Münchener Stadtteil verzweifelt an rumänischem Bettel-Clan: „Es ist wirklich schlimm“
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Helena GebhardIn München-Hadern spitzt sich seit Monaten ein Problem zu, das das gesamte Viertel beschäftigt: Unter einer Brücke an der A96 hat sich ein dauerhaftes Schlafcamp gebildet – mit zahlreichen Matratzen, Müll, Feuerstellen und seit neuestem auch Ratten. Ein Ort, der über die Jahre zum inoffiziellen Zuhause einer Gruppe Rumänen geworden ist – professionelle Bandenmitglieder, die tagsüber betteln und nachts unter der Brücke schlafen.

Hier, unter einer Brücke in München-Hadern, hat sich der rumänische Bettel-Clan niedergelassen.
Für die Anwohner ist die Situation längst nicht mehr tragbar. Sie berichten von Müllbergen, üblem Gestank und Ratten. Manche Familien schicken ihre Kinder nicht mehr allein über die Brücke, aus Sorge vor den Zuständen.
NIUS war vor Ort, um sich ein Bild zu machen und mit den Menschen dort zu reden. Schauen Sie sich das Video hier an:
„Was mich am meisten stört, ist der Lärm, das Grillen, der Rauch“
Eine Frau, die seit über fünf Jahrzehnten direkt gegenüber wohnt, schildert ihre Erfahrungen im Gespräch mit NIUS. Sie sagt: „Im Sommer ist es wirklich katastrophal. Sie machen Feuer, sie grillen dort drüben und wir bekommen den ganzen Rauch ab. Dazu der Unrat, der Lärm … es ist wirklich schlimm.“

Seit 55 Jahren lebt die Anwohnerin schon dort. Heute traut sie sich nicht mehr, ihre Balkontüre offen zu lassen.
Die Anwohnerin lebt seit 55 Jahren im Viertel und berichtet, dass sich die Lage über die Jahre dauerhaft verschärft habe.
„Die Feuerwehr musste schon mehrfach Matratzen entfernen. Dann ist kurz Ruhe und wenig später kommen sie wieder.“ Besonders belastend seien für sie Lärm und Rauch: „Was mich am meisten stört, ist der Lärm, das Grillen, der Rauch. Ich trau’ mich gar nicht mehr, die Balkontür offenzulassen.“
Auch nach 60 Kontrollen: Die Polizei ist machtlos
Trotz bereits 60 erfolgten Polizeikontrollen und mehrfachen Räumungen bleibt das Lager bestehen. Kaum ist ein Einsatz vorbei, liegen neue Matratzen da – oft, so sagen Anwohner, nur wenige Stunden später.

Wir wollten mit einer Frau des Bettel-Clans sprechen: ohne Erfolg.
„Die urinieren auf der Straße“
Ein anderer Anwohner, der anonym bleiben möchte, beschreibt wiederkehrende Probleme: „Hier standen immer wieder Autos mit rumänischen Kennzeichen. Die Leute haben teilweise auch in den Autos geschlafen. Am Morgen lag Müll herum – den haben sie direkt aus den Autofenstern geworfen. Darunter auch Glasflaschen.“ Und weiter: „Und dann muss natürlich auch gesagt werden: Die urinieren auf der Straße – einer von denen, der steigt morgens aus dem Auto und pinkelt direkt am Gehweg in Richtung Garten.“
Die Behörden seien mehrfach vor Ort gewesen, aber rechtlich oft machtlos. „Die Polizei hat gesagt, sie kann nichts machen, solange niemand eine Straftat begeht.“

Neben dem Bett: ein Teppich, verschiedene Schuhe und eine Cap.
Frust bei den Anwohnern
Der Frust entlud sich Ende Oktober auf einer Bürgerversammlung. Die Mehrheit stimmte dafür, den Bereich unter der Brücke komplett abzuzäunen. Doch die praktische Umsetzung ist kompliziert. Teile der Flächen gehören der Autobahndirektion, andere befinden sich in Privatbesitz. Streetworker bieten Übernachtungsschutz an, doch die Rumänen lehnen das Angebot ab.

Rund um das Matratzenlager: überall Müll.
Während Stadt und Behörden mögliche Maßnahmen prüfen, bleibt die Lage im Viertel angespannt. Viele Bewohner fühlen sich alleingelassen und hoffen auf schnelle Lösungen.
Mehr NIUS:
NIUS Original: Müll, Gewalt, Verwahrlosung – wie Roma-Clans Duisburg terrorisieren
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Helena Gebhard
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