Iranische Künstlerin Furu Meran über den Krieg: „Solange meine Geschwister im Iran leiden, muss ich hier laut sein”
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Was bedeutet es, sein Land zu verlassen – im Wissen, dass man erst zurückkehren kann, wenn es frei ist? Im Interview mit NIUS spricht Furu Meran über ihr Aufwachsen als Frau im Iran, über den Protest im Exil – und darüber, wie fest sie an die Zukunft eines freien Irans glaubt.
2023 verließ Furu Meran den Iran, kam nach Deutschland, lernte in nur sieben Monaten Deutsch und steht heute kurz vor ihrem Architektur-Master. Als die Proteste im Iran im Dezember 2025 erneut eskalierten, ging sie in München auf die Straße. Ein Video, das sie singend auf einer Kundgebung zeigt, verbreitete sich rasant – erst im iranischen Fernsehen, dann in den sozialen Medien. Wenig später war ihr Gesicht auf den Titelseiten deutscher Zeitungen zu sehen.
Furu Meran geht auf die Straße, um ihrem leidenschaftlichen Wunsch, ihr Land befreit zu sehen, Ausdruck zu verleihen. Sie brennt dafür. Und glaubt fest daran, dass ihr Wunsch Wirklichkeit wird. Im Interview sagt sie: „Solange meine Geschwister im Iran leiden, muss ich hier laut sein.“
Sehen Sie hier das gesamte Interview:
„Es nahm mir meine Freiheit und meine Schönheit“
Aufgewachsen ist sie in Sari, einer Stadt am Kaspischen Meer. Schon früh spürte sie die Repressalien des Regimes. „Am ersten Schultag musste ich ein Kopftuch tragen. Ich wollte meine Haare frei lassen“, erinnert sie sich. Für sie steht das Kopftuch symbolisch für die Unterdrückung im Alltag. „Im Sommer war es erstickend. Es nahm mir meine Freiheit und meine Schönheit.“

Furu Meran im NIUS-Interview: Die angehende Architektin engagiert sich auch im Exil für die Freiheit im Iran.
Heute lebt Furu Meran in Berlin – und bleibt laut. Die angehende Architektin erhebt ihre Stimme für die Menschen im Iran und geht bundesweit bei Demonstrationen auf die Straße. Neben ihrem Masterstudium widmet sie sich ihrer zweiten Leidenschaft: Mit ihrer eigenen Band steht sie auf der Bühne und gibt Gesangsunterricht.
„Ein Lied voller Liebe“
Dass ihre Stimme viral ging, erklärt sie so: „Wir haben einfach ein Lied voller Liebe gesungen.“ Und weiter: „Plötzlich war das Video überall – weil es die Stimme aller Iraner war.“
Trotz ihres Lebens im Exil fühlt sie sich weiterhin eng mit den Menschen im Iran verbunden. „Hier lebe ich frei. Ich lerne frei. Ich liebe frei“, sagt sie. „Aber ein Teil von mir ist immer noch dort.“ Ihr Antrieb bleibt klar: „Die Menschen, die für Freiheit im Iran getötet wurden, sind meine Motivation.“
Ihr Wunsch für die Zukunft: „Die Haare frei. Laut singen. Fahrradfahren. Einfach Mädchen sein.“
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