Von Berlin bis Brüssel: Palästina-Anhänger bedrängen unsere Weihnachtsmärkte
Ein Beitrag von
Emanuela SutterNicht nur „Merkel-Lego“, Absperrungen und Sicherheitspersonal trüben die Weihnachtsmarkt-Stimmung. Palästinensische Aktivisten haben Adventmärkte in ganz Europa im Visier und sorgen mit Rauchbomben, Flaggen und Geschrei für ein beklemmendes Gefühl.
Weihnachtsmärkte sind wie Kirchen, Cafés, Denkmäler, Opern- oder Theaterhäuser und Karnevalsumzüge aus dem europäischen Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Seit dem späten Mittelalter bringen die Christkindlmärkte – so nennt man die Dezember-Stände in Österreich – mit ihrem bunten Lichterglanz, den Weihnachtsklassikern wie „Jingle Bells“, rustikalen Holzhütten, dampfendem Punsch, dem Duft nach gebrannten Mandeln und Zuckerwatte, nicht nur Kinderaugen zum Leuchten. Zu den ältesten ihrer Art gehören der Christkindlmarkt am Wiener Rathausplatz, der Bautzner Wenzelsmarkt oder der Dresdner Striezelmarkt.

Der Bautzener Wenzelsmarkt ist einer der ältesten Weihnachtsmärkte der Welt.
Doch die adventliche Tradition, die eigentlich Ausdruck der Vorfreude auf das Weihnachtsfest ist, wird nicht nur von Betonklötzen und Pollern gestört. Pro-palästinensische Demonstranten haben es auf die christlich konnotierten Weihnachtsmärkte abgesehen – und zerstören den adventlichen Frieden. Die oft mit Palästina-Flaggen ausgestatteten Randalierer brüllen Parolen, drehen laut arabische Musik auf oder zünden Rauchbomben mitten unter den Besuchern der Weihnachtsmärkte von Toulouse bis Wien.
Eine Chronik des Albtraums:
Brüssel: Weihnachtsmarkt von Aktivisten eingekesselt
Bei der Eröffnung des Brüsseler Weihnachtsmarkts versetzten vermummte pro-palästinensische Aktivisten Familien in Angst und Schrecken. Schauen Sie hier:
Sie kesselten die Besucher regelrecht ein, schwenkten schwarze und rote Rauchbomben sowie Palästina-Flaggen, schrien unter Trommelwirbel unter anderem „Shame on you“, wie in einem Video auf „X“ zu sehen ist. Augenzeugen sprechen von „Chaos“ und „Panik“, die sich auf dem Markt verbreiteten.
Wien: Aktivisten platzieren Palästina-Flaggen auf Kirche
Auch in Wien störten Pro-Palästina-Demonstranten die vorweihnachtliche Freude. Am ersten Adventwochenende blieben die Protestierer vor dem Christkindlmarkt am Wiener Rathaus stehen, schwenkten Flaggen und riefen Kampfparolen wie „free, free Palestine“ in Richtung der Weihnachtsmarkt-Besucher.
Zu Beginn der Demonstration auf dem „Platz der Menschenrechte“ griff ein Gaza-Aktivist einen Reporter der österreichischen Tageszeitung oe24 körperlich an und hinderte ihn bei der Berichterstattung. Die Polizei musste einschreiten. Der Höhepunkt folgte noch: Aktivisten „schmückten“ die Türme der Votivkirche, der zweithöchsten Kirche Wiens, mit Palästina-Flaggen. Die politischen Zeichen wurden mit Hilfe eines Krans mittlerweile entfernt.

Aktivisten „schmückten“ die Türme der Votivkirche.
Berlin: Antizionistischer Palästinenser-Stand
In Berlin sorgte ein antizionistischer Palästinenser-Stand auf dem Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz für Empörung. Dort wurden antisemitische pro-palästinensische Dekorationsobjekte zum Verkauf angeboten, etwa Magnete, Schmuck und Schneidebretter, die Umrisse einer Israel-Landkarte darstellen, die allerdings in den Farben der Palästinenser-Flagge oder des schwarz-weißen Palästinensertuchs gehalten sind. Auch Wassermelonen-Anhänger, Zeichen des palästinensischen Widerstands gegen Israel, wurden verkauft.
Eine B.Z.-Reporterin konfrontierte den jungen Verkäufer mit der Frage, ob bei dem Umriss der Karte nicht Israel fehle. „Nein, nein, das ist Palästina, nicht Israel“, antwortete er. Die Reporterin hakte nach: „Israel existiert also nicht?“. „Nein“, antwortete er auf Englisch. Laut Bild seien die besagten Gegenstände entfernt worden, nachdem der Weihnachtsmarktbetreiber den Händler darauf aufmerksam gemacht hatte.
Toulouse: laute arabische Musik
Auch aus dem französischen Toulouse kursieren Videos von Weihnachtsmarkt-Störern im Netz. Zu sehen sind junge Männer, die auf dem Markt laute arabische Musik aufgedreht haben – für viele Einheimische eine offene Provokation.
Essen und Stuttgart 2024: „Allahu Akbar“-Rufe
Schon im vergangenen Jahr zog eine Gruppe vorwiegend junger, dunkelhäutiger Männer mit lauten „Allahu Akbar“-Rufen durch die Essener Innenstadt, wo auch der Weihnachtsmarkt stattfand. Manche waren in Palästina-Flaggen eingehüllt.
Nur zehn Tage vor dem Weihnachtsfest 2024 erfolgte dann der nächste Aufreger: Statt Weihnachtsliedern ertönten „Allahu Akbar“-Sprechchöre auf dem Weihnachtsmarkt in Stuttgart. In den Videos sieht man dunkelhäutige, bärtige Männer, die den Sturz des syrischen Machthabers Baschar Al-Assad feiern. Der Ausdruck „Allah ist groß“ wird oft von Islamisten als Macht-Demonstration oder auch als Aufruf zur Gewalt genutzt. Schon 2023 hatten Anti-Israel-Demonstranten den Weihnachtsmarkt in Stuttgart gestört.
Kosten für Sicherheit explodieren
Dabei werden Weihnachtsmärkte so gut gesichert wie noch nie. Spätestens seit dem islamistischen Breitscheidplatz-Attentat am 19. Dezember 2016, bei dem zwölf Menschen ums Leben kamen, wurde klar, dass Weihnachtsmärkte als leicht angreifbare Orte mit Menschenmassen gelten. Seitdem ist die Aufrüstung im vollen Gange. Ein oftmals großes Polizeiaufgebot und triste graue Beton-Klötze, oft auch als „Merkel-Lego“ bezeichnet, prägen die Kulisse der Weihnachtsmärkte.
Die Kosten für die Sicherheit sind gerade für kleinere Städte oft nicht stemmbar. Aus diesem Grund gibt es in Overath bei Köln in diesem Jahr eben keinen Weihnachtsmarkt. Zu hoch sind die Kosten für Absperrungen und Sicherheitspersonal, die mögliche Terroranschläge verhindern sollen.
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