Über Familiennachzug und Asylsystem: Fast 50.000 Migranten allein im 1. Quartal 2026
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NIUS exklusiv: Über das Asylsystem und den Familiennachzug sind im 1. Quartal 2026 fast 50.000 Migranten aus Nicht-EU-Staaten nach Deutschland gekommen. Während vom 1. Januar bis zum 31. März rund 27.000 Personen ein Visum für den Familiennachzug erhielten, stellten 22.491 Personen einen Asyl-Erstantrag. Eine tatsächliche Migrationswende ist damit weiterhin nicht in Sicht.
Im 1. Quartal 2026 haben die Auslandsvertretungen des Auswärtigen Amtes knapp 27.000 Visa zum Zwecke des Familiennachzugs ausgehändigt. Das teilte das Außenministerium von Minister Johann Wadephul (CDU) auf Anfrage von NIUS mit. Damit bewegen sich die Zahlen auf einem ähnlichen Niveau wie in den Jahren zuvor. Im Vergleichszeitraum des 1. Quartals 2025 waren es 28.700 erteilte Visa. 2024 stellte die Behörde unter Ministerin Annalena Baerbock (Grüne) von Januar bis März noch 32.300 Visa für den Familiennachzug aus.

Die meisten der Visa in diesem Jahr wurden an Türken (4.400), Kosovaren (3.500), Inder (2.700), Syrer (2.100) und Albaner (1.200) ausgehändigt. Hier zeigt sich eine Veränderung: In den vergangenen Jahren wurden die meisten Visa stets an syrische Staatsangehörige verteilt. Nun sind die Anträge unter syrischen Staatsbürgern um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Die Visa für Familienangehörige aus dem Kosovo hingegen haben sich im Vergleich zum 1. Quartal 2025 fast verdoppelt.

Immer mehr Folgeanträge von Afghanen
Gleichzeitig stellten von Januar bis März 2026 exakt 22.491 Personen einen Erstantrag auf Asyl beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Sie kamen zumeist aus Afghanistan (5.957), Syrien (3.042), der Türkei (1.857), Somalia (1.203) oder dem Irak (831). Im Vergleichszeitraum 2025 hatten noch 36.136 Personen einen Asyl-Erstantrag gestellt. Die Zahlen sind also deutlich nach unten gegangen. Ein Grund dafür: Immer weniger Syrer stellen derzeit einen Asylantrag. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Afghanen, die um Asyl ersuchten, von 5.616 (Januar bis März 2025) auf 5.957 (Januar bis März 2026).
Auch Folgeanträge werden weiter zahlreich gestellt, insbesondere durch afghanische Antragsteller. Hier verzeichnet die Statistik im 1. Quartal 2026 ein Plus von 569,4 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2025. Der Anstieg steht in direktem Zusammenhang mit einem Gerichtsurteil. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte am 4. Oktober 2024 entschieden, dass Frauen in Afghanistan unter den Taliban systematisch diskriminiert würden und deshalb allein aufgrund ihres Geschlechts einen Asylgrund hätten.
Fast 50.000 Personen sind somit im Zeitraum von Januar bis März aus Nicht-EU-Ländern nach Deutschland migriert. Würde die momentane Zuwanderung über den Familiennachzug und das Asylsystem in den drei Folgequartalen auf einem ähnlichen Niveau bleiben, würde das am Jahresende eine Zuwanderung von rund 200.000 Personen aus Drittstaaten bedeuten.

22.491 Asyl-Erstanträge gingen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ein, dazu kamen noch einmal 10.342 Folgeanträge.
Wie sahen 2025 die Gesamtzahlen beim Familiennachzug und bei der Asylzuwanderung aus?
Im vergangenen Jahr hatten die Auslandsvertretungen des Auswärtigen Amtes insgesamt 110.400 Visa zum Zwecke des Familiennachzugs erteilt. „Am häufigsten vertreten waren dabei die Länder Türkei, Syrien, Indien, Kosovo und Albanien“, hieß es aus dem Außenministerium.
Dazu kamen 113.236 Personen, die 2025 einen Asyl-Erstantrag gestellt hatten. Das war der niedrigste Wert seit 2020 (102.581) und etwas weniger als die Hälfte der Anträge von 2024 (229.751). 2023 hatten noch 329.120 Personen erstmals Asyl verlangt. Damit wanderte im vergangenen Jahr eine Großstadt wie Halle oder Mainz nur über den Familiennachzug und das Asylsystem nach Deutschland ein.
Die Bundesregierung ist zufrieden
„Die Migrationswende wirkt“, hatte Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) am 14. Januar im Bundestag erklärt. Das sei ein deutlicher Erfolg von „Kontrolle, Kurs und klarer Kante“. Zudem werde seit Dezember auch nach Syrien und Afghanistan abgeschoben. „Straftäter haben kein Bleiberecht“, unterstrich Dobrindt und kündigte eine Fortsetzung der Abschiebungen in den kommenden Monaten an.
Im vergangenen Jahr sind nach Kenntnis der Bundesregierung 22.787 Ausländer aus Deutschland abgeschoben worden. Das ist die höchste Zahl an Abschiebungen seit 2018. Unter der Regierung von Angela Merkel lag die Zahl in den Jahren 2016 (25.375), 2017 (23.966) und 2018 (23.617) jedoch noch höher.
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