Karnevalskostüme 2026 – Vorsicht, Cancel-Gefahr!
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Welches Kostüm tragen Sie an Karneval? Spoiler: In 90 Prozent der Fälle wird es Ärger geben. Denn seit ein paar Jahren stehen Verkleidungen, die irgendjemanden verletzen könnten, auf der schwarzen Liste. Mit einigen machen Sie sich möglicherweise sogar strafbar.
Schon 2017 hat das Kölner Forum gegen Rassismus und Diskriminierung mit der Plakatkampagne „Ich bin kein Kostüm!“ auf unangebrachte Verkleidungen aufmerksam gemacht. Heute, fast zehn Jahre später, gilt für noch viel mehr Kostümierungen: Geht gar nicht.
Wichtigste Regel: Kulturelle Aneignung ist tabu
Verzichten Sie auf Geisha-Kostüm oder Sombrero und lassen Sie ihre alte Indianer-Kutte im Keller! Rassismus-Forscher meinen nämlich: Viele dieser Darstellungen stammen aus kolonialen Klischees und sind respektlos gegenüber Menschen, die historisch Diskriminierung erlebt haben.

Sein Kind als Indianer verkleiden? Kulturelle Aneignung!
Und die Zeitschrift GLAMOUR dozierte schon im Oktober 2025: „Und nein, die Argumente ‚Jede:r darf anziehen, was er:sie will‘, ‚Das wird man ja wohl noch tragen dürfen – ist ja nur eine Verkleidung‘ oder ‚Früher war das auch kein Problem‘ ziehen an dieser Stelle einfach nicht. Natürlich sollte jede:r anziehen, was er:sie möchte – aber eben nicht, wenn sich andere Menschen dadurch angegriffen fühlen oder verletzt werden.“
Tabu sind demnach folgende Verkleidungen: reale Serienmörder:innen oder Kostüme, die Gewalt verharmlosen, außerdem Blackfacing oder Yellowfacing.
Sie wollen als mexikanische Malerin Frida Kahlo gehen? Vergessen Sie’s! Buntes Kleid, Blumen im Haar und Monobraue gehen für die GLAMOUR klar, aber nur, so steht es da, „ohne den eigenen Teint zu verändern (und ja, auch eine Foundation, die ‚ja nur zwei Nuancen dunkler ist‘ als die eigentliche, zählt da schon rein).“
Fatsuits verbieten sich natürlich von selbst (Bodyshaming). Ach ja, falls Sie die Hoffnung hatten, als „sexy Krankenschwester“ einen Partner kennenzulernen, müssen wir Sie enttäuschen: Das ist nach dem woken Kostüm-Knigge „eine sexualisierte Verkleidung nach dem Vorbild klischeebehafteter Stereotypen, die auf einer reaktionären Rollenverteilung basieren.“

Sie wollen als Frieda Kahlo gehen? Ist okay, solange Sie Ihren Teint nicht verfremden. Finger weg von Make-up!.
Aus Spaß ist bitterer Ernst geworden
Aber was sind denn nun die Verkleidungstrends 2026? Im Internet finden sich: Kostüme aus „Wicked“, Anzüge aus der Serie „Squid Game“ oder das Manitu-Outfit. Moment mal: Ein Hexenmusical, eine Gewaltserie und eine Indianerklamotte sind in Ordnung? Vorsicht: Laufen Sie nicht in diese Falle! Gehen Sie auf Nummer sicher, mit unserer politisch korrekten Kostüm-Idee:
Verkleiden Sie sich ganz unverfänglich als Karotte, Erdbeere – oder als beleidigte Leberwurst. Wie das geht? Färben Sie sich die Haare blau, schneiden Sie sich einen kurzen Problempony, tragen Sie nachhaltige Kleidung aus dem Second-Hand-Shop, einen Jutebeutel, (am besten mit Regenbogenflagge drauf) und schauen Sie so vorwurfsvoll wie möglich. Ihre Accessoires: ein 2000-Euro-Notebook (mit Anti-Kapitalismus-Klebern) und ein 7-Euro-Matcha-Latte im To-go-Becher. Falls Sie jemand darauf anspricht, zeigen Sie ihm sofort die Red Flag und verweisen Sie auf Ihren guten Draht zur Antidiskriminierungsstelle. Will er Sie ohne Vorwarnung küssen, kann er was erleben. Hat er andere Ansichten zu Migration, Klima und Corona oder isst er Bratwurst, beschimpfen Sie ihn als Rechten. Mit dieser Aufmachung sind sie auf der richtigen Seite.
Mit einem Kostüm-Fauxpas kann Karneval schnell zur Falle werden. Ein Bier zu viel und – schwupps – sind Sie erledigt. Lassen Sie es nicht so weit kommen! Feiern Sie sich nicht ins gesellschaftliche Abseits! Sonst laufen sie Gefahr, am nächsten Morgen nicht nur verkatert, sondern auch gecancelt aufzuwachen.
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