Nicht mal 2 Prozent Talkshow-Präsenz: ARD und ZDF schalten AfD konsequent stumm
Ein Beitrag von
Eine Auswertung des ÖRR-Blogs zur Besetzung politischer Talk-, Interview- und Podcastformate im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zeigt deutliche Unterschiede zwischen der Sitzverteilung im Bundestag und der medialen Präsenz der Parteien. Wenig überraschend und trotzdem skandalös: Die AfD kommt nicht mal auf zwei Prozent aller Talkshow-Vertreter, dabei stellt die Partei fast ein Viertel der parlamentarischen Bundestagsvertreter.
Grundlage der Erhebung sind laut ÖRR-Blog mehr als 770 Sendungen mit insgesamt 1.092 Auftritten von Parteivertretern bei ARD, Deutschlandfunk, Phoenix und ZDF im Zeitraum von der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 bis zum 18. Dezember 2025.

Die Ergebnisse im Detail: Nach der Bundestagswahl verfügt die CDU/CSU über 33 Prozent der Mandate im Bundestag. In den ausgewerteten Sendungen stellten Vertreter der Union 46,06 Prozent der Gästeauftritte. Die SPD hält 19 Prozent der Sitze im Bundestag und erreichte einen Gästeanteil von 27,56 Prozent. Bündnis 90/Die Grünen sind mit 13,5 Prozent der Mandate im Bundestag vertreten und kamen in den untersuchten Formaten auf 16,06 Prozent der Auftritte. Die Linke verfügt über 10,2 Prozent der Bundestagsmandate und stellte 8,79 Prozent der gezählten Gästeauftritte.
ZDF-Journalist beliebtester Talkgast im ZDF
Dann eine riesige Diskrepanz: Die AfD kommt auf 24,1 Prozent der Sitze im Bundestag – war in den erfassten Sendungen jedoch nur mit 1,47 Prozent der Gästeauftritte vertreten.
Berücksichtigt wurden unter anderem die Sendungen Maischberger, Hart aber fair, Anne Will, Markus Lanz, phoenix runde, Unter den Linden, Caren Miosga sowie politische Interview- und Podcastformate der beteiligten Sender.
Einen Eindruck davon, wie stark sich die Gästelisten bei ARD und ZDF beschnitten werden, liefert auch eine ergänzende Auswertung des ÖRR Blog. Demnach war ZDF-Journalist Elmar Theveßen im Jahr 2025 mit 30 Auftritten der mit Abstand häufigste Talkshowgast. Es folgen der stellvertretende Welt-Chefredakteur Robin Alexander mit 18 Auftritten sowie Ex-Spiegel-Chefredakteurin Melanie Amann, Eva Quadbeck und Kerstin Münstermann mit jeweils 15 Einladungen. Ebenfalls häufig vertreten waren CDU-Politiker Norbert Röttgen und Journalist Michael Bröcker mit jeweils 14 Auftritten sowie der Politikwissenschaftler Carlo Masala und CDU-Politiker Thorsten Frei mit jeweils 13 Auftritten.
AfD-Vertreter sucht man in der Liste vergeblich.

Gemäß des gesetzlichen Programmauftrags des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sind ARD, ZDF und Deutschlandradio verpflichtet, Objektivität, Unparteilichkeit, Meinungsvielfalt und Ausgewogenheit zu gewährleisten – ein Anspruch, von dessen Einhaltung auch die Legitimation des Rundfunkbeitrags abhängt.
Mehr NIUS:
ZDF behauptet, Musk hätte zur „Jagd auf Migranten“ aufgerufen
ZDF verpennt WM-Eröffnungsfeier, weil ihm Trump-Bashing und Werbung wichtiger sind
ARD und ZDF über Belfast: Wie eine öffentliche Hinrichtung zur Randnotiz wird
„Funk“ beschwert sich über 45,8 Millionen Euro Zwangsgebühren pro Jahr und löscht danach den Beitrag!
KI-Verdacht: FAZ entfernt Gastbeitrag von CDU-Ministerpräsident Voigt
Deutschlandfunk erörtert steile Thesen zu Klima und Kulturbetrieb
Arte erfindet „pogromähnliche Zustände” gegen Italiener beim Sommermärchen 2006
Aus der Kurve auf die Kanzel: Wie das Fußball-Magazin „11 Freunde“ immer linker wurde
Mehr NIUS:
„Funk“ beschwert sich über 45,8 Millionen Euro Zwangsgebühren pro Jahr und löscht danach den Beitrag!
KI-Verdacht: FAZ entfernt Gastbeitrag von CDU-Ministerpräsident Voigt
Deutschlandfunk erörtert steile Thesen zu Klima und Kulturbetrieb
Arte erfindet „pogromähnliche Zustände” gegen Italiener beim Sommermärchen 2006
Aus der Kurve auf die Kanzel: Wie das Fußball-Magazin „11 Freunde“ immer linker wurde
So sehen Sie mehr NIUS auf Google News
Youtuber-Paar treibt Baby mit Downsyndrom ab und erhält jetzt Morddrohungen
Wie damals für George Floyd: Tausende Menschen knien jetzt für ermordeten Henry Nowak auf TikTok
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare