Cara Delevingnes Heuchel-Feminismus: Warum dieses Cover Selbstbestimmung sein soll
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Unten ohne auf dem Cover des US-Playboy, das Geschlecht nur notdürftig mit einer Hand bedeckt – damit schreibt das britische Model Cara Delevingne Geschichte, denn an Brüste und Popos hatte man sich ja schon gewöhnt. Noch mehr: Die 33-Jährige ist auch die erste offen lesbische Frau auf dem Titel. Delevingne, britische Oberschicht, beste Beziehungen zum Königshaus, Drogenabstürze, öffentliche Beziehungsdramen – eine Frau, die schon immer wenig darauf gibt, was andere von ihr halten. Dass sie jetzt in der Busenbibel Playboy mit Uiuiui-Fotos auftaucht, erstaunt eigentlich niemanden.
„Ich liebe meine Vagina“
Umso unverständlicher, dass sie sich offenbar bemüßigt fühlt, der Bildstrecke wieder den Feminismus-Stempel aufzudrücken. Als sei ein Shooting ohne Schlüppi ein großer Schritt für die Menschheit. Delevingne ziehe sich jetzt „zum ersten Mal in ihrer Karriere zu ihren eigenen Bedingungen aus“, verkündet der Playboy auf Instagram. Für das Shooting engagierte Delevingne übrigens ein überwiegend weibliches und queeres Team.
Herausgekommen sind fantastische Bilder und ein Gespräch aus der Sparte „too much information“: „Ich liebe meine Vagina. Meine Vagina und ich haben mittlerweile ein tolles Verhältnis zueinander. Das hat eine Weile gedauert“, erklärt die Schauspielerin im Video-Interview mit dem Playboy. „Es macht so viel Spaß, nackt zu sein. Ich liebe das Gefühl und die Freiheit, meine Sexualität und meinen Körper selbstbestimmt zu leben.“

Delevingne spielte in Erfolgsfilmen wie „Valerian“, „Margos Spuren“ und „Suicide Squad“
Da ist es wieder, das Wort, mit dem einige Feministinnen ihre Dauernacktheit rechtfertigen: Selbstbestimmung. Dabei juckt das 2026 wirklich niemanden mehr. Delevingne redet sich um Kopf und Kragen, wenn sie denn einen hätte: „Ich war schon früher bei Fotoshootings und in Filmen nackt. Aber es war mir immer ein bisschen unangenehm, wenn es für jemand anderen war – natürlich war es meine Entscheidung und ich habe zugestimmt, aber es hat sich nie befreiend angefühlt.“
Jetzt also „befreite“ Bilder: Auf allen Vieren in roten Strapsen, lasziv im Bunny-Mieder mit Hasenöhrchen – es sind schöne Fotos einer originellen Frau. Nur die Sprüche aus dem Buzzword-Bullshit-Baukasten hätte gar niemand gebraucht: „Ich habe mich noch nie so wohl in meinem Körper und mit meiner Sexualität gefühlt. Ich habe das Gefühl, dass ich als Frau und als sexuelles Wesen mehr denn je in meiner Blütezeit bin.“

Beste Kontakte zu den Royals: Cara Delevingne war 2018 Gast bei der Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle
Für die einen ist es sexy, für die anderen Sexismus
Seit vier Jahren liebt Delevingne die britische Musikerin Minke. Zwei heiße Frauen in Love – das wirft bei manchem Mann das Kopfkino an. Aber auch hier gibt’s sofort eine Einordnung von Delevingne: „Natürlich ist der ‚Playboy‘ eine durch und durch heterosexuelle Institution. Deshalb fühlte es sich ein bisschen wie ein ‚F*** you‘ und wie eine rebellische Geste an.“
„Ja mei, macht’s halt!“, würde der Bayer jetzt sagen. Es ist ein (vermutlich gut bezahltes) Nackedei-Shooting mit einem Star, der seinen Körper und seine Sexualität gerne mag. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Warum dann immer dieser Empowerment-Holzhammer? Delevingne schiebt ganz bescheiden hinterher:
„Zu viele Menschen beschäftigen sich damit, wie andere sie sehen – statt, eine gute sexuelle Beziehung zu sich selbst aufzubauen.“
Na also. Hosen runter, Ideologie raus und einfach genießen!
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