Nach Mordanschlag auf Beamtin: Polizei stürmt berüchtigtes Hochhaus in Kiel
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Bereits am frühen Morgen ist die Polizei mit einem Großaufgebot im berüchtigten Kieler Hochhaus „Weißer Riese“ eingerückt! Rund 200 Einsatzkräfte sind an der Durchsuchungsaktion in dem bekannten Gebäude im Stadtteil Mettenhof beteiligt. Das Hochhaus wurde weiträumig abgesperrt, die Bewohner dürfen das Gebäude derzeit nicht verlassen!
Die Ermittler arbeiten sich laut Bild durch sämtliche 242 Wohnungen auf insgesamt 22 Etagen. Dabei wird an jeder Wohnung geklingelt und diese überprüft. Nach bisherigen Informationen müssen alle Bewohner zudem eine DNA-Probe abgeben.
Gehwegplatte durchschlägt Frontscheibe, Polizistin dienstunfähig
Eine Staatsanwältin begleitet den Einsatz vor Ort, zudem unterstützt die Polizei die Maßnahmen mit Drohnen. Grund für die Großrazzia ist ein feiger Angriff auf Einsatzkräfte Anfang Juni: In der Nacht zum 2. Juli wurde ein mehrere Kilogramm schweres Stück einer Gehwegplatte aus einer Wohnung des Hochhauses auf einen Streifenwagen geworfen. Der rund 10 mal 20 mal 5 Zentimeter große Betonbrocken durchschlug die Frontscheibe des Polizeifahrzeugs. Eine 25-jährige Polizistin wurde dabei an Hand und Sprunggelenk so schwer verletzt, dass sie bis heute dienstunfähig ist.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes. Bislang ist jedoch unklar, aus welcher Wohnung der Stein geworfen wurde. Trotz einer Belohnung von 1000 Euro für Hinweise auf den Täter gingen bislang keine entscheidenden Informationen ein. Deshalb steht nun das gesamte Hochhaus im Fokus der Ermittler.

Foto: Polizei Kiel
DNA-Spuren auf dem Pflasterstein
Die Ermittler stellten den Steinbrocken sicher und fanden daran DNA-Spuren. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete das Amtsgericht Kiel daraufhin eine DNA-Reihenuntersuchung an.
Betroffen sind alle Personen, die in dem Gebäude am Kurt-Schumacher-Platz 1 amtlich gemeldet sind oder dort tatsächlich wohnen und zum Zeitpunkt des Anschlags das 14. Lebensjahr vollendet hatten. Die Ermittler wollen die am Stein gefundenen Spuren mit den DNA-Profilen der Bewohner abgleichen und so den Täter identifizieren.
Seit Dienstagmorgen um 6 Uhr vollstrecken Beamte der Bezirkskriminalinspektion Kiel den richterlichen Beschluss. Unterstützt werden sie von Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei aus Eutin. Das Großaufgebot ist in dem 25-geschossigen Hochhaus und vor dem Gebäude im Einsatz. Damit steht nahezu die gesamte Bewohnerschaft des „Weißen Riesen“ im Mittelpunkt einer außergewöhnlichen Fahndungsmaßnahme.
Der „Weiße Riese“ sorgt seit Jahren wegen seines schlechten baulichen Zustands und sozialer Probleme für Schlagzeilen. Auch die Polizei ist dort regelmäßig im Einsatz: Allein 2025 rückten Beamte nach Angaben einer Sprecherin 107 Mal zu dem Hochhaus aus.
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