Integrationslehrerin Deriabina: „50 Prozent der Migranten haben keine Motivation“
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Sie kam vor fünf Jahren für ein Masterstudium aus Russland nach Deutschland – jetzt ist Lolita Deriabina Dozentin für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache in Hannover und leitet Integrationskurse, vor allem für Migranten. In der Welt sprach sie über ihre täglichen Erfahrungen – und was alles falsch läuft bei der Integration.
NIUS dokumentiert wichtige Aussagen:
Über den Leistungswillen der Migranten
„Meiner Erfahrung nach sind etwa 40 bis 50 Prozent der Kursteilnehmer zwar physisch anwesend, aber ihnen fehlt jede Motivation. Das ist zu viel – und überschattet die andere Hälfte, die wirklich beeindruckende Leistungen erbringt. Meist sehe ich am Anfang eines Kurses genau, aus wem etwas werden kann und aus wem nicht. Einige erscheinen nicht, ignorieren E-Mails; manchmal sucht selbst das Jobcenter nach ihnen, weil sie zu den festgesetzten Terminen nicht erscheinen.“

Eine Lehrerin unterrichtet im Rahmen eines Integrationskurses Migranten.
Was passiert, wenn einer die Prüfung nicht besteht
„Einige verstehen sehr schnell, dass es möglich ist, zum Kurs zu gehen, die Teilnahme quittiert zu bekommen und sofort wieder nach Hause zu gehen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Jeder Teilnehmer darf 30 Prozent der Kurszeit fehlen, ohne dass etwas passiert. Erst bei längeren Fehlzeiten fragt das Jobcenter nach. Mehr passiert aber nicht: Der Kurs wird weiter finanziert, die Wohnung weiterbezahlt. Auch wer die Prüfung nicht besteht, hat kein Problem – ihm wird einfach ein neuer Kurs angeboten. So können Migranten unzählige Monate in Integrationskursen verbringen, alle Jobangebote ablehnen, ohne auch nur einen Schritt aus dem eigenen Kreis herauszuwagen, in dem ausschließlich die eigene Muttersprache gesprochen wird.“
Was der Staat alles finanziert
„Die Integrationskurse werden staatlich gefördert, liegen aber in Händen von Trägern, die kein echtes Interesse an Integration haben. Deren Interesse liegt darin, Geld zu verdienen und weiter vom Staat finanziert zu werden. Deswegen funktionieren die Kontrollen nicht so, wie sie funktionieren müssten – sie sollen gar nicht funktionieren. Das Ende vom Lied sind ausgelaugte Lehrkräfte und unmotivierte Teilnehmer.“
Was sich ändern sollte
„Deutschland übersetzt alle wichtigen Informationen in andere Sprachen und feiert groß die Feiertage anderer Kulturen. Das ist zwar schön und gut, aber es ist auch wichtig, die eigenen Bräuche in all der Multikulturalität nicht untergehen zu lassen. Wenn ein Land zu liberal und offen agiert, sieht sich kein Hinzukommender in der Verantwortung, sich anzupassen – und irgendwann verliert das Land sich selbst. Ich fürchte, dass wir in ein paar Jahren nicht mehr definieren können, was Deutschland ausmacht: Welche Sprache ist unsere und welche Kultur ist die, die uns alle verbindet? Ein Land verschwindet nicht, weil Menschen hinzukommen – sondern, wenn es aufhört, sich selbst zu definieren.“
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