Sie spendierte über 75.000 Euro Steuergeld: Chefin der Filmförderung lebt mit Produzent von Habeck-Film zusammen
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Es steht Vetternwirtschaft über 13 Millionen Euro im Raum. Mit dieser Summe förderte Christina Bentlage von der Film- und Medienstiftung NRW schon die Filmprojekte ihres Partners und Produzenten Christoph Friedel.
Die Film- und Medienstiftung NRW fördert auch dieses Jahr Filme des Produzenten Christoph Friedel – einer davon ist der Dokumentarfilm „Jetzt. Wohin. Meine Reise mit Robert Habeck“ (Regisseur ist Habeck-Freund Lars Jessen), der im Dezember in die Kinos kommt. Der Film begleitet den Grünen-Politiker in seinem gescheiterten Wahlkampf 2025.
Die Förderhöhe für den Film beläuft sich auf 75.000 Euro. Als Begründung für die Förderung des Habeck-Films gibt die Stiftung an, der Film gehe der Frage nach, „wie Politik im aktuellen Zeitalter und im Kontext der Eruption demokratischer Systeme funktioniert“.

Robert Habeck (Grüne) wird in „Jetzt. Wohin.“ in propagandistischer Heldenfotografie von unten inszeniert.
Jahrelange Förderung ihres Partners
Verantwortlich für die Förderung ist als Leiterin der Förderabteilung der Film und Medienstfitung NRW Christina Bentlage. Die aber lebt mit Christoph Friedel zusammen – die beiden sind ein Paar. Die Stiftung lässt gegenüber NIUS mitteilen, dass sie um die Beziehung wisse.

Christina Bentlage (rechts) und NRW-Medienminister Nathanael Liminski (zweiter von links) sind 2022 auf dem Kinofest Lünen.
Mit insgesamt mindestens 13 Millionen Euro förderte die Film- und Medienstiftung seit 2011 Filmprojekte von Christoph Friedel. Im September 2010 übernahm Christina Bentlage die Leitung der Förderabteilung.

Christoph Friedel erhält 2025 den Deutschen Filmpreis für „In Liebe, Eure Hilde“.
Auch „Der Staat gegen Fritz Bauer“ lebt von Vetternwirtschaft
Christoph Friedel ist als Produzent für Pandora Film tätig. In dieser Rolle produziert er „Jetzt. Wohin“, zudem war er Gesellschafter der Terz Filmproduktion, nun ist er deren Liquidator. Neben dem neuen Habeck-Film produzierte er Filme wie „Der Staat gegen Fritz Bauer“, „Je suis Karl“, „Beuys“, „Paula“, „High Life“, „Silent Friend“ oder „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“. Die genannten Filme wurden alle mit jeweils über einer Million Euro Steuergeld gefördert.

Auch „Der Staat gegen Fritz Bauer“ mit Burghart Klaußner wurde nicht nur mit Steuergeld, sondern wohl auch durch Vetternwirtschaft finanziert.
NIUS recherchierte über 20 Förderungen von Christoph-Friedel-Filmen durch die Filmstiftung NRW, es dürften jedoch noch mehr sein. Gegenüber NIUS erklärt die Stiftung, dass eine unabhängige Jury über die Förderungen entscheide. Eine Antwort auf die Anfrage, wer die Besetzung der Jury absegnet, steht aus.
Verantwortlich ist Nathanael Liminski (CDU)
Die Filmstiftung erklärte zudem, Frau Bentlage würde „keinerlei Berührung“ mit Förderungen von Filmprojekten von Pandora Film haben. Tatsächlich fördert die Stiftung aber auch zahlreiche Filme der Terz Produktion, bei der Friedel Gesellschafter ist. Bentlage ist ihrerseits Prokura der NRW-Filmstiftung.
Das Land Nordrhein-Westfalen hält vierzig Prozent der Anteile der Stiftung, vierzig zudem der WDR, zehn ZDF. Verantwortlich für die Aufsicht ist Hendrick Wüsts Medienminister Nathanael Liminski (CDU). In einer Antwort auf eine Anfrage, ob er über die Beziehung zwischen Bentlage und Friedel und die Förderung zwischen ihnen wisse, ob sie dem Geiste einer unabhängigen Kulturförderung entspreche und wie man den Fall bewerte, wiederholt Liminski die Erklärung der Filmstiftung, nach der Bentlage bei Förderentscheidungen in ihrer eigenen Abteilung nicht eingebunden wäre.

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat viel zu lachen in „Jetzt. Wohin.“ von Produzent Christoph Friedel.
Den Film über Robert Habeck förderte neben Liminski auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer mit knapp 200.000 Euro. Als NIUS Christoph Friedel mit der Frage nach vermeintlicher Vetternwirtschaft konfrontierte, kam eine automatisierte E-Mail zurück: „I am taking a break and will be back January 4th. 2026. Mails will not be checked.“
Transparenzhinweis: In einer ursprünglichen Version des Textes hieß es, die automatische Antwort-E-Mail wäre von Christina Bentlage gekommen. Das haben wir korrigiert.
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