Alarm-Studie an Berliner Schulen: Mehr religiöse Konflikte, mehr Gewalt, Schüler haben Angst!
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Eine erstmals für Berlin erstellte Untersuchung zeichnet ein alarmierendes Bild der Lage an den Schulen der Hauptstadt. Für das sogenannte Gewaltbarometer wurden rund 14.000 Schülerinnen und Schüler sowie 2579 Lehrkräfte befragt. Demnach nehmen Gewalt, Bedrohungen und religiös motivierte Konflikte spürbar zu.
Besonders bei älteren Schülern wächst laut Studie, über die Bild berichtet, der Einfluss religiöser Vorgaben. Jeder zehnte Jugendliche der Klassenstufen 9 bis 12 gibt an, bestimmte religiöse Regeln etwa bei Kleidung oder Ernährung befolgen zu sollen. Auffällig ist zudem: 40 Prozent der muslimischen Neuntklässler sind der Ansicht, religiöse Regeln sollten Vorrang vor Schulregeln haben. Unter christlichen Schülern vertreten 33 Prozent diese Auffassung, bei Jugendlichen ohne Religionszugehörigkeit sind es 19 Prozent.
Extremistische Einflüsse führen zu Gewalt an Schulen
Nach Angaben der Studienautoren spielt Religion inzwischen bei sieben Prozent aller Gewaltvorfälle an Berliner Schulen eine Rolle. Zwar entstehen Konflikte laut Bild-Bericht weiterhin häufiger wegen Aussehen und Kleidung (33 Prozent), Leistungen und Noten (19 Prozent) oder der Herkunft (16 Prozent). Gleichzeitig beobachten die Forscher jedoch einen Anstieg religiös begründeter Auseinandersetzungen und extremistischer Einflüsse. Jeder dritte Lehrer sieht Antisemitismus als großes Problem an seiner Schule, jeder vierte nennt Islamismus.

Polizei an der Friedrich-Bergius-Schule in Berlin, einer sogenannten Problemschule im Südwesten der Hauptstadt. Polizeieinsätze an Schulen sind in vielen deutschen Großstädten bereits Alltag.
Messer und Pfefferspray zur Selbstverteidigung
Auch insgesamt beschreiben viele Lehrkräfte eine Verschärfung der Lage. 57 Prozent sprechen von einem großen Gewaltproblem an ihrer Schule, 61 Prozent berichten von einer deutlichen Zunahme der Gewalt seit der Corona-Pandemie. Jeder dritte Neuntklässler fühlt sich durch Gewalt beim Lernen stark beeinträchtigt. Jeder sechste Schüler ab Klasse 9 fühlt sich nach eigenen Angaben in der Schule unsicher. Sieben Prozent haben deshalb schon einmal ein Messer mitgebracht, sechs Prozent Pfefferspray.
Polizei soll Handys einziehen
Bildungssenatorin Kathrin Günther-Wünsch zeigte sich besorgt über die Ergebnisse. Konflikte würden zunehmend über soziale Netzwerke und Klassenchats weitergetragen und eskalierten dadurch zusätzlich. Als Reaktion plant der Senat unter anderem kleinere Klassen an besonders belasteten Grundschulen. Zudem wird geprüft, Schulpsychologen flächendeckend einzusetzen.
Aus der Praxis kommt die Forderung nach härteren Konsequenzen für Gewalttäter. Jugendstaatssekretär Falko Liecke brachte laut Bild ins Gespräch, dass Polizeibeamte Handys von auffälligen Schülern für zwei Wochen einziehen können sollten. Ein entsprechendes Vorgehen werde in Neukölln bereits praktiziert.
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