Polizei räumt von Linken besetztes Universitätsgebäude in Gießen
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Die Polizei hat am Dienstagmorgen mit einem Großaufgebot die Räumung eines besetzten Gebäudes der Justus-Liebig-Universität in Gießen begonnen. Acht linke Aktivisten wurden bis zum Vormittag aus dem Haus gebracht. Zwei weitere Besetzer hielten sich zunächst noch auf dem Dach auf. Darüber berichtet die Hessenschau.
In einer Pressemitteilung schreibt die Polizei:
„Am Samstagmittag (11.07.2026) startete auf dem Berliner Platz ein angemeldeter Demo-Aufzug mit dem Thema ‚Mieten, Kürzungen, Stadtentwicklung, Aufrüstung, Jugend und Kultur‘. In Höhe der Löberstraße verließen die rund 250 Teilnehmenden die zuvor abgesprochene Aufzugsstrecke und liefen über den Ludwigsplatz in die Ludwigstraße und von dort aus in die Gartenstraße. Am Abzweig zur Hein-Heckroth-Straße besetzten Teilnehmende ein leerstehendes Gebäude der Justus-Liebig-Universität (JLU).“
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Mittelhessen waren Beamte in niedriger dreistelliger Zahl im Einsatz. Das Gebäude in der Hein-Heckroth-Straße wurde gegen 6 Uhr umstellt. Anschließend drangen Polizisten in das Haus ein. Zu einzelnen Räumen mussten sie sich gewaltsam Zugang verschaffen.
Insgesamt befanden sich laut Polizei zehn Menschen in dem Gebäude. Acht von ihnen wurden nach draußen gebracht. Nach der Feststellung ihrer Personalien erhielten sie Platzverweise und wurden entlassen. Verletzte gab es zunächst nicht. „Wir können derzeit von einem friedlichen Verlauf des Einsatzes sprechen“, erklärte ein Polizeisprecher.
Zwei Aktivisten hielten sich weiterhin auf dem Dach auf. Nach Einschätzung der Polizei befanden sie sich dort in einer „nicht ungefährlichen“ Lage. Die Einsatzkräfte standen mit ihnen in Kontakt und wollten sie dazu bewegen, freiwillig herunterzukommen. Gleichzeitig bereitete sich die Polizei darauf vor, die beiden Personen notfalls sicher vom Dach zu holen.
Nach Abschluss der Räumung soll das Gebäude gesichert werden, um eine erneute Besetzung zu verhindern.
Die Aktivisten hatten das leerstehende Uni-Gebäude am Samstag besetzt. Nach eigenen Angaben wollen sie dort einen offenen Treffpunkt schaffen. Die Universität plant dagegen, das Haus an den Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen zu übergeben. Zudem verwies die Hochschulleitung auf Sicherheitsrisiken in dem ungenutzten Gebäude.
Das Präsidium der Universität hatte die Besetzer mehrfach zum Verlassen des Hauses aufgefordert und ihnen bis Montagnachmittag insgesamt drei Fristen gesetzt. Alle Ultimaten verstrichen ohne Ergebnis. Auch mehrere Gespräche zwischen der Universitätsleitung und den Aktivisten führten zu keiner Einigung.
Ein Aktivist, der sich Pedro nennt, warf der Hochschule vor, ihre Gesprächsbereitschaft lediglich vorgetäuscht zu haben. Die Verhandlungen seien „ein Schein der Demokratie“ gewesen. Aus seiner Sicht sei die Universität nicht zu ernsthaften Gesprächen bereit gewesen.
Parallel zur Räumung läuft ein Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs.
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