Restle wirft ARD vor, zu zaghaft mit der AfD umzugehen: „…mit meiner Haltung zur AfD wohl in der Minderheit“
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ARD-Journalist Georg Restle geht auf Distanz zu seinem eigenen Sender. Der langjährige „Monitor“-Moderator kritisiert den Umgang der ARD mit der AfD ungewöhnlich offen – und stellt sich damit gegen weite Teile des öffentlich-rechtlichen Apparats. Seine Diagnose: Die Berichterstattung sei zu zurückhaltend, zu vorsichtig, zu wenig konfrontativ.
Im Gespräch mit Die Zeit erklärt Restle wörtlich: „Ich bin in der ARD mit meiner Haltung zur AfD wohl in der Minderheit.“ Der Satz ist bemerkenswert, weil er einen internen Dissens offenlegt, der sonst kaum sichtbar wird. Zugleich stellt sich die Frage, wie weit links Restle stehen muss, um selbst der ARD mangelnde Härte vorzuwerfen.
„Mit klarer Haltung zur AfD in der Minderheit“
Konkret beklagt er eine „Zaghaftigkeit“ im journalistischen Zugriff. Restle: „Ich bin in der ARD mit meiner klaren Haltung zur AfD inzwischen wohl in der Minderheit, wenn auch nicht allein. In den letzten Jahren wurde in der ARD sehr intensiv darum gerungen, wie man mit der AfD im Programm umgehen soll. Ich habe den Eindruck, dass sich dabei die Meinung durchgesetzt hat, man solle die Partei wie jede andere behandeln – solange sie nicht verboten ist.“
Auf die Frage, wie er sich das erkläre, antwortet der ARD-Mann: „Ich bemerke eine gewisse Zaghaftigkeit. Man muss den starken Gegenwind, den wir wegen unserer AfD-Berichterstattung aus diesem Milieu bekommen, aushalten können. Das ist nichts für jeden. Und darüber hinaus hat die scharfe Kritik an ARD und ZDF insgesamt, auch aus der Mitte der Gesellschaft, ganz sicher zu einer Verunsicherung in den Sendern beigetragen.“
Restle hat vor einer Woche angekündigt, künftig aus Nairobi (Kenia) zu berichten. Am Donnerstag wird er seine letzte „Monitor“-Folge moderieren.
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