Aktivistin Carola Rackete als Spitzenkandidatin für Europawahl? Linken-Politiker rechnet mit Parteispitze ab
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Anfang dieser Woche wurde die Seenotrettungs-Aktivistin Carola Rackete als Linken-Spitzenkandidatin für die Europawahl 2024 vorgeschlagen. Sie soll zusammen mit dem derzeitigen Fraktionschef der Linken im Europaparlament, Martin Schirdewan antreten.

Die Spitzenkandidaten für die Partei „Die Linke“ bei der Europawahl 2024 sind Flüchtlingsaktivistin Carola Rackete (links) und Martin Schirdewan (rechts).
Mit der Nominierung Racketes will Die Linke ein „klares Signal“ senden. Zeigen, dass sie sich der „sozialen Bewegung stärker öffnen“ wolle. Doch die Hinwendung zu Themen, die mehrheitlich bürgerliche, junge Menschen ansprechen und die klassischen Linken-Wähler fast gänzlich außen vor lassen, trifft nicht bei allen auf Zustimmung.

Linken-Politiker Bijan Tavassoli bei Stimmt! Der Nachrichten-Talk: „Ich kritisiere den Bundesvorstand meiner Partei, die gerade Carola Rackete vorgeschlagen haben“
Der Hamburger Linken-Politiker und Anhänger des Sahra-Wagenknecht-Flügels, Bijan Tavassoli äußerte sich kritisch bei „Stimmt!“. Die Nominierungen der Spitzenkandidaten gingen an den Parteimitgliedern vorbei. Dass Schirdewan sich selbst vorschlage, sei „unerhört“. Delegierte sollten mitentscheiden, wer aufgestellt wird und ergänzt: „Eigentlich will man ja immer Frauen auf Platz eins setzen und bei der Linkspartei werden es dann überaschenderweise immer Männer auf Platz eins. Das ist schon merkwürdig.“

Die Nominierung von Flüchtlingsaktivistin Carola Rackete gilt als internes Zeichen gegen den Kurs von Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht.
„Parteien müssen demokratisch gestaltet sein. Das sieht auch das Grundgesetz vor“, sagte Tavassoli im Nachrichten-Talk von NIUS.
Auch Carola Rackete auf Platz zwei der Kandidaten-Liste bei der Europawahl hält er für „schwierig“ und kritisiert die Entscheidung. „Das Problem mit Frau Rackete ist, dass sie in mehreren Fällen nach Ansicht der italienischen Justiz einen Rechtsbruch begangen hat.“ Die Kapitänin des Schiffes „Seewatch 3“ brachte 2019 gerettete Flüchtlinge entgegen der Ansage der italienischen Küstenwache auf die Insel Lampedusa.
Zu Unrecht: „Wenn eine Person in lybischen Hoheitsgewässern gerettet wird, wäre es eigentlich so, dass da der nächste Hafen angefahren werden müsste.“
Tavassoli plädiert für eine gemeinsame europäische Lösung der Flüchtlings-Krise und Seenotrettung. Ob „diese Form des Aktivismus“, die Rackete betreibt, dem aber näherkommt, sei fraglich.
Neben der Nominierung von Carola Rackete diskutierten Bijan Tavassoli, Autor Norbert Bolz und Buchhändlerin Susanne Dagen mit Moderator Sebastian Vorbach über Thorsten Freis (CDU) neuen Asyl-Vorschlag, eine europaweite Studie über die Meinungs-Polarisierung und den Vorschlag der Amtsärzte, eine Siesta in Deutschland einzuführen bei Stimmt! Der Nachrichten-Talk.
Sehen Sie hier die ganze Folge:
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