastgeberland USA und seinen Präsidenten Donald Trump in ein negatives Licht zu rücken.
Donnerstagabend, 19:30 Uhr. Im Aztekenstadion zu Mexiko-Stadt wird ein Feuerwerk der Emotionen abgebrannt: 80.000 Zuschauer in dem legendären Fußball-Tempel und zahllose Menschen weltweit verfolgen das Spektakel. Der ZDF-Zuschauer jedoch sieht erstmal: Werbung. Der Sender, der jährlich rund 2,1 bis 2,5 Milliarden Euro aus dem Rundfunkbeitrag erhält, dazu mindestens 150 Millionen durch Werbung und Sponsoring, will auch an diesem Abend noch absahnen.
Geschlagene sieben Minuten werden Millionen Fußballfans im Land mit Reklame zugekleistert, erst dann wird nach Mexiko geschaltet, Shakira und Burna Boy treten mit ihrem WM-Song auf. Die halbe Eröffnungs-Show hat der öffentlich-rechtliche Sender verpasst, während sie beim Telekom-Sender MagentaTV vollständig zu sehen war. Noch während der Werbeblock lief, empörten sich Zuschauer. Wie etwa bei X: „Warum sendet das ZDF über 2h Vorberichte und zur Eröffnungsfeier der WM sendet man Werbung?“ Die Auftritte von Danny Ocean, J Balvin und Lila Downs verpassten ZDF-Zuschauer komplett.

WM-Eröffnungsfeier in Mexiko-Stadt: Mit dem Zweiten sah man nur die Hälfte.
WM als Spielwiese für Hau-den-Donald
Für die mangelnde Professionalität der Mainzer ist auch diese Einspiel-Panne bezeichnend: ZDF-Reporterin Lilli Engels will ihre Eindrücke aus dem deutschen Quartier schildern, doch dann wird ein Video von der Pressekonferenz mit Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck gezeigt.
Aber wie konnte es zu dem fassungslos machenden Fauxpas kommen? Weder technische Probleme noch höhere Gewalt sind dafür verantwortlich, sondern die Euro-Zeichen in den Augen der Mainzer und die eigentümliche Prioritätensetzung. Seit Wochen laufen Berichte zur Fußballweltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada, doch ging es beileibe nicht nur um den Sport. Keine Gelegenheit wurde ausgelassen, um US-Präsident Donald Trump in ein möglichst unvorteilhaftes Bild zu rücken.
Die Gelegenheit für die öffentlich-rechtlichen Sender, die WM für das unvermeidliche Eindreschen auf Donald Trump zu nutzen, ließ man sich nicht entgehen. Tagesthemen-Sprecher Ingo Zamperoni etwa reiste für die ARD-Dokumentation „Spielfeld der Macht“ durch „Trumps Amerika“, behauptete dort unter anderem: „Manche kommen nicht zur WM in die USA, aus Angst, ins Visier von ICE-Agenten zu geraten oder Opfer eines Übergriffs zu werden.“

Spektakel im Aztekenstadion, Werbung im ZDF.
Ex-Trainer mit Haltung liefert wie bestellt
Selbst am Tag der Eröffnung wollte man nicht von der Fixierung auf Trump ablassen, eher eskalierte diese noch beim „Countdown“. Neben zwei Weltmeistern von 2014, Per Mertesacker und Christoph Kramer, Werder-Bremen-Frauen-Trainerin Friederike Kromp und ZDF-Schiedsrichter-Experte Thorsten Kinhöfer ist auch Christian Streich dabei.
Der heute 61-Jährige coachte seine gesamte Karriere über einen Verein, den SC Freiburg, die Liste der sportlichen Erfolge ist überschaubar. Doch es ist nicht die sportliche Expertise, derentwegen Christian Streich im Studio sitzt. Der Ex-Trainer ist ein Mann mit „Haltung“, also politisch klar links einzuordnen. In der Corona-Zeit warf er Menschen, die sich den experimentellen Impfstoff nicht injizieren lassen wollten, vor, sie verstünden die Demokratie nicht. Wie zum Hohn erhielt er 2025, als Gras über die „Pandemie“-Zeit gewachsen war, den Memminger Friedenspreis für klares Eintreten für Grundrechte und klare Haltung gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung.
Letztere machte man wohl an seiner Wutrede fest, in der er von einem kriminellen Migranten als einem „Bub, der etwas ganz Schlimmes gemacht hat, der junge Mann aus Afghanistan“ sprach und forderte, den Fall nicht zu pauschalisieren – was niemand getan hatte. Und in den hysterischen Wochen nach Veröffentlichung der Correctiv-Story über das Potsdamer Treffen, den „Geheimplan gegen Deutschland“, positionierte sich Streich erwartbar und gab kund: „Wer jetzt nicht aufsteht, der hat nichts verstanden. Es ist 5 vor 12.“ Wer wäre geeigneter für das ZDF, um sich einmal mehr über Donald Trump auszulassen?

Christian Streich darf im südbadischen Dialekt gegen Trump ätzen.
Trumps ist Streichs Voldemort
Streich liefert wie bestellt: „Die USA sind natürlich ein demokratisches Land, das natürlich immer mehr in eine Autokratie reingerät, aufgrund von Führungskräften, die autokratisch vorgehen, die demokratische Prozesse verhindern, die sich über Gerichtsbarkeiten hinwegsetzen.“ Und redet dann von „Autokratie und fehlender Gewaltenteilung“, obwohl kürzlich Republikaner Trump in die Parade fuhren und die Gerichte immer wieder Vorhaben des Präsidenten stoppten:
„Leider muss man sagen, die USA ist auf dem Weg, eine Autokratie zu werden, und dass eben keine Gewaltenteilung mehr stattfindet. Das ist meine persönliche Meinung, aber ich glaub, das ist jetzt nicht so schwierig zu erkennen, wenn man die Führungskräfte in diesem Land sieht, die Technik-Leute, und den anderen will ich gar nicht beim Namen nennen, weil der wird eh viel zu viel genannt.“
„Der, dessen Name nicht genannt werden darf“ (im Original: He-Who-Must-Not-Be-Named), das ist der berühmt-berüchtigte Beiname von Lord Voldemort, dem mächtigsten dunklen Zauberer aus dem Harry-Potter-Universum. Damit ist klar, wo Streich Donald Trump verortet. Und Giovanni Infantino gleich dazu. Den Namen des FIFA-Chefs will er auch nicht nennen – und erntet auch dafür lautstarken Applaus des Studio-Publikums.
Streich darf sich noch über die Verweigerung der Einreise eines Schiedsrichters aus Somalia (der Ex-Trainer sagt hartnäckig „Sudan“) aufregen. Diesem vorzuwerfen, er habe Kontakte zu Terrororganisationen, sei „hochgradig rassistisch“. Katrin Müller-Hohenstein ist es zufrieden.
Eine Politologin im Sportstudio
Die hat im Sportstudio auch mit der Politikwissenschaftlerin Laura von Daniels von der Stiftung Wissenschaft und Politik gesprochen. Diese nennt es eine „große Herausforderung, dass Trump diese Bühne nutzt, einzelne Spieler beleidigt oder ganze Länder beleidigt oder noch mehr Öl ins Feuer gießt in dieser angespannten Lage“. Vor dem Zollabkommen attackiere er Mexiko und Kanada verbal und setze sie unter Druck, sei erkennbar nicht auf ein harmonisches Miteinander aus.

USA-Schelte in der Schalte: Korrespondent Elmar Theveßen.
Müller-Hohenstein („Manche schauen mit Sorgen auf die USA“) sekundiert: „Es sieht aus, als hätte sich Trump die WM unter den Nagel gerissen.“ Und redet nun mit dem aus Mexiko-Stadt zugeschalteten USA-Korrespondenten Elmar Theveßen, einem ausgewiesenen Trump-Feind. Der Leiter des ZDF-Studios in Washington, der über die aktuelle Stimmung in den Gastgeberländern berichtet, sagt: „Es sieht aus, als machten alle drei, was sie wollen, allen voran Donald Trump.“ In den USA seien die Einreisebestimmungen so strikt, das sei „kein gemeinsames Turnier mehr“.
Einmal mehr ist Trump an allem schuld. Das musste mal wieder gesagt werden, auch wenn sich Millionen an den Bildschirmen eigentlich Berichte über die Fußballweltmeisterschaft erhofft haben, die nun einmal nur alle vier Jahre stattfindet. Im Gegensatz zur Anti-Trump-Dosis, die das ZDF seinen Zwangsgebührenzahlern mehrmals täglich verabreicht, ob es passt oder nicht.
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