NIUS Exklusiv! Gesundheitskosten für Asylbewerber in NRW deutlich gestiegen
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Wie viel Geld wird in Nordrhein-Westfalen für die medizinische Versorgung von Asylbewerbern ausgegeben? Eine Anfrage der AfD an die Wüst-Regierung zeigt: Die Ausgaben sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen – allein auf Landesebene von rund 37 Millionen Euro im Jahr 2022 auf zwischenzeitlich über 68 Millionen Euro im Jahr 2024. Zählt man die deutlich höheren Kosten der Kommunen hinzu, summieren sich die jährlichen Aufwendungen auf weit über 100 Millionen Euro. Gleichzeitig räumt die Landesregierung ein, dass zentrale Details fehlen – etwa eine genaue Aufschlüsselung der Behandlungskosten oder belastbare Angaben zur Zahl der versorgten Personen.
Die Landesregierung beziffert die eigenen Ausgaben für medizinische Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz auf rund 37,4 Millionen Euro im Jahr 2022, 61,6 Millionen Euro im Jahr 2023 und 68,6 Millionen Euro im Jahr 2024. Für 2025 werden bislang etwa 55,3 Millionen Euro veranschlagt, wobei die endgültige Haushaltsrechnung noch aussteht.

Die AfD-Abgeordneten Enxhi Seli-Zacharias (im Bild) und Dr. Martin Vincentz hatten die Kleine Anfrage an die Landesregierung gerichtet.
Hohe Kosten für Kommunen
Noch höher liegen die Kosten bei den Kommunen. Diese gaben laut Asylbewerberleistungsstatistik im Jahr 2022 rund 123,6 Millionen Euro für Leistungen bei Krankheit, Schwangerschaft und Geburt aus. 2023 waren es etwa 118,1 Millionen Euro, 2024 rund 108,9 Millionen Euro. Bereits 2021 lagen die Ausgaben bei etwa 76,6 Millionen Euro.

Land beteiligt sich an hohen Einzelfallkosten
Zusätzlich unterstützt das Land die Kommunen bei besonders teuren Behandlungen. Überschreiten die Krankheitskosten pro Person eine bestimmte Grenze (aktuell 25.000 Euro pro Jahr), beteiligt sich das Land an den Mehrkosten. Dafür wurden zwischen 2022 und 2025 jährlich zwischen gut 3 und über 6 Millionen Euro aufgewendet.
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Kaum Detaildaten verfügbar
Auffällig ist die begrenzte Datenlage. Die Landesregierung weist darauf hin, dass die Ausgaben im Haushalt lediglich als Gesamtsumme erfasst werden. Eine detaillierte Aufschlüsselung – etwa nach ambulanter und stationärer Behandlung oder nach einzelnen Krankheitsbildern – liegt demnach nicht vor. Auch zur Anzahl der behandelten Personen macht die Regierung keine Angaben, ebenso fehlen detaillierte Daten dazu, welche konkreten Leistungen in welchem Umfang in Anspruch genommen wurden.
Weitere Kosten durch Beratungsstrukturen
Zusätzliche Ausgaben entstehen durch sogenannte Clearingstellen. Diese beraten Migranten zu ihren Ansprüchen im Gesundheitssystem und unterstützen bei der Organisation der Versorgung. Die Kosten beliefen sich 2024 auf rund 996.000 Euro und im Jahr 2025 auf insgesamt rund 937.000 Euro. Der Großteil dieser Mittel wird vom Land beziehungsweise aus europäischen Fördermitteln getragen.
Vergangene Woche hatte NIUS exklusiv berichtet, dass im 1. Quartal 2026 fast 50.000 Migranten aus Nicht-EU-Staaten über das Asylsystem und den Familiennachzug nach Deutschland gekommen sind. Während vom 1. Januar bis zum 31. März rund 27.000 Personen ein Visum für den Familiennachzug erhielten, stellten 22.491 Personen einen Asyl-Erstantrag. Eine tatsächliche Migrationswende ist damit weiterhin nicht in Sicht.
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