AfD-Hoch im Osten: Steinmeier will der Präsident aller Deutschen sein
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- Der Bundespräsident besucht ein Seniorenheim in der Nähe von Potsdam und dankt den Mitarbeitern.
- Gegen die hohen AfD-Umfragewerte im Osten will er sich stark machen, sagt Frank-Walter Steinmeier.
- Den Pflegerinnen und Pflegern dankt er ausdrücklich und fordert mehr Wertschätzung für Pflegeberufe.
So hohen Besuch hatten sie noch nie im Wachtelwinkel. Pünktlich um 12 Uhr mittags schiebt sich die schwarze Panzerlimousine (Audi A8, Langversion) des Bundespräsidenten mit dem markanten Kennzeichen 0-1 durch die enge Gasse in Werder an der Havel, wenige Kilometer vor den Toren Potsdams.
Im Seniorenheim der Arbeiterwohlfahrt (AWO) sitzt man brav bereits im Essenraum. Frank-Walter Steinmeier fackelt nicht lang, bindet sich eine rote Schürze um, streift sich blaue Küchenhandschuhe über hilft bei der Essenverteilung. Es gibt Kasseler mit Kartoffeln und Sauerkraut oder Milchreis mit Zucker und Zimt zur Auswahl. Das Kasseler wird reichlich nachgefragt. „Sie sind der Süße“, scherzt Steinmeier, als er endlich den ersten Milchreis-Teller wunschgemäß vor einen rüstigen Rentner stellt. Scherze nach Präsidentenart.
71 Menschen arbeiten im AWO-Heim Wachtelwinkel, 45 davon direkt in der Pflege, und betreuen 60 Senioren vollstationär, zwölf in Tagespflege, zwei ambulante Wohngemeinschaften mit je 9 Plätzen und 48 Service-Wohnungen, wo ältere Leute selbständig leben und Hilfe bekommen können. Das Heim ist bestens in Schuss, licht und hell, es ist vor einigen Jahren saniert worden, mit technischen Geräten etwa zum Heben von Patienten ausgestattet und hat sogar zwei Clowns mit Ukulele und roter Knollennase, weil Lachen ja so wichtig ist, wie Steinmeier anmerkt.

Der Bundespräsident gibt sich ganz volksnah.
Und man muss es an dieser Stelle mal ausdrücklich sagen: Die Pflegerinnen und Pfleger, machen einen Hammer-Job, sind nicht gespielt fröhlich, sondern sichtlich mit Herz bei der Sache. Menschen, die für andere da sind. Als Hauptjob.
Steinmeier nimmt an einer Spielrunde teil, bei der Senioren im Kreis sitzen und mit einem Tuch Bälle zwischen sich hin und her jonglieren. Arme hoch, und der Ball rollt zur Gegenseite. Bewegung im Sitzen, auch die Rollifahrer können mitmachen. Eine sommerliche Sonne wirft kleine Juli-Wolken als Schatten auf die Spielwiese.
Aufnahmen vom Steinmeier-Besuch in Werder:
Nach zwei Stunden macht Steinmeier sich wieder auf den Weg. Ein kurzes Gruppenfoto noch mit allen Mitarbeitern und ein Wort der Würdigung für die Pflegebranche in die NIUS-Kamera. Auf 28 Prozent kommt die AfD in Brandenburg derzeit und wäre damit stärkste Kraft im Landtag noch vor SPD (21%) und CDU (18). „Sind Sie auch der Präsident der AfD und ihrer Unterstützer“, wollen wir von Steinmeier wissen. „Ich bin der Präsident aller Deutschen“, sagt er. „Ich werde dafür kämpfen, dass Demokratie in diesem Lande nicht verliert. Deshalb trete ich unablässig dafür ein, dass Menschen sich für Weltoffenheit in diesem Land einsetzen.“

Steinmeier inmitten der Angestellten (unten, 2. v.r.)
Ein kurz gewinkter Gruß zur Belegschaft, dann schiebt sich die Limousine mit Stander und Bundesadler wieder zurück durch den Wachtelwinkel Richtung Schloss Bellevue. Im AWO-Heim beginnt das Nachmittagsprogramm. Wie jeden Tag.

Auch der Spaß darf nicht zu kurz kommen.
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Ralf Schuler
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