Olaf Scholz will Warn-Hinweise für Kinderbücher wie „Tim und Struppi“
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Populäre Romane, Comics und Kinderbücher wie „Tim und Struppi“ oder „Pippi Langstrumpf“ werden immer wieder wegen ihrer „rassistischen Darstellungen und Stereotype“ kritisiert – obwohl die Darstellungen zur damaligen Zeit vor im Fall von „Tim und Struppi“ vor fast 100 Jahren Alltag waren. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) spricht sich dafür aus, solche historischen Geschichten nachträglich mit Warn-Hinweisen zu versehen!

„Tim und Struppi“ erblickt vor 94 Jahren das Licht der Welt.
„Ich bin dafür, Probleme auf jeden Fall sichtbar zu machen in Vor- und Nachworten und mit Hinweisen im Text“, sagte er im Interview mit der Süddeutschen Zeitung, in dem es nicht um Politik, das Schrumpfen der Wirtschaft oder andere Sorgen in Deutschland, sondern einzig um des Kanzlers liebstes Hobby ging: das Lesen.
Man solle deutlich machen, so Scholz, „was so heute nicht mehr in Ordnung ist“. Gerade bei Bildungs-Material will der Bundeskanzler keine Kompromisse machen: „Wenn es sich um pädagogisches Material für Kinder handelt, sollte es klar unseren heutigen Vorstellungen entsprechen. Da werden wir Wege suchen und auch ein bisschen herumtasten müssen“, sagte er der SZ.

Bundeskanzler Olaf Scholz will Kinderbücher mit Hinweisen in Vorworten oder im Text auf möglicherweise rassistische Darstellungen versehen.
Enkelin: Astrid Lindgren keine Rassistin
Erst vor kurzem hatte sich die Enkelin von „Pippi Langstrumpf“-Autorin Astrid Lindgren, Annika Lindgren, zu Wort gemeldet. Ihre Großmutter sei alles andere als eine Rassistin gewesen: „Im Gegenteil, sie hat es verachtet, wenn Menschen Macht über andere missbraucht haben. Und sie hat sich immer bemüht, allen den gleichen Respekt entgegenzubringen – egal ob jemand ein Kind war, ein Taxifahrer oder eine Königin“, so die Lindgren-Enkelin zur Zeit. Man könne nicht ausschließen, dass sich Menschen von der Darstellung kolonialer Stereotype verletzt fühlten – „Und das können wir nicht ändern oder korrigieren, indem wir ein Wort streichen. Wer weiß, vielleicht werden die Pippi-Bücher irgendwann nicht mehr gelesen“, sagte sie weiter.
„Pippi Langstrumpf“ steht in der Kritik, weil Pippis Vater „Neger-König“ genannt wurde. In den „Tim und Struppi“-Comics wurde unter anderem kritisiert, dass in dem 1930/31 entstandenen Album „Tim im Kongo“ Afrikaner als dumm, arbeitsscheu und unfähig, weiße hingegen als überlegene Kolonialherren dargestellt würden. Die Klage des kongolesischen Studenten Bienvenu Mbutu Mondondo in Belgien (dort kommen die Comics her) wurde 2012 abgelehnt. Begründung: Autor Hergé habe mit dem Comic nicht zum Rassenhass aufstacheln wollen, vielmehr hatten die Darstellung der Afrikaner die damalige Zeit widergespiegelt. In neuen Auflagen von „Pippi Langstrumpf“ ist seit 2009 vom „Südseekönig“ die Rede.
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