Dunja Hayali spielt sich selbst, Aktivistin Katja Diehl war Beraterin: ZDF-Film und Doku bewerben HateAid und Narrativ von „digitaler Gewalt“
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So platt wie penetrant indoktriniert das Zweite seine Zuschauer in einem TV-Film mit der Erzählung, dass „Hass und Hetze“ im Internet das Problem unserer Zeit sei und nicht etwa die 700 Gruppenvergewaltigungen im Jahr. Aktivisten wirken offen mit, und danach folgt auf die Gehirnwäsche noch ein Schleudergang in Form einer Doku.
Wer auch immer in der ZDF-Programmplanung den Sendeplatz für den Spielfilm „Eine bessere Welt“ plus anschließende Doku festlegte, hatte ein goldenes Händchen. Oder lief die aktuelle Kampagne gegen „virtuelle Gewalt“ rein zufällig zeitlich so an, dass Film und Doku kurz nach der Demo in Berlin gerade passten? Man weiß es nicht.
Fest steht, dass beide die üblichen Erzählungen linker Aktivisten bedienten: „Digitale Gewalt“ (vor allem gegen Frauen) ist ebenso hart wie physische, oft führt sie sogar zu Gewalt im analogen Leben. Hass und Hetze – vor allem von rechts – sind allgegenwärtig. Opfer müssen sich an Meldestellen wenden. Männer sind misogyn. Und es braucht dringend mehr Kontrolle im Netz, der Staat muss das regeln.
Hayali auch hier mit Haltung
Der TV-Thriller, der all diese Nachrichten über 90 Minuten so flach wie ein Kuhfladen transportiert, heißt „Eine bessere Welt“ – wie das Buch, das die Protagonistin Elena (dargestellt von Peri Baumeister) verfasst hat. Sie ist promovierte Geologin, verheiratet mit Deniz (netter Kerl mit Migrationshintergrund) und hat mit ihm zwei Kinder. Die Familie ist gerade von der Stadt aufs Land in ein verwunschenes Haus gezogen.

Elena (Peri Baumeister) erlebt Hass und Hetze – von rechts, natürlich.
Mit der Idylle ist es vorbei, als sie für die Klimaaktivistin Lara in einer TV-Talkshow einspringt, die den originellen Namen „talk und themen“ trägt und von niemand anderem als der Haltungsjournalistin Dunja Hayali moderiert wird, die sich hier selbst spielt. Die nächsten Minuten werden damit verbracht, die Mär von der Klimakatastrophe zu erzählen, von der Hayali sagt, sie sei „mittlerweile ja eingetreten“.
Elenas These, die sie auch in ihrem Buch vertritt: Nur ein festes CO2-Budget kann die Klimakrise einhegen. Jeder müsse sich einschränken. Das betreffe das Autofahren und Fliegen ebenso wie alltägliche Dinge wie das Föhnen der Haare. Ihr Kontrahent in der Runde ist natürlich ein Mann im Dreiteiler und in seinem Beharren auf individuelle Freiheit maximal unsympathisch (Deniz stöhnt zu Hause auf der Couch: „Das ist so ein Horst!“). Er wird von Elena selbstredend argumentativ und rhetorisch ausgeknockt.

Bei Hayali tritt die sympathische Frau gegen einen liberalen Stinkstiefel an.
Männer sind Schweine (bis auf den Migranten)
Der Konsument des Thrillers erfährt so, dass 90 Prozent der Weltbevölkerung, die noch nie das Privileg hatten, in einem Flugzeug zu sitzen, „als erste wegen der Klimakrise untergehen“ und dass Millionäre, die „Superreichen“, tausende Tonnen CO2 mit ihren Privatjets in die Luft blasen. Pfui!
Hier sollte man erwähnen, dass die im öffentlich-rechtlichen Rundfunk als „Verkehrsexpertin“ firmierende Autohasserin und Aktivistin Katja Diehl als „Fachberatung“ an dem Machwerk mitwirkte. Diehl fühlt sich auch ständig als Opfer frauenfeindlicher Gewalt. Da überdies die YouTuberin/Influencerin Kayla Shyx (als Klimaaktivistin Lara) dabei ist, der gerichtlich untersagt wurde, gewisse Behauptungen über sexuelle Handlungen und die mutmaßliche Verwendung von K.-o.-Tropfen aufzustellen (sie war von Rammstein-Sänger Till Lindemann abgemahnt worden), verwundert es nicht, dass Männer in diesem Film ganz schlecht wegkommen.

Als „Beraterin“ dabei: Aktivistin Katja Diehl
Neben dem erwähnten Unsympathen in der Hayali-Talkshow sehen wir unter anderem einen im Bus übergriffigen Mann sowie einen Umzugshelfer, der Elena unerlaubterweise auf den Mund küsst, und hören ganz viele männliche Stimmen aus dem Off, die Elena nach ihrem Talkshow-Auftritt im Netz beleidigen und massiv bedrohen.
Frauenfeindlichkeit ohne Ende
Doch wir greifen vor: Nach der Talkshow kommt Hayali nämlich noch kurz in die Maske, um Elena zu danken („Wir haben total Probleme, Frauen zu finden, die sich an die Öffentlichkeit trauen“) und ihr zu raten, in den nächsten Tagen besser nicht ins Internet zu gehen.
Macht Elena aber doch. So erfährt sie die schlimmen Reaktionen. Mehr als ein halbes Dutzend Mal hört der Zuschauer lauter Aussagen wie diese hier: „Du Bitch!“, „Dich sollte man verbrennen“, „Frauen sind dazu da, dem Mann zu dienen“ (!), akzentfrei vorgetragene, offenbar sehr biodeutsche Überzeugung. „Schlampe“, „Hexe“, „Dich sollte man ausmerzen“ und so weiter.
Jemand, der sich „der beste Freund“ nennt, teilt der Wissenschaftlerin in geschwollenem Ton mit, sie habe sich „des Verrats am eigenen Volk schuldig gemacht“ und verdiene wegen der „Verbrechen am deutschen Volk“ den Tod. In der Folge kündigt „der beste Freund“ Hausbesuche zur Vollstreckung der Strafe an. Wie das so ist, wenn man in der Talkshow als Linker etwas Kontroverses sagt.
Wer hat die Hühner gemeuchelt – der Fuchs oder der digitale Mob?
Elena bekommt nun Angst, zeigt solche Botschaften bei der Polizei an, die ihr aber mitteilt, meistens würden solche Ermittlungen eingestellt, und es seien ja noch keine Täter, sondern erst mal Beschuldigte, was Elena zu einer empörten Reaktion veranlasst. Die aber passt, schließlich wird derzeit versucht, die Unschuldsvermutung im Fall Fernandes/Ulmen abzuräumen, sie als „Täterschutz“ zu brandmarken und die Kastration eines mutmaßlichen „virtuellen Vergewaltigers“ gefordert.
Von der Polizei und dem Staat im Stich gelassen – da kann nur HateAid helfen! Aktivistin Lara (man wird sie später tot in ihrer Wohnung finden, das übliche Schicksal einer Klimaaktivistin) sagt ihr, das seien „keine Einzelfälle mehr, sondern Krieg“: „Wir brauchen Frauen, die bereit sind, auszupacken. Damit sich rechtlich was tut.“
Medialer Begleitschutz zu aktuellen Bestrebungen, die Meinungsfreiheit einzuschränken, indem man individuelle Empfindlichkeiten zum Maßstab macht und Äußerungsdelikte mit handfesten Verbrechen gleichsetzt. Dass „digitale Gewalt“ in körperliche umschlägt, wird insinuiert. Die drei Hühner der Familie sterben über Nacht und werden obduziert (kein Befund), jemand bestellt Pizza in Elenas Namen, sie fühlt sich im Wald von einem Typen auf einem Hochsitz beobachtet. Später brennt Deniz’ Restaurant – war aber nur ein Kabelbrand.
Elena geht dann übrigens doch noch zu den Opfern digitaler Gewalt (alles Frauen), um auszusagen. Dort hört sie die interessanten Sätze „Virtuelle Gewalt richtet bei Betroffenen dieselben Schäden an wie physische Gewalt“ und, Achtung: „Wir fordern einen eigenen Straftatbestand: ‚Hatespeech‘.“
Da freut sich die Regierung doch über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk!

Ihr trautes Heim wird bedroht: Elena und Deniz (Serkan Kaya)
Auch Paranoiker können verfolgt werden
Elena lässt einen Bewegungsmelder und Kameras im trauten Heim anbringen, sie wird so langsam paranoid. Aber auch Paranoiker können verfolgt werden: Maskierte Kerle mit Kapuzenmänteln dringen schließlich doch noch in das Haus ein, die Familie versteckt sich in einem von Elena gebauten Schutzraum, wobei auch der zunächst unschuldig wirkende Baumarktmitarbeiter, der ihr das Equipment verkaufte, mit brandschatzt und vandaliert. Männer eben!
„Wir hoffen, unser Hausbesuch hat Ihnen gefallen“, schreibt der anonyme „beste Freund“ noch, dann suchen sich die Hater ein neues weibliches Opfer zum Mobben. Im Abspann wird noch darauf hingewiesen, dass sich Opfer digitaler Gewalt doch bitte an hateaid.org oder die Telefonseelsorge wenden mögen.

Und zum Schluss noch ein bisschen Werbung!
HateAid dankt! Auch für die 30-Minuten-Doku im Anschluss, in der die im Film aufgestellten Behauptungen wiederholt werden. „Virtuelle Gewalt“ entfalte Wirkung im analogen Raum, der Rechtsstaat müsse Verantwortung tragen. Der schwarze Influencer Kevin Plath, die Drag Queen Vicky Voyage und der homosexuelle Show-Man Riccardo Simonetti werden als Opfer von Hasskriminalität vorgestellt. Auch „Energiewende-Expertin“ Claudia Kemfert, die „seit über 20 Jahren Beleidigungen und Hass und Hetze erlebt“ haben will, darf nicht fehlen.
Auch das noch: die Doku zum Film zur Kampagne
Das ZDF beteuert auf Anfrage von NIUS: „Die Organisation HateAid hat keine Bezahlung seitens des ZDF erhalten.“ Mag sein, aber 30 Minuten kostenlose Werbung allemal. Die US-Regierung hat ein Einreiseverbot gegen die Geschäftsführerinnen verhängt, und Josephine Ballon darf das als „Einschüchterungsversuch“ bezeichnen. Unter dem „Deckmantel der Meinungsfreiheit“ werde ein „Kulturkampf um die Macht im digitalen Raum“ geführt.

HateAid-Chefin Josephine Ballon bekommt reichlich Gelegenheit zur Propaganda.
Dabei könne „digitale Gewalt jeden treffen“, wie es in der Doku heißt, etwa Hasskommentare oder intime Fotos ohne Einwilligung, bildbasierte sexualisierte Gewalt. „HateAid hat schon 8.000 Menschen geholfen“, erfahren wir. Und setzt sich dafür ein, dass die Social-Media-Konzerne sich an europäische Gesetze halten. Einfach ein ganz toller Laden!
Auch in der Doku wird der Nachweis, dass „digitale Gewalt“ in physische Gewalt umschlägt, nicht erbracht. Die Droh-Mail, die Vicky Voyage erhielt, ist auch schon zwei Jahre alt, ohne dass ihm/ihr etwas passiert wäre. Und wer Drag Queens hasst, ist auch noch eine offene Frage. Wie auch immer: Gäbe es auch nur einen Fall im analogen Raum, hätte man ihn dem Zuschauer doch sicher präsentiert.
Worte sind so schlimm wie Knochenbrüche
So bleibt nur die Behauptung, dass das, was irgendwelche Typen da draußen in ihre Tastatur hämmern, genauso gefährlich sei wie jemand, der einem den Schädel mit einem Hammer einschlägt: „Worte können verletzen, sie können zerstören.“ Und schon wird die drohende Debatte über die seit zehn Jahren erodierende Sicherheit im öffentlichen Raum von einer über „virtuelle Gewalt“ überlagert. „Du Bitch!“ ist schließlich genauso schlimm wie gefährliche Körperverletzung. Aber auch nur, wenn sie nicht von links kommt.
Wieder einmal macht sich der Zwangsgebührensender ZDF zum willigen Helfer linker Aktivisten. Was die chronisch klamme Katja Diehl für ihre „Beratung“ bekommen hat, mag der Sender aber nicht sagen, da kann der indoktrinierte Beitragszahler nur spekulieren. Aber man liegt wohl nicht falsch mit der Vermutung: Es war auf jeden Fall zu viel.
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Claudio Casula
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