Zwei Drittel aller Berliner fordern: Flughafen Tempelhof soll bebaut werden!
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Überraschende Wende: Fast zwei Drittel der Berliner stimmen für eine Randbebauung des Tempelhofer Feldes – und zwar parteiübergreifend. Sogar die Wähler der Grünen sind mehrheitlich für neue Wohnungen, meldet die BZ. Das ist das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage der IHK (Industrie- und Handelskammer).
„Wer bezahlbare Mieten will, muss bauen“
Im Mai 2014 hatten bei einem Volksentscheid 64,3 Prozent der Berliner gegen eine Bebauung des Tempelhofer Feldes gestimmt. Jetzt, 12 Jahre später, sind laut IHK-Umfrage 59 Prozent dafür, sofern Wohnungen entstehen. IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner: „Der Volksentscheid war gestern, die Wohnungsnot ist heute. Wer bezahlbare Mieten will, muss bauen. Es ist erfreulich, dass die Berlinerinnen und Berliner in dieser Frage lösungsorientiert denken. Höchste Zeit also, das Thema wieder auf die politische Agenda zu setzen, denn Wohnraum entsteht nicht durch ruinöse Vergesellschaftungsdebatten, sondern durch Bagger.“

IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner
Grüne Fläche bleibt
Am Mittwoch stellte die Initiative „Zuhause am Tempelhofer Feld“ ihr Konzept für 21.000 neue Wohnungen am äußersten Rand des Feldes vor, errichtet in günstiger, serieller Bauweise. „Das Feld bleibt dabei nahezu ganz erhalten“, sagt Projekt-Unterstützer Hamid Djadda, der schon die AVUS-Tribüne rettete. „Die innere grüne Fläche soll über eine gemeinnützige Stiftung vor einer Bebauung und vor Spekulation geschützt werden.“
Die Pläne der renommierten Architekten Hans Kollhoff und Tobias Nöfer zeigen Mietshäuser im Stil der Gründerzeit und der typischen Berliner Höhe. Unterstützer Djadda: „Wichtig ist Kleingewerbe im Erdgeschoss, um das Quartier lebendig zu gestalten. Darüber sollen viele bezahlbare Mietwohnungen entstehen.“
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