Verkehrswende in der 1. Klasse: „Mobilitätsexpertin“ von ARD und ZDF schnorrt sich 8.000 Euro für eine BahnCard 100 zusammen
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Mit markigen Forderungen tingelt Katja Diehl als „Mobilitätsexpertin“ unter anderem gern durch die ARD-Sender und das ZDF. Leider ist sie chronisch knapp bei Kasse. Jetzt ließ sie 7.999 Euro für eine BahnCard 1. Klasse sammeln, weil sie andere Lebensentwürfe zwar gern kennenlernt, aber wohl doch lieber ungestört vom niederen Volk sitzt.
„Autoverkehr hat in Europa mehr zerstört als die Kriege, die es durchlitten hat“, „Jede Autofahrt kann töten“, „Wir nehmen den Deutschen den Traum vom eigenen Auto und vom Eigenheim“ – mit solchen Weisheiten hat es Katja Diehl in die Medien geschafft. Vor allem in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wo sie unter anderem bei MDR, SWR und WDR als „Mobilitätsexpertin“ vorgestellt wird.
Was qualifiziert nun zur Expertise? Hat Katja Diehl Verkehrsingenieurwesen/Verkehrswesen, Mobilitäts- und Verkehrsmanagement, Verkehrs- und Raumplanung oder Verkehrswirtschaft (Transport and Logistics) studiert? Mitnichten, sondern: Literaturwissenschaften, Medien und Soziologie.
1.300 Euro netto für einen Vortrag „unangemessen“?
Eine „Mobilitätsexpertin“ ist Katja Diehl von der Ausbildung her also eher nicht. Vielmehr bittet man sie in ihrer eigentlichen Eigenschaft als Klima- und Verkehrswende-Aktivistin um steile Thesen, die das Herz jedes grünen Autohassers höher schlagen lassen.

Außer steilen Thesen nichts gewesen: Katja Diehls Expertise ist gefragt.
Viel unterwegs ist die Aktivistin allerdings. Nach Stationen unter anderem bei der Deutschen Presseagentur (dpa), der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und den Stadtwerken Osnabrück ist sie seit ein paar Jahren freiberuflich tätig. Allein: Aus familiären und gesundheitlichen Gründen ist Katja Diehl chronisch klamm. Ihre Arbeit werde nicht angemessen entlohnt, klagt Diehl, manchmal biete man ihr „400 Euro für einen ganzen Tag (inkl. An- und Abreise + Moderation)“, man werfe ihr vor, sie verlange zu hohe Honorare, und sie werde von manchen nicht mehr gebucht, weil sie auch die Grünen kritisiere. Und 1.300 Euro netto für einen Vortrag in Süddeutschland habe man „unangemessen“ gefunden. Na, so was?!
2025 habe sie, so Diehl, „kaum finanzielle Sicherheit“. Daher schnorrt sie immer wieder ihre Anhänger an. Als Selbständige brauche sie einfach mehr Support. Die Idee: „Ich habe hier 30.000 Follower:innen, wenn diese je einen Euro im Monat für meine Arbeit bereitstellten, könnten wir viel bewegen.“
Rechtsruck wegen zu wenig ÖPNV
Mit 30.000 Euro im Monat lässt sich wirklich manches bewegen. Katja Diehl hat ja auch Kosten! Zum Beispiel muss ein Minijobber bezahlt werden, der „wegen der Hassflut meine Mails und mein Instagram betreuen“ und dabei helfen soll, Hater „juristisch verfolgen zu lassen“. Blöd auch, wenn Fachkräfte für spontane Eigentumsübertragung am Werk waren („Mir wurde mein Alltagsrad geklaut“), was die Aktion „New Bike for Katja“ erforderlich machte. Und dann ist da noch die Miete: „I can’t pay my rent and all that, support me!“ Per PayPal kann man das machen, und manche machen es auch tatsächlich.

New bike for Katja, das alte wurde geklaut.
Jetzt hat die Mobilitätsexpertin („Das Auto ist etwas, was wir heute nicht mehr einführen würden“) eine weitere erfolgreiche Crowdfunding-Aktion gestartet: Sie hat sich binnen Tagen das Geld für eine BahnCard 100 erbettelt. Wer denkt, immerhin seien 4.899 Euro eine hübsche Summe, mag allerdings vom Spendenziel überrascht sein.
Denn: Diehl meint zwar, dass weniger Öffis den „Rechtsruck“ begünstigen (eine Studie habe gezeigt, dass in Bereichen, in denen es weniger öffentliche Verkehrsmittel gibt, mehr rechts gewählt wird): „Ich sehe schon die Korrelation, weil: In der Bahn lerne ich andere Lebensentwürfe kennen, ob ich will oder nicht. Und das kann natürlich auch unangenehm sein, will ich gar nicht ausschließen, weil man mag nie alle Menschen …“

Hammer: Die Spenden sprudeln!
Deutschlandticket wohl zu popelig
Allein, das Unangenehme überwiegt wohl doch, jedenfalls unter den Fahrgästen in der 2. Klasse, weshalb die für Katja Diehl (und erst recht das Deutschlandticket) nicht infrage kam, sie brauchte 7.999 Euro – für eine BahnCard 100 1. Klasse!
Und dabei hatte die Aktivistin doch mal erklärt, es gelte, „Bequemlichkeit zu überwinden“. Nicht die eigene, klar, erst recht nicht, wenn man die Expertise nicht wertschätzt, die Diehl mitbringt und unter anderem mit ihren Büchern „Autokorrektur – Mobilität für eine lebenswerte Welt“ und „Raus aus der AUTOkratie – rein in die Mobilität von morgen!“ sowie – mit Mario Sixtus! – „Picknick auf der Autobahn – Wie wir in Zukunft unterwegs sein werden“ unter Beweis gestellt hat.
Außerdem ist sie Co-Autorin des Buchs „Komm mit in die Welt von morgen“ („Eine Geschichte über Mobilität, Klimagerechtigkeit und Miteinander in der Zukunft“), um schon die Kinder klimaideologisch zu impfen.

Katja Diehl sieht im Auto das Böse. Man hört es gern!
Es muss schon die „schwarze Mamba“ sein
Dann hat sie ja noch ihren 14-täglichen Podcast, einen Vortrag dann und wann sowie die Mitgliedschaft im Beirat der „FTI-Strategie Mobilität“ des österreichischen Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie. Außerdem muss sie auch noch täglich „posten, recherchieren und aufklären, in Talkshows sitzen und kontern“ und im Fernsehen erklären, dass man mehr miteinander redet, gestärkte Nachbarschaften und „mehr Demokratie auf der Straße“ hätte, wenn nur diese Autos nicht „den öffentlichen Raum zustellen“ würden.
Ganz schlimm sind die „Hater“, die sich über ihre Schnorrer-Aktionen lustig machen. Das sei „antidemokratische Diskurszerstörung“ durch „Delegitimierung von Expertise“, „persönliche Diffamierung“ und „Misogynie als Methode“. Da hat sie recht. Würden die öffentlich-rechtlichen Sender, die ja auf einem Geldspeicher mit neun Milliarden Euro sitzen, einfach mal ein anständiges Honorar zahlen, müsste Katja Diehl nicht mit ihren 52 Jahren ihre Follower:innen anhauen, um wenigstens einigermaßen komfortabel von Termin zu Termin reisen und erklären zu können, warum man den Deutschen „den Traum vom eigenen Auto und vom Eigenheim“ nehmen muss.

Erfolgsmeldung: Die Knete ist zusammengekommen! Jetzt die BahnCard für 2027 ...
Wie auch immer – ihre Fans, potenzielle Opfer des Enkeltricks und offenbar begierig darauf, sich Verbote verordnen zu lassen, haben die 7.999 Euro für die BahnCard 1. Klasse, die „schwarze Mamba“, im Nu aufgebracht. Ein Erfolg, der Katja Diehl gleich ermutigte, eine zweite Aktion für die BahnCard zu starten, die sie im Jahr 2027 braucht. Hoch die intersektionale Mobilität!
Lesen Sie dazu auch: Hört auf, die Autofahrer zu hassen! (PS: Ich liebe dich …)
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Claudio Casula
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