Sicherheitsdienst verweist Fans im Deutschland-Trikot vom Public Viewing
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Schwarz-Rot-Gold als unerwünschtes Statement? Vor dem Public Viewing des WM-Spiels Deutschland gegen die Elfenbeinküste erlebten mehrere Besucher der Kieler Woche 2026 eine böse Überraschung. Auf dem Areal des sogenannten Muddi Marktes soll Sicherheitspersonal gegen Gäste in Deutschland-Trikots vorgegangen sein. Darüber berichten die Kieler Nachrichten.
Für Johanna, eine junge Mutter aus Kiel, die ihren Nachnamen nicht öffentlich machen will, endete der geplante Ausflug mit ihren Freundinnen abrupt. Kaum hatte die Gruppe die Veranstaltungsfläche betreten, wurde sie nach ihrer Darstellung von einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes angesprochen. Der Grund war ihr Deutschland-Trikot. Der Mitarbeiter habe sie aufgefordert, das Trikot auszuziehen, es umgedreht zu tragen oder die Nationalsymbole darauf abzudecken.
Die Begründung für dieses Vorgehen lieferte der Sicherheitsmann nach Angaben der Kielerin gleich mit. Johanna zitiert ihn mit den Worten: „Er sagte, es sei eine linke Veranstaltung, daher seien Nationalflaggen und -symbole nicht geduldet.“
Der Hinweis der Besucherin, dass sie unter dem Oberteil lediglich einen BH trage und ein Ausziehen deshalb nicht infrage komme, habe den Mitarbeiter nach ihrer Darstellung nicht zum Einlenken gebracht. Falls sie der Aufforderung nicht nachkomme, müsse sie die Fläche verlassen. Die Freundesgruppe entschied sich daraufhin zum Gehen. Eine andere anwesende Frau habe ihr Deutschland-Trikot demonstrativ umgedreht und dabei im Bustier vor allen Anwesenden gestanden.
„Ich dachte immer, die Kieler Woche wäre unpolitisch“
Die Betroffene zeigte sich im Nachgang fassungslos über die Maßregelung auf einem eigentlich offenen Volksfest. „Die Erfahrung auf dem Muddi Markt hat mich mit Kopfschütteln zurückgelassen“, sagte Johanna. Sie ergänzte: „Ich dachte immer, die Kieler Woche wäre unpolitisch.“
Offenbar blieb es nicht bei einem Einzelfall. Eine weitere Frau wandte sich laut den Kieler Nachrichten mit ähnlichen Schilderungen an die Zeitung. Ihr Sohn habe am Samstag den Muddi Markt mit einem Deutschland-Trikot betreten wollen und ähnliche Erfahrungen gemacht.
Der Vorstand des Muddi Marktes erklärte gegenüber den Kieler Nachrichten: „Am Samstag kam es zu einem Missverständnis zwischen den verantwortlichen Personen vor Ort und dem Sicherheitsdienst.“ Große Fahnen und Flaggen seien auf dem Gelände aus Sicherheitsgründen nicht zugelassen, unabhängig davon, welche Nation sie repräsentierten. Ein Verbot von Fußballtrikots gebe es dagegen nicht.
Bei der Person, die sich über das Kieler-Woche-Büro beschwert hatte, habe sich der Muddi Markt bereits direkt entschuldigt. Zudem sei sie eingeladen worden, das Gelände erneut zu besuchen.
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